Bereicherungsverbot

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Bereicherungsverbot

In der Schadenversicherung gilt ein sogenanntes Bereicherungsverbot. Dieses besagt, dass deine Versicherung dir nicht mehr zahlen muss als den Versicherungswert des effektiven Schadens. Selbst wenn die Versicherungssumme höher ist. Im Folgenden erklären wir anhand einiger Beispiele, was du dir unter diesem Begriff genau vorstellen kannst

Bereicherungsverbot: Die gesetzliche Grundlage

Die maßgebliche gesetzliche Grundlage für das Bereicherungsverbot ist der Paragraf 200 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG). Er regelt, dass bei mehreren Erstattungsverpflichteten die Gesamterstattung die Gesamtaufwendungen nicht übersteigen darf.

Du kannst es dir so vorstellen: Hast du die gleiche Versicherung bei zwei verschiedenen Anbietern, darfst du einen Schaden nicht bei beiden einreichen. Du darfst nicht doppelt kassieren.

Ein allgemeingültiges Bereicherungsverbot für Schadensversicherungen gibt es allerdings nicht. Vielmehr wurden Einzelregelungen geschaffen, die eine Bereicherung verhindern sollen.

Neben Paragraf 200 sind auch Paragraf 78 (Regelung des Bereicherungsverbotes für den Fall der Mehrfachversicherung) und Paragraf 86 (verhindert eine Bereicherung durch den gesetzlichen Übergang von Entschädigungsansprüchen gegen Dritte auf den Versicherer) interessant.

Bereicherungsverbot

Beispiel Schadensversicherung

Der Inhaber einer Hausratpolice hat eine Deckungssumme von 40.000 Euro vereinbart. In seiner Wohnung entsteht ein Schaden in Höhe von 25.000 Euro.

In dieser Situation erfolgt keine vollständige Auszahlung der Versicherungssumme, sondern lediglich eine Leistung von 25.000 Euro.

Ähnlich wird auch unter anderem bei der Kfz-Haftpflichtversicherung oder der Kfz-Vollkaskoversicherung vorgegangen. Je nachdem gibt es im Schadenfall nach einem Wertgutachten fürs Auto nur die tatsächliche Summe für die Reparatur oder maximal den Wiederbeschaffungswert einer Sache.

Beispiel einer Summenversicherung

Du schließt eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit ab. Vorgesehen ist darin eine monatliche Zahlung von 1.800 Euro. Das ist auch ziemlich genau dein Nettolohn zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung. Wird dein Einkommen aber irgendwann reduziert, und du verdienst nur noch 1.500 Euro, hast du trotzdem ein Anrecht auf die vereinbarte Zahlung von 1.800 Euro, falls du berufsunfähig wirst.

Bereicherungsverbot: Vertraglich bedingte Grundsätze

Um einen Betrug zum Beispiel bei der Kfz-Teilkaskoversicherung zu verhindern, haben die meisten Versicherungsunternehmen ein Bereicherungsverbot in ihren Verträgen festgelegt.

Vor Abschluss einer Versicherung wird anhand bestimmter Annahmerichtlinien geprüft, ob die Versicherungssumme angemessen ist.

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