Rückstufung nach Unfall: Was Autofahrende wissen müssen

Von Manu 1 Februar, 2023
4 minutes
Rückstufung nach Unfall, PErson telefoniert während sie auf verbeultes Auto schaut

Wenn deine Versicherung einen Kfz-Schaden für dich reguliert, folgen normalerweise eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse sowie höhere Versicherungsbeiträge. In diesem Beitrag gehen wir näher auf Rückstufungen ein und zeigen dir, wie du sie vermeiden kannst.

SF-Klassen in der Kfz-Versicherung: Rückstufung nach einem Unfall

Kfz-Versicherungen berechnen anhand mehrerer Kriterien die Höhe deiner Jahresbeiträge. Hierzu gehören auch die so genannten Schadenfreiheitsklassen. Je länger du unfallfrei fährst, desto geringer fallen deine Beiträge aus. Eine niedrige SF-Klasse bedeutet also auch höhere Versicherungsbeiträge. Als Fahranfänger oder Fahranfängerin wirst du zunächst in eine sehr niedrige SF-Klasse eingestuft. Mit jedem unfallfreien Jahr arbeitest du dich weiter hoch und deine Prämien werden günstiger.

Wenn du deiner Kfz-Versicherung einen Schadensfall meldest und diese für den entstandenen Schaden aufkommt, sp

richt man von einer Schadensregulierung. Im nächsten Versicherungsjahr wirst du für diesen regulierten Schaden in den Schadenfreiheitsklassen zurückgestuft: Dein Schadenfreiheitsrabatt wird kleiner – entsprechend steigen deine Versicherungsbeiträge.

Eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse gibt es nur in der Kfz-Haftpflichtversicherung und der Kfz-Vollkaskoversicherung. Die Kfz-Teilkaskoversicherung reguliert die Schäden, die du nicht selbst verursacht hast. Deshalb gibt es bei diesen Schäden keine Rückstufung. Sie greift beispielsweise bei einem Autodiebstahl oder im Falle eines  Elementarschadens. Zu diesen durch Naturgewalt verursachten Schäden zählen zum Beispiel Wasserschäden am Auto.

Aber auch für Glasschäden, Schäden nach einem Wildunfall oder Steinschlagschäden ist deine Teilkaskoversicherung zuständig. Die Vollkaskoversicherung kommt wiederum auch für Schäden wie zum Beispiel nach einem selbstverschuldeten Unfall auf. Aus diesem Grund hat ein Schaden hier immer Auswirkungen auf deinen Versicherungsvertrag.

Übrigens: Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, die Schadenfreiheitsklassen zu übertragen. Das lohnt sich häufig beim Abschluss einer Versicherung für Fahranfänger und Fahranfängerinnen.

Die Rückstufung nach einem Unfall kann erhebliche Prämienerhöhungen zur Folge haben. Unsere Autoversicherung schützt dich vor den finanziellen Auswirkungen einer Rückstufung.

Wie hoch ist die Rückstufung nach einem Unfall?

Die Rückstufung in der SF-Klasse erfolgt nicht nach der Höhe, sondern der Anzahl der regulierten Schäden. Wenn du beispielsweise einen schweren Auffahrunfall mit Totalschaden verursachst, ist das zwar sehr teuer, es handelt sich aber dennoch um einen einzelnen Unfall. Wenn du hingegen mehrmals pro Jahr beim Ausparken ein anderes Auto leicht beschädigst, sind die Gesamtkosten geringer. Dennoch rechnet dir deine Versicherung jeden Schadensfall einzeln an.

Normalerweise steigst du mit jedem schadenfreien Jahr um eine SK-Klasse auf. Bei einem Unfall kannst du unter Umständen  gleich um mehrere Stufen zurückrutschen. Je nach Kfz-Versicherung und Tarif gibt es Unterschiede bei der Rückstufung im Schadensfall. In deinen Versicherungsunterlagen findest du dazu eine sogenannte Rückstufungstabelle. Dort kannst du nachschauen, welche Folgen einer oder mehrere Unfälle auf deine Schadenfreiheitsklasse haben. Für die Kfz-Haftpflicht- und die Kaskoversicherung gibt es jeweils eine eigene Tabelle.

Gut zu wissen: Bedenke, dass für den Abschluss einer Haftpflichtversicherung in Deutschland eine Versicherungspflicht besteht. Für Fahrzeugeigentümerinnen und Fahrzeugeigentümer ist dieser Versicherungsschutz demnach obligatorisch.

In eigener Sache: Hochstufung nach einem Unfall vermeiden

Eine Rückstufung um mehrere SF-Klassen ist ärgerlich. Das gilt vor allem bei kleineren Schäden, wie beispielsweise einem Kratzer im Lack eines geparkten Autos. Deswegen beschließen manche Autofahrende, solche Schäden lieber selbst zu bezahlen und sie gar nicht erst der Versicherung zu melden. Dieses Vorgehen ist aber meist keine gute Idee. Denn ohne das entsprechende Fachwissen ist es schwer, das tatsächliche Ausmaß des Schadens und die damit verbundenen Reparaturkosten genau einzuschätzen. So kann es passieren, dass die Rechnung der Werkstatt dann doch viel höher ausfällt, als du dachtest. Um dieses Risiko zu vermeiden, solltest du deshalb jeden Schaden deiner Kfz-Versicherung melden und gegebenenfalls einen Schadenrückkauf tätigen.

Bildnachweise: Header © AdobeStock_477642740, bilanol

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