CO2-Steuer

By Annalena B. July 28, 2023
4 minutes
Blase auf der CO2 Steuer steht, im Hintergrund liegt Geld

Spätestens seit der Friday-for-Future-Bewegung ist der Klimawandel in aller Munde. Auch die bundesdeutsche Regierung hat Maßnahmen eingeleitet, um den umweltschädlichen Kohlendioxidausstoß zu reduzieren – unter anderem durch die Einführung einer CO2-Steuer.

Was ist die CO2-Steuer?

Schon seit 2005 und noch bis 2026 müssen Kraftwerksbetreiber, Industriebetriebe oder auch Fluggesellschaften im Gegenzug für ihren Kohlendioxidausstoß Treibhausgas-Zertifikate erwerben. Mit diesem Emissionshandel kaufen sie sich gewissermaßen von der klimaschädlichen Verbrennung fossiler Rohstoffe frei.

2021 wurde auch für dich als Privatperson eine sogenannte Umweltsteuer eingerichtet. Eigentlich handelt es sich nicht wirklich um eine Steuer, sondern vielmehr um eine CO2-Abgabe. Doch im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff der CO2-Steuer verwendet, und eigentlich macht es auch keinen Unterschied. Denn das Ergebnis ist das gleiche. Seit Einführung der CO2-Steuer 2021 vor gut einem Jahr wirst du für die Nutzung von

  • Erdgas
  • Heizöl
  • Diesel
  • Benzin

zur Kasse gebeten.

Deutschland fördert mit der CO2-Steuer gleichzeitig energetische Haussanierungen oder den Kauf von Kraftfahrzeugen mit Elektromotor oder Brennstoffzellen. Jedoch gibt es noch nicht viele Gebrauchtwagen mit umweltfreundlichem Antrieb auf dem Markt. Kommt allerdings auch der Kauf eines neuen Wagens nicht in Betracht, betrifft dich die CO2-Steuer für Benzin und Co. weiterhin.

So hoch ist die CO2-Steuer

Du möchtest dein Budget planen und fragst dich, wie hoch die CO2-Steuer ist? Dann wirf zunächst einen Blick auf die Preise der Emissionszertifikate. Diese sind im Brennstoffemissionshandelsgesetz festgelegt. Die Erhöhung der CO2-Steuer ist jährlich bis 2025 um zunächst fünf und später zehn Euro pro Tonne CO2 vorgesehen. Die CO2-Abgabe für 2022 ist damit gegenüber 25 Euro pro Tonne im Jahr 2021 auf 30 Euro pro Tonne gestiegen. Hier noch einmal die Preise pro Tonne CO2 im Überblick:

  • 2023: 35 Euro
  • 2024: 45 Euro
  • 2025: 55 Euro

Hinweis: Im europaweiten Vergleich liegt der CO2-Preis in Deutschland in der Mitte. Am meisten zahlen derzeit die Schweden mit 125 Euro, in Lettland hingegen kostet eine Tonne CO2 aktuell 14 Euro.

Der Sommer ist die schönste Zeit, um unbekümmert Ausflüge mit dem Wagen zu unternehmen. Lassen wir also die steigenden Heizkosten erst einmal außen vor und betrachten die CO2-Steuer für Autos etwas genauer.

Was die gerade genannten Preise für dich bedeuten, hängt von deinem Kraftstoffverbrauch ab. Und ebenso, ob du einen Wagen mit oder ohne Feinstaubplakette fährst. Hier ein Beispiel der CO2-Steuer 2022 in Hinblick auf Benzin und Diesel:

  • Benzin: Emissionsmenge 2,4 kg/l: Bruttopreis 8,6 Cent
  • Diesel: Emissionsmenge 2,7 kg/l: Bruttopreis 9,6 Cent

Brutto deshalb, weil wie bei fast jeder anderen echten Steuer auch auf die Netto-CO2-Abgabe ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent anfällt.

Luftbild vom Regenwald, mittig ist ein See auf dem CO2 aus Bäumen steht

Auf diese Weise wird die CO2-Steuer erhoben

Der Anwendungsbereich für Treibhausgasemissionen ist im Brennstoffemissionshandelsgesetz geregelt. In der Emissionsberichterstattungsverordnung findest du die Werte zur Berechnung der Emissionsmengen und damit den CO2-Preis in Deutschland. Sie sind bis Ende 2022 für jeden Brennstoff separat festgeschrieben.

Auf welcher preislichen Grundlage ab dem kommenden Jahr die CO2-Steuer berechnet wird, steht noch nicht fest. In jedem Fall müssen Händler ihre Kosten anhand ihrer ausgestoßenen Kohlendioxidmenge selbstständig kalkulieren. Im Anschluss sind sie dazu verpflichtet, die entsprechende Anzahl an Emissionszertifikaten beim Umweltbundesamt zu erwerben.

Die Händler möchten aber nicht allein für die Kosten aufkommen. Bestellt deine Tankstelle beim Großhändler Benzin, muss dieser Emissionszertifikate kaufen. Die Kosten stellt er anteilig deiner Tankstelle in Rechnung, die diese wiederum mit einem erhöhten Benzinpreis an dich weitergibt.

Im Gegensatz zu „echten“ Steuern werden die Einnahmen der CO2-Besteuerung in Deutschland Bund und Ländern nicht zur freien Verfügung gestellt. Vielmehr sollen sie zur Entlastung der Bevölkerung beitragen, unter anderem durch

  • eine Senkung der EEG-Umlage auf den Strompreis
  • eine Erhöhung des Wohngeldes

CO2-Steuer und Kfz – deshalb sind einige Autos nun teurer

Einige neu zugelassene Kraftfahrzeuge müssen seit Anfang 2021 im Zusammenhang mit der Umweltabgabe eine besonders hohe Kfz CO2-Steuer entrichten. Diese CO2-Steuer für Autos betrifft in erster Linie SUV oder schnelle Wagen mit einem außergewöhnlich hohen Kohlendioxidausstoß. Dabei zahlst du bei einem Kohlendioxidausstoß von

  • 95 bis 115 Gramm pro gefahrenem Kilometer rund zwei Euro pro Gramm CO2/km
  • 116 bis 195 Gramm pro gefahrenem Kilometer rund vier Euro pro Gramm CO2/km

Der kontinuierlich ansteigende Steuersatz soll Fahrzeugbesitzer zum Verkauf der umweltschädlichen und dem Erwerb sparsamerer PKW bewegen.

  • Die Anhebung der CO2-Steuer betrifft ausschließlich neu zugelassene Kraftfahrzeuge
  • Die Wohnmobil Kfz-Steuer errechnet sich anhand des Gesamtgewichtes und der Schadstoffklasse

Möchtest du deine Kfz-Steuer berechnen oder wissen, ob du an deinen Gebrauchtwagen eine Feinstaubplakette anbringen kannst? Dann kannst du deinen Versicherer fragen. Oder du wirfst selbst einen Blick in deine Zulassungsbescheinigung Teil I. Denn die Kalkulation erfolgt anhand des Hubraums deines Wagens. Mit einem Benziner zahlst du pro angefangenen 100 cm³ Hubraum zwei Euro Kfz-Steuer mehr im Jahr.

Zapfhahn aus dem ein Baum kommt

Wie wirkt sich die CO2-Steuer auf die Spritkosten aus?

Mit Einführung der CO2-Steuer in Deutschland sind auch die Preise für Benzin und Diesel gestiegen. Derzeit zahlst du pro Liter Benzin einen CO2-Aufschlag von rund 1,5 Cent gegenüber 2021. Dazu kommt der identisch höhere CO2-Preis pro Liter Diesel. Von 2021 bis 2025 wird der Literpreis beider Kraftstoffe um jeweils rund neun Cent steigen.

Wie kannst du als Vielfahrer oder Vielfahrerin trotzdem sparen?

Deine letzte Hauptuntersuchung (HU) war kostspieliger als gedacht? Du hast zwar eine tolle und günstige Kfz-Versicherung, aber mit sukzessiven steigenden Benzinpreisen nicht gerechnet? Die CO2-Abgabe für dein Auto kannst du nicht umgehen. Aber trotzdem muss die CO2-Steuer für Diesel und Benzin dein Budget nicht stark belasten. Denn du hast verschiedene Möglichkeiten zu sparen:

  • Du arbeitest in einem Angestelltenverhältnis und fährst mit deinem Wagen zur Arbeit? Dann kannst du einen Jahresbetrag von bis zu 4500 Euro beziehungsweise eine Pendlerpauschale von 30 Cent pro Kilometer geltend machen. Zusätzlich kannst du den Betrag auch als Werbungskosten von der Kfz-Steuer absetzen.
  • Alternativ frag einfach deine Kollegen, ob sie Interesse an einer Fahrgemeinschaft haben. Wenn ihr immer abwechselnd ein Auto nehmt, könnt ihr euch das Benzin teilen und schont zusätzlich eure Wagen.
  • So gerne du auch mit deinem Auto unterwegs bist: Eine dritte Möglichkeit wäre es, ab und zu in die Bahn zu steigen – oder in ein Kraftfahrzeug mit umweltfreundlichem Antrieb.

Umweltfreundlicheres Auto

Hast du etwas gespart und Lust auf ein Kraftfahrzeug mit Elektro-, Hybrid- oder Brennstoffzellenantrieb? Dann kannst du dich zum Beispiel bei deiner nächsten TÜV Hauptuntersuchung nach Kosten und staatlichen Zuschüssen erkundigen. Auf jeden Fall zahlst du weniger Kfz-Steuer und kannst günstigen Strom oder Wasserstoff tanken.

Weitere Maßnahmen zum Spritsparen

Auch durch dein Fahrverhalten kannst du Kosten sparen:

  • Schalte rechtzeitig in den nächsthöheren Gang und möglichst spät wieder zurück
  • Fahre vorausschauend: Scharfes Bremsen verbraucht unnötig Energie und verschleißt vorschnell die Reifen
  • Nimm für kurze Strecken das Fahrrad
  • Schalte den Motor aus, wenn du für mehr als 20 Sekunden stehst
  • Nutze die Lüftung oder Klimaanlage nur im Notfall
  • Fahre keinen unnötigen Ballast mit im Wagen herum

Bildnachweis: Header ©AdobeStock_277831496, bluedesign ; Bild 1 ©AdobeStock_457142881, malp ; Bild 2 ©AdobeStock_493022305, m.mphoto

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