OBD (On-Board-Diagnose)

By Marie April 11, 2023
4 minutes
OBD

Eine On-Bord-Diagnose kann dir weiterhelfen, wenn dein Auto nicht anspringt. Denn wenn stattdessen deine Warnlämpchen am Cockpit aufleuchten und du weißt nicht genau was du tun musst, kommt die On-Bord-Diagnose ins Spiel. In unserem Beitrag erklären wir dir, was es damit auf sich hat.

Was ist On-Board-Diagnose?

Die On-Board-Diagnose (OBD) ist ein fortschrittliches elektronisches System, das die Leistung und den Zustand deines Fahrzeugs kontinuierlich überwacht – unabhängig von der Inspektion.

Das System nutzt eine Vielzahl von Sensoren, um Probleme sofort zu erkennen und zu melden. Diese können an verschiedenen Komponenten wie dem Motor, dem Getriebe, den Bremsen und anderen Systemen auftreten.

OBD hat also eine Menge Vorteile. So kann sie beispielsweise Mechatronikern und Mechatronikerinnen helfen, Probleme schnell und effizient zu diagnostizieren und zu reparieren. Das spart Zeit und senkt die Kosten deiner Werkstatt-Rechnung.

Denn hat das System ein Problem erkannt, generiert es sofort einen Fehlercode, der dann in der Partnerwerkstatt oder einer freien Werkstatt problemlos ausgelesen werden kann.

Um ihre Leistungen erbringen zu können, verwendet die On-Board-Diagnose eine ganze Reihe von Protokollen zur Kommunikation mit dem Fahrzeug.

Das am häufigsten verwendete Protokoll ist OBD2. Die meisten modernen Fahrzeugen unterstützen das mittlerweile.

Für die Diagnose und Fehlerbehebung in Fahrzeugen sind bestimmte OBD-Tools unerlässlich. Beispielsweise Scanner, die OBD-Codes lesen und interpretieren können. Aber natürlich auch eine passende Software, die Informationen über die Leistung des Fahrzeugs liefert.

Tipps zur Autowerkstatt: Wenn du selbst gerne an deinem Auto bastelst oder Reparaturen durchführen kannst, dann ist vielleicht eine Selbsthilfewerkstatt eine gute Idee für dich. Moderne Selbsthilfewerkstätten sind in der Regel mit OBD-Systemen ausgestattet, die du dort nutzen kannst.

Was bedeutet OBD2?

Genau genommen ist OBD2 die logische Weiterentwicklung von OBD. Die Modernisierung des On-Board-Diagnose-Systems bringt allerdings zahlreiche Vorteile mit sich.

Früher war es nicht verpflichtend, eine OBD-Schnittstelle zu installieren. Aber seit 2001 müssen alle neu zugelassenen Benziner und seit 2004 auch die Dieselfahrzeuge eine OBD2-Schnittstelle installiert haben. Dadurch ist es viel einfacher, den Fehlerspeicher im Schadenfall auszulesen.

Die Einführung von OBD2 als universeller und einheitlicher Anschluss brachte zusätzliche, erhebliche Vereinfachungen mit sich. In der Vergangenheit waren für nahezu alle Automarken spezielle Geräte zum Auslesen des Fehlerspeichers erforderlich. Heute können sogar Laien innerhalb kürzester Zeit auf die aussagekräftigen Daten zugreifen.

Auch die Suche nach dem nun standardisierten Anschluss wurde durch die Umstellung erleichtert.

OBD

Wo befinden sich die Schnittstellen an deinem Auto?

Vor der Standardisierung des On-Board-Diagnose-Systems war es oft schwierig, die OBD-Schnittstelle zu finden. Jeder Autohersteller versteckte sie anderswo am Fahrzeug.

Die einen brachten sie im Motorraum an, die anderen hinter einer Serviceklappe im Kofferraum. Und wieder andere wählten den Fahrerraum für die OBD-Schnittstelle. War da mal eine Steuergerät-Reparatur nötig, konnte sich die Sache abenteuerlich gestalten.

Seit der Einführung von OBD2 ist das anders. Alle Autohersteller sind heute verpflichtet, die 16-polige Buchse zu verbauen und sie leicht zugänglich im Fahrerbereich anzubringen. In der Regel ist der Anschluss hinter einer Abdeckung um die Lenksäule herum zu finden. Findest du ihn nicht auf Anhieb, schaust du am besten mal in der Bedienungsanleitung deines Wagens nach. Zur Not können dir auch spezielle Apps aus dem Netz genaue Anweisungen zur Position des Anschlusses geben.

OBD: Welche Informationen lassen sich auswerten?

Auch hierbei hat OBD2 einen einheitlichen Standard geschaffen. Die OBD2-Schnittstelle wird vor allem zum Auslesen des Fehlerspeichers verwendet. Standardisierte Fehlercodes geben Anhaltspunkte, welche Komponente (Karosserie, Antriebsstrang, Netzwerke) Schwierigkeiten bereiten oder welche der vielen Steuergeräte möglicherweise nicht korrekt arbeitet.

Diagnosegeräte, die an OBD2 angeschlossen sind, liefern einen spezifischen Code, der aus einem von vier Buchstaben und vier Zahlen besteht. Dieser Code kann dann mithilfe einer Fehlerliste, auch als DTC (Diagnostic Trouble Code) bezeichnet, entschlüsselt werden.

Oftmals bleibt dir dadurch zwar nicht der Gang zur nächsten Werkstatt erspart, jedoch unterstützt das Auslesen des Fehlerspeichers auch die Mechaniker:innen vor Ort dabei, das Problem eines modernen Autos zu identifizieren.

Neben der Problemdiagnose bietet die OBD2-Schnittstelle auch weitere Möglichkeiten zur Fahrzeuganalyse und -optimierung.

OBD (On-Board-Diagnose): Der Pannenservice der Zukunft?

Der ADAC testet derzeit die Möglichkeit, Pannen schon im Vorfeld per Ferndiagnose identifizieren zu können. Mit „ADAC Smart Connect“ sollen Fehler am Fahrzeug so schneller und einfacher behoben werden können, beispielsweise für den Fall, dass dein Auto Geräusche beim Fahren macht.

Nötig ist dafür ein kleines Gerät in der Größe einer Streichholzschachtel. Das wird ganz einfach und unauffällig in die OBD-Buchse gesteckt. Bist du Mitglied beim ADAC, verbindet sich dieser OBD-Dongle dann per Funknetz mit dem Lesegerät eines Pannenhelfers.

Geplant sind folgende Einsatzgebiete:

  • Ferndiagnose: Die drahtlose Datenübertragung ermöglicht es, Fehler schon in der Zentrale der Pannenhelfer zu erkennen. Passende Ersatzteile können dadurch direkt mitgebracht und vielleicht sogar schon vorab ein Kostenvoranschlag für Kfz-Reparaturen erstellt werden.
  • Fahrzeug finden: Die Smart-Connect-App soll auch dabei helfen, den genauen Fahrzeug-Standort zu identifizieren.
  • Vorwarnungen: Rein theoretisch könnte das System auch Defekte erkennen, die sich durch bestimmte Hinweise ankündigen. Beispielsweise eine niedrige Spannung oder zu wenig Öldruck. Auch die Wartungsintervalle könnten deutlich angezeigt werden.
  • Kontrollleuchten und Fehlercodes: Blinkt eine Warnleuchte, wissen viele nicht so richtig, welcher Fehler damit eigentlich angezeigt wird. Smart Connect erklärt zum einen verständlich, um welches Problem es sich handelt und gibt andererseits auch passende Handlungsempfehlungen.
  • Pannenhilfe durch Fernzugriff: In manchen Fällen muss der Pannendienst vielleicht gar nicht erst rausfahren. Ohne auf deinen Pannenhelfer oder eine Pannenhelferin warten zu müssen, könnte das eine oder andere Problem vielleicht sogar schon durch Fernzugriff behoben werden.

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