Gebrauchtwagengarantie

Von Julia Schäfer 18 September, 2023
4 minutes
Gebrauchtwagengarantie

Garantien gibt es nicht nur für Neuwagen. Auch beim Gebrauchtwagenkauf kann sich der Abschluss einer (zusätzlichen) Garantie lohnen: Die „Reparaturkostenversicherung“ beziehungsweise Gebrauchtwagengarantie kann dir dabei helfen, im Schadenfall bares Geld zu sparen. Gleichzeitig ist es enorm beruhigend, zu wissen, dass du die Kosten einer Autoreparatur zunächst nicht selbst tragen musst. Denn bei einem Schaden bekommst du für einen gewissen Zeitraum die Reparaturkosten erstattet. Aus diesem Grund haben viele Autohändler:innen eine solche Garantie in ihr Portfolio aufgenommen.

Achtung: Egal ob du die Reparaturkosten selbst bezahlen musst oder nicht: Ein Schaden am eigenen Fahrzeug geht meist mit einem Wertverlust des Autos einher.

Gewährleistung vs. Garantie beim Gebrauchtwagen

Wenn du dich dazu entscheidest, einen Gebrauchtwagen zu kaufen, werden dir zwei Begriffe immer wieder begegnen: Gewährleistung und Garantie. Generell unterscheidet man zwischen folgenden Garantieformen:

  • die Herstellergarantie
  • die gesetzliche Händlergewährleistung/ Sachmängelhaftung
  • die Gebrauchtwagengarantie

Welche Variante im Einzelfall relevant ist, ist von weiteren Details, wie zum Beispiel dem Alter des Wagens, abhängig:

  • Die Herstellergarantie greift meist bei den „jungen Gebrauchten“ und gilt maximal sieben Jahre. Die meisten Hersteller begrenzen sie jedoch auf etwa zwei bis drei Jahre.
  • Grundsätzlich sind nur Händler:innen dazu verpflichtet, beim Gebrauchtwagenverkauf eine „Garantie“ zu geben: Die Gewährleistung oder Sachmängelhaftung. Sie spielt dann eine wichtige Rolle, wenn du einen älteren Gebrauchtwagen kaufen möchtest. Der Händler oder die Händlerin haftet hierbei ein Jahr lang für Schäden an deinem Kfz. Das liegt daran, dass davon auszugehen ist, dass diese Mängel schon bei der Übergabe vorhanden
  • Je nach Modell und Hersteller solltest du auch über den Abschluss einer ergänzenden Gebrauchtwagengarantie Hier hast du – gegen Aufpreis – oft die Möglichkeit, die Dauer der Garantie zu verlängern. Die Konditionen unterscheiden sich dabei von Hersteller zu Hersteller. Wichtig ist, dass alle Details ebenfalls im Kaufvertrag des Autos aufgeführt sind.

Gebrauchtwagengarantie: Was ist abgedeckt?

Wer privat ein Auto kauft, hat womöglich viele Fragen zum Thema Gebrauchtwagengarantie:

  • Was ist überhaupt in der Gebrauchtwagengarantie enthalten?
  • Was kostet eine solche Gebrauchtwagengarantie?
  • Was ist der Unterschied zur Sachmängelhaftung?

Die Gebrauchtwagengarantie greift auch bei Mängeln, die bei der Übergabe noch nicht erkennbar waren. Somit kannst du die Garantieleistung ebenfalls in Anspruch nehmen, wenn ein Mangel erst später auftritt. Die Länge der Garantiezeit kann dabei stark variieren.

Generell lohnt es sich jedoch immer, beim Abschließen der Gebrauchtwagengarantie auf das Kleingedruckte zu achten. Denn: Bestimmte Reparaturkosten können, müssen aber nicht enthalten sein. Achte daher immer auf die Angaben im Kaufvertrag des Autos.

Sachmangel vs. Verschleiß: Was beinhaltet die gesetzliche Gewährleistung?

Hierbei handelt es sich um ein Detail, das immer wieder zu Diskussionen und Unklarheiten führt. Bei einem Defekt berufen sich Verkäufer:innen oft auf den „natürlichen Verschleiß“ des Fahrzeugs. Das bedeutet, dass sich einzelne Teile mit der Zeit immer stärker abnutzen als andere. Bestimmte Bauteile müssen also nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden. Da es sich also um normale Abnutzungserscheinungen handelt, musst du diese Reparaturen selbst bezahlen. Ein klassisches Beispiel hierfür sind die Bremsbeläge.

Ein Sachmangel ist hingegen ein Defekt am Fahrzeug, der – gemessen an den gefahrenen Kilometern – eher untypisch ist. Hier kann es sich um einen versteckten Mangel handeln, der bereits zum Zeitpunkt der Übergabe bestand. Es ist jedoch möglich, dass der Händler oder die Händlerin diesen Mangel nicht erwähnt hat.

Was ist in der freiwilligen Gebrauchtwagengarantie enthalten?

Wenn du dich bestmöglich vor weiteren Reparaturkosten schützen möchtest, solltest du über eine erweiterte Gebrauchtwagengarantie nachdenken. Die Kosten unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller. Zudem ist es sinnvoll, sich mit den Details auseinanderzusetzen. Schließlich musst du bei vielen Händler:innen einen Eigenanteil übernehmen. Außerdem werden nicht alle Reparaturen von der Gebrauchtwagengarantie abgedeckt.

Lohnt es sich, eine zusätzliche Gebrauchtwagengarantie abzuschließen?

Ob sich eine zusätzliche Gebrauchtwagengarantie für dich lohnt, ist von mehreren Faktoren abhängig. In vielen Fällen kannst du dich auch auf die gesetzliche Gewährleistung verlassen. Diese ist häufig ausreichend.

Grundsätzlich gilt: Beim Kauf eines Gebrauchtwagens bist du in den ersten sechs Monaten stets abgesichert. Danach besteht die Sachmängelhaftung immer noch. Jedoch musst du dann im Schadensfall beweisen, dass der Mangel bereits bei der Übergabe bestand. Die Beweislast kehrt sich also um. Mit der freiwilligen Händlergarantie kannst du dich auch nach dem ersten halben Jahr weiter absichern, in der Regel für weitere sechs Monate.

Als „Faustregel“ gilt: Bei Fahrzeugen die,

  • älter als fünf Jahre sind
  • nur wenige Kilometer zurückgelegt haben,

kann sich eine Garantieversicherung durchaus lohnen. Je älter das Auto ist, desto schwerer ist es aber, eine Gebrauchtwagengarantie zu bekommen. Aber: Auch hierbei handelt es sich nicht um ein „Rundum-Sorglos-Paket“! Prüfe im Einzelfall immer den Umfang der Garantie.

Gebrauchtwagen mit Garantie kaufen: Das solltest du berücksichtigen

Es gibt einige Details, auf die du beim Gebrauchtwagenkauf achten solltest. Da es keine einheitlichen Richtlinien gibt, ist es umso wichtiger, verschiedene Angebote einzuholen. Dabei solltest du folgende Aspekte berücksichtigen:

  1. Ob du eine Gebrauchtwagengarantie in Anspruch nehmen kannst, hängt auch vom Alter des Fahrzeugs ab. Die Grenze liegt in der Regel bei maximal zehn Jahren nach Erstzulassung.
  2. Achte darauf, dass alle Mängel, die in der Garantie enthalten sind, zuvor behoben sind. Erst dann kannst du den Garantievertrag unterschreiben.
  3. Nicht alle Kosten, die im Zusammenhang mit Reparaturen auftreten, sind Bestandteil der Garantie. Oft werden die Kosten für Ersatzteile und Material nur anteilig übernommen.
  4. Handel nicht in Eigenregie! Melde den Schaden der Garantieversicherung, ehe du dein Auto in die Werkstatt bringst oder die Reparatur selbst durchführst. Andernfalls musst du selbst für die Kosten aufkommen.
  5. Die Dauer der Gebrauchtwagengarantie kann ebenfalls von Händler zu Händler variieren. Die Mindestzeitspanne liegt jedoch bei einem Jahr.

Fest steht: Die Gebrauchtwagengarantie ist eine praktische Ergänzung zur gesetzlichen Gewährleistung. Denn im Schadensfall kannst du mitunter viel Geld sparen. Um hiervon bestmöglich zu profitieren, ist es jedoch wichtig, auch das Kleingedruckte zu lesen.

Du hast noch Fragen rund um den Autokauf? Weitere Informationen zu den Themen Kfz und Versicherung bieten dir auch unsere anderen Artikel:

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