Hausrat: Was ist das? Was ist versichert?

Von Linda 19 Oktober, 2023
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Sicher besitzt auch du den ein oder anderen Gegenstand, bei dem es schmerzen würde, wenn er auf einmal weg wäre. Und das nicht nur in ideeller, sondern auch in materieller Hinsicht. Die gute Nachricht ist, dass du dich hier bis zu einem gewissen Grad absichern kannst. Denn genau an dieser Stelle kommt ein ganz besonderer Versicherungsschutz ins Spiel: Die Hausratversicherung. Eine Versicherungspflicht gibt es hier nicht. Das bedeutet, dass du selbst entscheiden kannst, ob und inwieweit du deinen Hausrat versichern möchtest. Fest steht jedoch auch: Wenn du die Vorteile dieser Versicherung nutzen möchtest, solltest du ein paar Punkte beachten.

Ehe du dich für einen Tarif entscheidest, musst du beispielsweise wissen, wie viel dein Hab und Gut wert ist. Denn nur wenn du den Wert deines Hausrats korrekt angibst, kannst du im Schadenfall auch wirklich optimal profitieren. Aber was ist eigentlich „Hausrat“? Was ist der Unterschied zwischen einer Hausrat- und einer Gegenstandsversicherung? Wem gehört der Hausrat bei Tod des/der Lebensgefährt:in?

In diesem Artikel erfährst du alles, was du rund um das Thema Hausrat wissen solltest.

Definition: Was gehört alles zum Hausrat?

Vereinfacht gesagt, umfasst der Hausrat alle Gebrauchs- und Verbrauchsgüter, die sich in der Wohnung einer Person befinden. Schon allein an dieser Definition siehst du, dass es hier gegebenenfalls zu Unterschieden in der Auslegung kommen kann.

Fest steht jedoch, dass der Hausrat häufig einen großen Teil des privaten Vermögens ausmacht. In versicherungstechnischer Hinsicht muss hier weitere differenziert werden. So unterscheiden Versicherungen zwischen

  • dem klassischen Hausrat
  • anderen Gegenständen, die nicht zum Hausrat zählen.

Für letztere kannst du beispielsweise eine zusätzliche Geräteversicherung abschließen.

Zudem kann es sein, dass verschiedene Geräte manchmal zum Hausrat zählen, manchmal aber auch nicht. Ein typisches Beispiel: Du arbeitest als Fotograf oder Fotografin und lagerst eine wertvolle Kamera zuhause. Wenn du besagte Kamera nur für deine Arbeit nutzt, brauchst du eine separate Kameraversicherung. Das liegt daran, dass das Gerät meistens nicht zum Hausrat gehört. Anders verhält es sich, wenn die Kamera eine Art Familieneigentum darstellt. In diesem Fall ist sie Teil des Hausrats und somit auch über die entsprechende Versicherung geschützt.

Du siehst: In vielen Bereichen ist es schlichtweg nicht möglich, Zuordnungen zu treffen, ohne die äußeren Umstände zu kennen. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest Fragen zu deiner individuellen Situation immer mit der Versicherung klären. Diese kann dir die Frage „Was gehört zum Hausrat?“ dann ganz gezielt und zugeschnitten auf deine Situation beantworten.

Fest steht allerdings auch, dass viele Menschen den Wert ihres Hausrats massiv unterschätzen. Verlieren sie dann ihr gesamtes Eigentum – zum Beispiel bei einem Wohnungsbrand – besteht die Gefahr, dass die Deckungssumme der Versicherung zu niedrig ist.

Damit du eine ausreichend hohe Entschädigung erhältst, ist es wichtig, dass du den Wert des Hausrat korrekt angegeben hast. (Lies zum Thema Wertermittung hier mehr). Tritt dann der Versicherungsfall ein, bekommst du den Wiederbeschaffungswert von „Sachen gleicher Art und Güte“ im neuwertigen Zustand ersetzt.

Mit einer Hausratversicherung sicherst du deinen kompletten Hausrat gegen folgende Ereignisse ab:

Die folgenden Gegenstände können in vier allgemeine Hauptkategorien eingeteilt werden:

  • Hausrat, der zur Einrichtung gehört
  • Gebrauchsgegenstände
  • Verbrauchsgegenstände

Klassische Beispiele, die dir zeigen, wie umfangreich Hausrat sein kann, sind unter anderem:

  • Bargeld beziehungsweise das Geld, das sich auf aufgeladenen Geldkarten befindet
  • Sparbücher
  • Wertpapiere
  • Schmuck
  • Briefmarken
  • Münzen
  • Edelsteine
  • wertvolle Teppiche und Kunst
  • Antiquitäten (außer Möbel).

In den meisten Fällen begrenzen die Versicherungen die Entschädigung auf 20 Prozent der kompletten Versicherungssumme. Zudem solltest du beachten, dass im Zusammenhang mit vielen Gegenständen Aufbewahrungsvorschriften gelten. So solltest du deinen Schmuck beispielsweise nicht offen auf dem Tisch liegen lassen. Sonst kann es sein, dass die Versicherung die Kosten nicht oder nur teilweise übernimmt, sollte der Schmuck abhandenkommen. Es ist also wichtig, dass du die Aufbewahrungsvorschriften des jeweiligen Versicherers beachtest, um eine volle Entschädigung zu erhalten.

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Hausrat im juristischen Sinn

Nicht nur in versicherungstechnischer, sondern auch in juristischer Hinsicht spielt der Hausrat eine wichtige Rolle. In den folgenden Rechtsbereichen kommt es immer wieder zu Überschneidungen (und Diskussionen).

Eherecht

Die Bedeutung des Hausrats im Eherecht wird durch § 1361a Absatz 1 des BGB festgelegt. Demnach sind bei einem getrennt lebenden Paar beide dazu berechtigt, die zu ihrem Hausrat gehörenden Gegenstände zurückzuverlangen. Allerdings sind beide Ex-Partner:innen dazu verpflichtet, der jeweils anderen Person besagte Gegenstände unter bestimmten Voraussetzungen zu überlassen. Voraussetzung ist jedoch, dass diese nicht allzu teuer waren und für die Haushaltsführung unerlässlich sind. Meist handelt es sich hierbei um bewegliche Dinge, die für den Wohnbereich und das Familienleben bestimmt sind.

Aber nicht nur Gegenstände, die sich in der Wohnung oder im Haus befinden, können zum Hausrat gehören. Auch das gemeinsame Auto, das nicht als Geschäftswagen, sondern als klassisches Familienauto genutzt wurde, gehört meist zum Hausrat. Im Gegensatz dazu sind Grundstücke oder Gebäude kein Bestandteil des Hausrats. Auch bewegliche Dinge, die ein Mensch tagtäglich nutzt, fallen nicht in diese Kategorie.

Ein klassisches Beispiel hierfür wäre der bereits erwähnte Geschäftswagen. Auch Kapitalanlagen sind kein Bestandteil des Haushalts.

Erbrecht

Wem gehört eigentlich der Hausrat nach dem Tod des Lebensgefährten oder der Lebensgefährtin? Genau mit dieser Frage setzt sich unter anderem das Erbrecht auseinander. Es gilt: Stirbt der Partner oder die Partnerin, ist der überlebende Gatte oder die überlebende Gattin gesetzliche:r Erb:in. Das bedeutet, dass er oder sie ein Recht auf die Gegenstände hat, die zum gemeinsamen ehelichen Haushalt gehörten. Dies gilt jedoch nicht für Grundstücksanteile.

Wichtig: Wer erbt, profitiert davon, dass der Hausrat – zumindest bis zu einem bestimmten Freibetrag – von der Erbschaftssteuer befreit ist.

Sozialrecht

Auch im Sozialrecht gibt es in Sachen Hausrat einige Dinge zu beachten. Gemäß SGB II ist der allgemeine Hausrat bei der Berechnung der Grundsicherung für Arbeitssuchende nicht zu berücksichtigen. Denn folgende Lebensbereiche dienen der Sicherung des Existenzminimums und sind damit nicht angreifbar:

  • Kleidung
  • Ernährung
  • Körperpflege
  • Energie
  • Heizung
  • Unterkunft

Daher fließen insbesondere Gegenstände des alltäglichen Lebens nicht in die entsprechenden Bewertungen mit ein. Weiterhin gilt auch gewöhnlicher Hausrat somit als „unpfändbar“. Details hierzu wurden unter anderem auch über die Insolvenzordnung festgelegt. Die entsprechenden Gegenstände gehören nicht zur Insolvenzmasse.

Mit Hinblick auf die Unpfändbarkeit gibt es jedoch auch Ausnahmen. Diese gelten vor allem dann, wenn es sich n um besonders teure Dinge handelt, die die Grenze zur Kapitalanlage überschritten haben. Solltest du zum Beispiel ein Luxusgut, wie eine besonders wertvolle Uhr besitzen, ist dieses durchaus pfändbar. Oft kommt es in diesem Fall zu einer so genannten Austauschpfändung. Besonders gut lässt sich das Prinzip anhand von Uhren darlegen. Wenn du zum Beispiel eine Uhr dein Eigen nennst, die mehrere tausend Euro wert ist, ist diese prinzipiell pfändbar. Oft erhältst du dann im Austausch eine günstige Uhr. Diese soll dann nur noch einen funktionalen Zweck erfüllen, dir also nur die Uhrzeit anzeigen.

Diese Beispiele zeigen, dass hierbei eine Menge Diskussionspotenzial besteht. Immerhin geht hier oft um Gegenstände, auf die die meisten Menschen auf keinen Fall verzichten möchten. Somit ist klar, warum sich auch immer mehr Anwält:innen mit diesem Themenbereich auseinandersetzen müssen.

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Wie versicherst du deinen Hausrat?

Zunächst musst du berücksichtigen, dass du mit einer Hausratversicherung nur die Gegenstände absicherst, die sich innerhalb der Wohnung befinden. Hierzu gehören aber auch etwaige Nebengebäude oder Garagen.

Die Versicherer unterscheiden jedoch klar zwischen privat und gewerblich genutzten Flächen. Gewerblich genutzte Räume sind Bereiche, die du– zum Beispiel als Home Office – zur Ausübung deines Berufs nutzt. Hier gilt: Ein heimischer Arbeitsbereich ist nur dann über die Hausratversicherung gedeckt, wenn du ihn ohnehin nur über die Wohnung betreten kannst. Liegt er komplett separat von deinem Wohnbereich entfernt, greift die Hausratversicherung nicht. Dann muss du dich um seine zusätzliche Absicherung kümmern.

Doch keine Sorge: Wenn du einen Teil deines Hausrats aus der Wohnung entfernst, bleibt der Versicherungsschutz dennoch bestehen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn du in den Urlaub fährst und einen Teil deiner Sachen mitnimmst. Hier kommt die „Außenversicherung“ ins Spiel. Diese sorgt für einen gewissen Zeitraum für Versicherungsschutz, auch im Ausland. Achte jedoch in jedem Fall auf die entsprechenden Entschädigungsgrenzen.

Ähnliche Regelungen gelten auch im Zusammenhang mit Umzügen. Hier ist dein Hausrat gleichzeitig an deinem alten und an deinem neuen Wohnort versichert. Wie lange diese Art von „Parallelversicherung“ gilt, ist von den Konditionen deines Versicherers abhängig. Schau am besten frühzeitig im Versicherungsschein nach und informiere deine Versicherung über den anstehenden Umzug.

Was deckt die Hausratversicherung nicht ab?

So umfangreich eine Hausratversicherung auch ist und so beruhigend sie wirken kann: Es gibt einige Bereiche, die sich nicht über diese Art der Versicherung abdecken lassen. Hierbei handelt es sich um:

  • Schäden, die der oder die Versicherungsnehmer:in vorsätzlich herbeigeführt hat
  • Schäden, die durch Kernenergie verursacht wurden
  • einfache Diebstahlschäden, zum Beispiel durch Trickdiebstahl.
  • Schäden, die durch Krieg, Unruhen und Erdbeben entstanden sind.

Achtung: Dass die Hausratversicherung in genannten Fällen nicht greift, bedeutet nicht, dass alle anderen Schäden automatisch abgedeckt sind. So musst du für eine Absicherung in folgenden Fällen bei vielen Versicherungen einen Aufpreis bezahlen:

Tipp: Am besten solltest du dich vor Abschluss einer Hausratversicherung genau mit der Thematik auseinandersetzen. Kläre vorab, welche Ansprüche du an eine Hausratversicherung stellst. So kannst du den passenden Tarif finden. Auf diese Weise stellst du sicher, dass du dir im Schadensfall keine Sorgen um die Regulierung machen musst.

Was ist eine Neuwertversicherung?

Wenn du eine Neuwertversicherung abgeschlossen hast, ersetzt dir die Versicherung nicht nur den Zeitwert, sondern den kompletten Neuwert. Das ist der Wert, den die gleiche Sache kosten würde, wenn du sie in neuwertigem Zustand kaufen würdest.

Wichtig ist in diesem Fall, dass du die Versicherungssumme richtig angegeben hast. „Richtig“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Wert dem kompletten Hausrats entspricht. Ansonsten riskierst du, dass dir nicht der komplette Schaden ersetzt wird. Achte hierbei auch immer auf die Angaben, die hierzu in der Versicherungspolice vermerkt sind.

Gut zu wissen: Die meisten Hausratversicherungen sind Neuwertversicherungen– außer im Versicherungsschein steht etwas Anderes. Der Vorteil hierbei ist, dass die Abnutzung eines Gegenstands oder dessen Alter für die letztendliche Bewertung keine Rolle spielen. Oder anders gesagt: Der Zeitwert ist in diesem Fall vollkommen uninteressant.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Versicherung für beschädigte oder abhanden gekommene Dinge in unbegrenzter Höhe haftet. So ist es üblich, dass die Versicherungsgesellschaft für eine Dinge, die zum Hausrat gehören, Höchstgrenzen festlegt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn es sich um Schmuck, Wertgegenstände oder Bargeld handelt. Auch hier solltest du unbedingt wieder auf das „Kleingedruckte“ achten, damit du dich im Nachhinein nicht ärgerst.

Übrigens: Im Gegensatz zur Hausratversicherung spielt der Zeitwert für deine Haftpflichtversicherung eine enorm wichtige Rolle. Hier wird der tatsächliche Wert des betreffenden Gegenstandes berücksichtigt. Mittlerweile bieten viele Versicherungen aber auch eine Kombi zwischen Hausrat- und Haftpflichtversicherung an.

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Was kostet der Abschluss einer Hausratversicherung?

Zunächst einmal ist es wichtig, zu wissen, dass die Höhe der Prämie für eine Hausratversicherung von deinem Versicherungsvertrag abhängt. Die Beiträge unterscheiden sich zudem je nach Versicherungsart und dem vereinbarten Versicherungsumfang.

Weiterhin spielt die Höhe des Versicherungsschutzes eine Rolle. Je höher der Versicherungsschutz, desto höher ist in der Regel auch der Beitrag.

Auch die Höhe des Selbstbehalts, den der Versicherungsnehmer bei einem Schaden übernehmen muss, beeinflusst den Beitrag. Je höher der Selbstbehalt, desto günstiger ist der Beitrag.

Eine weitere entscheidende Rolle spielt die Höhe des Wertes, den man versichern möchte. Je größer der versicherte Wert, desto höher ist auch die Prämie.

Schließlich spielt auch der Wohnort eine Rolle, da die Versicherungsbeiträge je nach Region variieren können.

In der Regel können Sie eine Hausratversicherung schon ab etwa 50 Euro pro Jahr abschließen. Der genaue Betrag hängt jedoch von den oben genannten Faktoren ab.

Der Wohnort

Ein Blick in die Statistiken zeigt: Die Wahrscheinlichkeit eines Einbruchs oder Blitzschlags ist nicht in allen Gegenden gleich hoch. Aus genau diesem Grund unterscheiden sich auch die Kosten für eine Hausratversicherung stark, je nachdem, wo du wohnst.

Das bedeutet: Wenn du beispielsweise in einer Region lebst, wo vergleichsweise viel eingebrochen wird, steigen auch die Kosten für deine Hausratversicherung. In einer Stadt mit einer hohen Kriminalitätsrate zahlst du mehr. Doch auch hier gibt es keine Standardbewertung, die für alle Versicherungen gelten würde. Jede Versicherungsgesellschaft entscheidet selbst, nach welchen Gebieten sie hier unterscheidet.

Die Größe der Wohnfläche

Generell findet beim Abschluss einer Hausratversicherung, die gesamte Wohnfläche deiner Wohnung oder deines Hauses Berücksichtigung. Einige Bereiche wie zum Beispiel Treppen, Balkone, Terrassen oder Vorratsräume sind hiervon ausgenommen. Die Laufzeit deiner Versicherung

Wenn du Geld sparen möchtest, kann es sich lohnen, sich für eine längere Versicherungslaufzeit zu entscheiden. Viele Versicherungen belohnen eine längere Bindung mit niedrigeren Versicherungsbeiträgen. Wie hoch dieser Rabatt ausfällt, ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich.

Der Umfang der Leistungen

Die meisten Hausratversicherungen bieten dir eine Art „Grundpaket“ an. Dieser Basistarif ist ausreichend, um einen Großteil deines Hausrats zu versichern. Wenn du mehr möchtest, weil du zum Beispiel dein teures Fahrrad absichern willst, zahlst du hierfür oft einen Aufpreis.

Die Höhe der Selbstbeteiligung

Eine weitere Möglichkeit, um deinen Versicherungsbeitrag ein wenig zu senken, ist die Anpassung der Höhe der Selbstbeteiligung. Je nachdem, wie hoch du sie ansetzt, musst du im Schadensfall den „Betrag X“ aus eigener Tasche bezahlten. Die Versicherung übernimmt dann den restlichen Betrag. Grundsätzlich gilt, dass der Versicherungsbeitrag fällt, wenn deine Selbstbeteiligung steigt.

Anhand der genannten Punkte siehst du, dass du die Kosten, die für deine Hausratversicherung anfallen, durchaus beeinflussen kannst. Überlege vorab, welche Leistungen dir besonders wichtig sind und für was du bereit bist, „etwas mehr“ zu zahlen.

Ob es sich hierbei lohnt, auch die Selbstbeteiligung nach oben zu schrauben, ist im Wesentlichen eine Frage deiner persönlichen Einschätzung. Wenn du innerhalb eines kurzen Zeitraums vergleichsweise viele Schäden melden musst, kann eine hohe Selbstbeteiligung eher von Nachteil sein. Im Umkehrschluss gilt: Treten fast gar keine Schadensfälle ein, wirkt sich eine hohe Selbstbeteiligung umso positiver auf die Betragshöhe aus. Am besten bewertest du dein individuelles Risiko und entscheidest dich dann für die Option, die am besten zu dir passt.

Gut zu wissen: Manche Versicherungen sind so flexibel, dass sie es ihren Versicherungsnehmern oder Versicherungsnehmerinnen erlauben, die Selbstbeteiligung im Nachhinein zu verändern. In diesem Fall ist eine einmalige Entscheidung nicht „in Stein gemeißelt“. Sollte dir diese Art von Flexibilität wichtig sein, achte immer auch auf die jeweiligen Vertragskonditionen.

Die Zahlweise

Generell kannst du deine Versicherungsbeiträge entweder monatlich oder jährlich bezahlen. Die monatliche Zahlweise ist meist etwas teurer als die jährliche Variante. Am besten vergleichst du die unterschiedlichen Angebote miteinander.

Versicherungswert ermitteln: So geht’s

Wie teuer (oder wie günstig) eine Hausratversicherung letztendlich ist, ist aber auch immer vom exakten Versicherungswert abhängig. Hierbei wird zwischen der exakten und der pauschalen Wertermittlung unterschieden:

  • Bei der exakten Wertermittlung legt der Versicherungsnehmer eine genau Versicherungssumme fest. Diese sollte – wie die Bezeichnung schon sagt – natürlich dem tatsächlichen Wert deines Hausrats besonders nahekommen. Hierfür musst du in der Regel den Neuwert deiner Möbel oder deiner Einrichtungsgegenstände angeben, Dabei bedeutet ein hoher Wert auch, dass die Kosten für deine Hausratversicherung steigen.
  • Bei der pauschalen Wertermittlung wird mit einem pauschalen Wert (pro Quadratmeter) gerechnet. Abhängig vom jeweiligen Versicherer kann der Wert im Bereich zwischen 500 und 750 Euro liegen. Bei den meisten Anbietern wirst du höchstwahrscheinlich auf die „goldene Mitte“ mit etwa 600 Euro bis 650 Euro treffen. Ausnahmen gibt es natürlich immer. Du solltest in jedem Fall darauf achten, dass der Wert bei dieser pauschalen Berechnung, nicht zu gering ausfällt. Dies könnte vor allem dann der Fall sein, wenn du vergleichsweise viele, teure Gegenstände in deiner Wohnung aufbewahrst.

Die pauschale Wertermittlung beruht auf der Annahme, dass der Wert des Hausrats mit der Größe der Wohnung oder des Hauses steigt. Das bedeutet, dass du für eine große Wohnfläche auch automatisch höhere Versicherungsbeiträge zahlst. Auf diese Weise kann es jedoch zu einer Art „Verschiebung“ kommen. Ein typisches Beispiel: Die wohnst auf einer vergleichsweise großen Fläche, hast jedoch wenig Hausrat, der abgesichert werden muss. Deine Versicherung geht jedoch von einem deutlich höheren Wert aus und deine Versicherungsbeiträge steigen. In anderen Worten: In diesem Fall zahlst du vielleicht deutlich mehr als eigentlich nötig wäre. Selbstverständlich ist auch der umgekehrte Fall möglich: Du lebst auf einer vergleichsweise kleinen Fläche, hast aber einen teuren Hausrat, der selbstverständlich auch abgesichert werden muss. Hier droht sogar eine Unterversicherung. Im Schadensfall würde dir vergleichsweise wenig ersetzt.

Ergänzend sei noch erwähnt, dass du dich bei vielen Versicherungen auch für die unbegrenzte Versicherungssumme entscheiden kannst. Sollte ein Schaden auftreten, ist dein kompletter Hausrat abgesichert. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um die teuerste Art der Hausratversicherung.

Unabhängig davon, für welche Versicherung du dich entscheidest, solltest du immer darauf achten, deinen Hausrat dokumentieren zu können. Neben Bildern ist es auch sinnvoll, Quittungen, Kaufverträge und Co. aufzubewahren. Setzte dich am besten mit deiner Versicherung in Verbindung und frage nach, welche Dokumente du im Notfall vorlegen musst.

Fazit

Welche Art von Hausratversicherung sich im Einzelfall lohnt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dementsprechend ist es schlichtweg unmöglich, von der „besten Art der Absicherung“ zu sprechen. Um die für dich beste Entscheidung zu treffen, solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Wie hoch ist der ungefähre Wert deines Hausrats?
  • Besitzt du besonders wertvolle Gegenstände oder bewahrst größere Mengen an Bargeld in deinen eigenen vier Wänden auf?
  • Wie groß ist deine Wohnung?

Achte in jedem Fall darauf, dass alle wichtigen Gegenstände abgesichert sind. Sollte eine Sache nicht zum Hausrat gehören, weil du sie beispielsweise ausschließlich geschäftlich nutzt, brauchst du gegebenenfalls eine separate Geräteversicherung oder eine gewerbliche Inventarversicherung.

Außerdem ist es ratsam, die Versicherungsbedingungen genau zu lesen und die Kosten für die Versicherung im Verhältnis zum Wert des Hausrats zu betrachten. Auch die Prämienhöhe und die Leistungen der Versicherung sollten miteinander verglichen werden. So kannst du die für dich beste Hausratversicherung finden.

Bildnachweise:
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