Abgasuntersuchung (AU)

Von Annalena B. 18 Oktober, 2023
4 minutes
Abgasuntersuchung

Die Abgasuntersuchung ist eine wichtige Voraussetzung für das Bestehen der Hauptuntersuchung: Sie stellt sicher, dass dein Fahrzeug die Umwelt nicht übermäßig mit seinen Abgasen belastet. Sie wird meistens gemeinsam mit der TÜV-Prüfung durchgeführt.

Hier findest du unter anderem die Antworten auf Fragen wie: „was ist eine AU?“, welche Kosten auf dich zukommen und was passiert, wenn du die Abgasuntersuchung nicht bestanden hast?

Abgasuntersuchung: Was ist eine AU?

Bei der AU wird gemessen, welche Schadstoffmenge dein Fahrzeug ausstößt. Dabei muss dein Auto die Abgasuntersuchung-Sollwerte mindestens einhalten – oder besser abschneiden. Überschreitet es die erlaubten Werte für Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff und Co., gilt die Abgasuntersuchung als nicht bestanden. Durch regelmäßige Untersuchungen und umweltbewusstes Fahren kannst du einen starken Beitrag für den Umweltschutz leisten.

Haupt- und Abgasuntersuchung: Was sind die Unterschiede?

Die Hauptuntersuchung (HU) wird umgangssprachlich auch als „die TÜV-Prüfung“ bezeichnet. Tatsächlich musst du aber keineswegs zum TÜV, sondern kannst die HU zum Beispiel auch bei Dekra oder GTÜ durchführen lassen. Dein Fahrzeug braucht eine erfolgreiche Abgasuntersuchung-Bescheinigung, um die Hauptuntersuchung zu bestehen. Das heißt im Klartext: ohne bestandene Abgasuntersuchung kein TÜV!

Abgasuntersuchung: Ab wann und wie oft muss mein Fahrzeug zur AU?

Die Kfz-Abgasuntersuchung musst du alle zwei Jahre durchführen lassen. Dabei spielt es keine Rolle, um welches Model es sich handelt, welche Schadstoffklasse, ob eine Feinstaubplakette vergeben wurde etc. Da dein Auto auch alle zwei Jahre zum TÜV muss und dafür eine Abgasuntersuchung notwendig ist, werden Haupt- und Abgasuntersuchung in den meisten Fällen gemeinsam durchgeführt.

Eine wichtige Ausnahme besteht jedoch beim Kauf eines Neuwagens: Nach der Erstzulassung wird die AU erst nach 36 Monaten fällig. Im Anschluss gilt jedoch das bekannte Intervall von zwei Jahren für die Untersuchungen

In diesem Kontext ist es wichtig, auch einen Blick auf deine Autoversicherung zu werfen. Mit dem Erwerb eines Neuwagens könnte es sinnvoll sein, eine neue Versicherung in Betracht zu ziehen. Aktuelle Tarife bieten nicht nur Schutz für dein Fahrzeug, sondern auch möglicherweise attraktivere Konditionen und individuelle Deckungsoptionen, die besser zu deinen Bedürfnissen passen.

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Oldtimer, Motorräder und Co.: Welche Fahrzeuge müssen (nicht) zur AU?

Fahrzeuge mit H-Kennzeichen sind nicht generell von der AU befreit. Nur Oldtimer mit einer Erstzulassung vor dem 1. Juli 1969 bei Benzinern und dem 1. Januar 1977 bei Diesel bleiben verschont. Die Erstzulassung kannst du zum Beispiel im Oldtimer-Gutachten nachschlagen.

Für Kleinkrafträder mit weniger als 50cm³ Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von weniger als 45 km/h musst du keine AU durchführen lassen. Andere Zweiräder, Trikes und Quads brauchen hingegen eine TÜV-Prüfung und dafür wiederum eine bestandene Motorrad-Abgasuntersuchung. Andere Fahrzeuge, wie zum Beispiel manche Wohnmobile, müssen sogar noch häufiger zur AU. Hier solltest du am besten die Vorgaben für den konkreten Fahrzeugtyp nachschlagen. 

Die Abgasuntersuchung (AU) in der Praxis

Alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor müssen regelmäßig zum TÜV. Bis auf wenige Ausnahmen (keine Abgasuntersuchung bei Oldtimern ab einem bestimmten Alter, Kleinkrafträder, reine Elektroautos) ist damit auch eine AU verbunden. Hybridautos benötigen ebenfalls beide Untersuchungen.

TÜV, Dekra oder Autowerkstatt: Wer darf die Abgasuntersuchung durchführen?

Es gibt verschiedene Einrichtungen, die eine AU durchführen dürfen. Der TÜV ist sicherlich der bekannteste Anbieter, aber auch eine Dekra Abgasuntersuchung ist gültig. Die GTÜ und einige Autowerkstätten bieten diese Leistung ebenfalls an. Im Zweifel solltest du einfach in einer Werkstatt (zum Beispiel dort, wo die Inspektion für dein Auto durchführst) nachfragen.

Sollwerte: Was wird im Rahmen der Abgasuntersuchung gemessen?

Im Rahmen der Messung wird eine Sonde im Auspuff deines Fahrzeugs platziert. Dann wird der Motor auf verschiedene Drehzahlen und Temperaturen gebracht und die Abgase analysiert. Gemessen werden unter anderem Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoff. Bei Benzinmotoren werden außerdem Stickoxide erfasst, bei Dieselmotoren sind hingegen vor allem die Rußpartikel von Bedeutung. Ein funktionierender Dieselpartikelfilter ist daher besonders wichtig.

Auch der CO₂-Ausstoß wird gemessen. Dieser Wert hat jedoch keine direkte Auswirkung auf die CO₂-Steuer, die für dein Auto fällig wird. Alle Ergebnisse werden zuletzt mit einer Datenbank abgeglichen – ist alles im grünen Bereich, gilt die AU als bestanden. Ist bei der Abgasuntersuchung zum Beispiel der CO-Wert zu hoch, ist dein Auto durchgefallen.

Abgasuntersuchung

Kosten für die Abgasuntersuchung (AU)

Die Abgasuntersuchungs-Kosten sind Teil der Hauptuntersuchungs-Kosten, da beide gemeinsam durchgeführt werden. Du musst für das Komplettpaket etwa 70 bis 100 Euro bereithalten. Hast du die AU bestanden und alle TÜV-Kriterien erfüllt, kannst du damit wieder zwei Jahre weiterfahren. Beim Motorrad-TÜV verhält es sich ähnlich, hier kommst du jedoch in der Regel mit 60 bis 80 Euro davon.

Gut zu wissen: Die Haupt- und Abgasuntersuchung sind steuerfrei, das heißt, es darf keine Umsatzsteuer erhoben werden. Hier kommt es gelegentlich zu Problemen, zum Beispiel, wenn eine Werkstatt sowohl eine AU als auch weitere (umsatzsteuerpflichtige) Arbeiten durchgeführt hat. Daher lohnt sich ein Blick auf die Rechnung und die Rückforderung des Betrags, wenn dieser fälschlicherweise verlangt wurde.  

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Abgasuntersuchung nicht bestanden oder überzogen – und nun?

Wann musst du eigentlich zum TÜV? Eine wichtige Frage für Autofahrende, da man den Zeitpunkt nicht verstreichen lassen sollte und Zeit und Geld dafür einplanen muss. Generell müssen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor alle zwei Jahre zur Prüfung. Dabei gilt für Haupt- und Abgasuntersuchung: ab wann sie fällig wird, kann sich durchaus ändern. Bei der Erstzulassung eines Neuwagens wird die Untersuchung erst nach drei Jahren fällig – danach alle zwei Jahre. Stand ein Auto hingegen längere Zeit still, muss eventuell zuerst der TÜV erneuert werden.

Was passiert bei nicht bestandener AU?

Ist der Schadstoffausstoß bei der AU zu hoch, muss die Ursache gefunden werden. Das kann durchaus teuer werden, da sich dafür eine Fachkraft in der Werkstatt auf die Suche begeben muss. Ohne bestandene Abgasuntersuchung ist außerdem keine erfolgreiche Hauptuntersuchung möglich. Umgekehrt kannst du jedoch zuerst eine AU absolvieren, bevor du zur eigentlichen TÜV-Prüfung fährst. Die Abgasuntersuchung hat eine Gültigkeit von zwei Monaten. 

AU-Termin überzogen: Folgen und Bußgelder

Den TÜV überziehen ist keine gute Idee – das Gleiche gilt auch für die AU, die zur Hauptuntersuchung gehört! Hier drohen empfindliche Strafen und sogar Punkte in Flensburg sind möglich. Sammeln sich diese, kann es sogar zum Führerscheinentzug kommen.

Besonders riskant: Ein abgelaufener TÜV wird nicht nur im Rahmen einer Polizeikontrolle offensichtlich; er ist auch von außen, an deinem Nummernschild erkennbar. Daher kann schon eine Parkschein-Kontrolle oder ein Hinweis von aufmerksamen Passantinnen oder Passanten zu einem Bußgeld führen. Folgende Kosten können dabei auf dich zukommen:

Überzogen Bußgeld Punkte
1 bis 2 Monate 15 Euro
3 bis 4 Monate 25 Euro
5 bis 7 Monate 60 Euro 1 Punkt
Mehr als 8 Monate 75 Euro 1 Punkt

 

Sowohl AU als auch HU werden immerhin nicht mehr rückdatiert. In der Vergangenheit wurde der Überziehungszeitraum einfach vom TÜV-Intervall abgezogen. Autofahrende mussten dann schon nach weniger als zwei Jahren erneut zur Prüfung. Heute wird die nächste Hauptuntersuchung immer nach 24 Monaten fällig. Auch, wenn du zuletzt den TÜV überzogen hast.

Die AU im Zuge des Abgasskandals

Der Abgasskandal hat viele Autofahrende stark verunsichert, da viele nun fürchten, die AU nicht zu bestehen. Die betroffenen Fahrzeugbesitzerinnen und Fahrzeugbesitzer wurden allerdings bereits 2016 im Rahmen einer Rückrufaktion kontaktiert. Für die Autos wurde ein Software-Update durchgeführt, sodass die jeweiligen Pkws jetzt regulär auf Schadstoffe getestet werden können.

Um zukünftige Betrügereien zu verhindern, müssen alle Fahrzeuge durch eine Sonde am Auspuff untersucht werden. In der Vergangenheit war auch ein schneller Check der On-Board-Diagnose (OBD) ausreichend. Dieses Schlupfloch ist inzwischen aber gestopft.

Nur, wer sich geweigert hat, das Update einzuspielen, könnte Probleme mit dem TÜV bekommen. Und natürlich können alle Fahrzeuge (egal, ob sie vom Abgasskandal betroffen waren oder nicht) jederzeit die Abgasuntersuchung zum Beispiel wegen eines Defektes nicht bestehen. Glücklicherweise kommt das eher selten vor – die meisten Fahrzeuge schaffen es problemlos durch die AU. 

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