Zweitaktmotor: Definition und Funktion

Von Manu 22 April, 2024
4 minutes
Zweitaktmotor

Bei einem Zweitaktmotor handelt es sich um einen Verbrennungsmotor. Er kommt oft bei kleineren Maschinen – zum Beispiel Mopeds, Motorrädern, Außenbordmotoren, Rasenmähern und Motorsägen – zum Einsatz, da er kleiner, leichter und günstiger ist. Allerdings fällt bei Zweitaktmotoren der Wirkungsgrad niedriger und die Abgaswerte in der Regel höher aus.

Wie funktioniert ein Zweitaktmotor?

Im Vergleich zum Viertaktmoto, mit den vier Schritten Ansaugen, Verdichten, Arbeiten und Auspuffen, gibt es beim Zweitaktmotor lediglich eine Hub- und eine Senkbewegung des Kolbens. Diese beschreiben die zwei Takte. Je Bewegung finden immer zwei Schritte zum selben Zeitpunkt statt – einer oberhalb und einer unterhalb des Kolbens.

  1. Takt: Verdichten & Ansaugen

Während des ersten Takts bewegt sich der Kolben nach oben und verdichtet das Benzin-Luftgemisch oberhalb. Gleichzeitig saugt das Kurbelgehäuse durch die Aufwärtsbewegung des Kolbens frisches Benzin-Luftgemisch an. Der Kolben, der sich nach oben bewegt, komprimiert den Kraftstoff bei geschlossenen Ventilen und erhitzt ihn dabei.

  1. Takt: Arbeiten & Vorverdichten

Im zweiten Takt erfolgt die Zündung des Benzin-Luft-Gemischs oberhalb des Kolbens, wodurch der Kolben nach unten gedrückt wird und Arbeit an der Kurbelwelle leistet.

Während der Abwärtsbewegung des Kolbens wird das Benzin-Luft-Gemisch unterhalb des Kolbens leicht vorverdichtet. Sobald der Kolben weit genug nach unten gelangt ist, kann das verdichtete Benzin-Luft-Gemisch durch den Überströmkanal in die Brennkammer gelangen. Dabei werden die Abgase durch den Auslasskanal ausgestoßen.

Das sind die Vor- und Nachteile

Früher waren Zweitaktmotoren in Motorrädern weit verbreitet, doch heutzutage sind sie aufgrund der Vorzüge der saubereren und effizienteren 4-Takt-Motoren seltener anzutreffen. Dennoch finden sich Zweitaktmotoren noch in einigen Fahrzeugen, vor allem in Rennmaschinen und Geländefahrzeugen.

Vorteile

  • leichtere und kompaktere Bauweise im Vergleich zu Viertaktmotoren
  • höhere Leistung pro Liter Hubraum

Nachteile

  • erzeugen im Allgemeinen mehr Schadstoffe als Viertaktmotoren
  • kürzere Lebensdauer, da verschleißanfälliger (thermische Belastung des Zylinders ist sehr hoch)
  • meist lauter als Viertaktmotoren

Sind Zweitaktmotoren in Deutschland erlaubt?

Nein, Zweitaktmotoren sind hierzulande nicht verboten. Allerdings darfst du Zweitakter, die nicht der Euro-4-Norm entsprechen, seit 2017 auch mit Certificate of Conformity (COC) nicht mehr in die Europäische Union (EU) einführen.

Sind Zweitakter schädlich?

Krafträder mit Zweitaktmotoren, die mit einem Benzin-Öl-Gemisch betrieben werden, stoßen 124 Mal mehr gesundheitsschädliche Kohlenwasserstoffe, einschließlich des krebserregenden Benzols, und 771 Mal mehr organische Aerosole (Feinstaub) aus als ihre Viertakt-Pendants. Das geht aus einer Studie hervor, die 2014 von internationalen Forscherteams am Paul Scherrer Institut (Villigen in der Schweiz) durchgeführt wurde.

Interessanterweise zeigen die Ergebnisse, dass die Feinstaubemissionen von Zweitaktern im Leerlauf vergleichbar mit denen im Betrieb unter Last sind. Besonders besorgniserregend ist jedoch die Freisetzung von Benzol im Leerlauf, die eine Konzentration von 300.000 μg/m³ erreicht – das ist das 60.000-fache des erlaubten Jahresmittelwerts von 5 μg/m³. Die Forscher warnen davor, dass bereits kurzes Warten hinter einem Zweitaktmotorrad erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen kann, und betonen, dass durch die Alterung oder Oxidation der Abgase weitere reaktive und toxische Substanzen entstehen können. Aufgrund dieser Erkenntnisse werden Fahrzeuge mit Zweitaktmotoren von den Studienautoren als „Super-Verschmutzer“ eingestuft.

Was musst du tanken bei einem Zweitaktmotor?

Da ein Zweitaktmotor nicht über eine separate Schmierung verfügt, also auch keine Ölwanne mit Ölvorrat hat, erfolgt die Schmierung über ein Benzin/Öl-Gemisch. Das Verhältnis beträgt dabei 1:50 oder 1:25 – je nach Motor. Du kannst das Gemisch selbst erstellen oder du findest eine Tankstelle, die das im Verkauf anbietet.

Tankst Du Benzin, laufen Kolben und Pleuellager heiß, was den sogenannten Kolbenfresser zur Folge hat. Neuere Motorräder haben meist einen separaten Tank fürs Öl.

 

Bildnachweis: ©AdobeStock_113886092, Evgeny Korshenkov

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