Taschendiebstahl: So kannst du dich schützen

By Julia Schäfer June 7, 2023
4 minutes

Taschendiebstahl ist eine häufige Form der Straßenkriminalität. In Menschenmengen ist es unter Umständen sehr einfach für die Täter:innen, ganze Taschen oder einzelne Gegenstände zu entwenden. Generell versteht man unter einem Taschendiebstahl das Stehlen von Gegenständen, die eng am Körper getragen werden. Aber wie kannst du deine Besitztümer am besten gegen den Zugriff der Kriminellen schützen?

Taschendiebstahl: Tricks der Taschendiebe

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du die gängigen Tricks beim Taschendiebstahl kennst. Nur dann kannst du gefährliche Situationen erkennen und vorbeugende Maßnahmen treffen. Grundsätzlich versuchen Täter:innen immer möglichst unbeobachtet an ihre Opfer oder deren Gegenstände herankommen.

Eine wirkungsvolle Strategie ist Ablenkung. Sie wird in unterschiedlichen Formen genutzt. Oftmals arbeiten zwei Verbrecher zusammen. Eine Person bietet einer Person mit Gepäck zum Beispiel an, beim Einsteigen in Bus oder Bahn zu helfen. In diesem Moment kann sich die zweite am Gepäck zu schaffen machen. Auch mit einem Stadtplan können die Diebe eine Ablenkung erzeugen. Der oder die Täter:in hält dir beispielsweise einen Stadtplan hin und fragt nach dem Weg. Durch die entstandene Ablenkung kann sich eine zweite Person unbemerkt an deinen Taschen zu schaffen machen. Eine weitere Variante wird häufig im Supermarkt angewendet. Hier fragen Täter:innen nach bestimmten Waren und lassen sich etwas erklären.

Auch Kinder können als Ablenkung eingesetzt werden. Beim Bettel-Trick nähert sich eine Person oder ein Kind dem Opfer. Dann bettelt es und umkreist das Opfer. Durch diese Ablenkung haben andere Personen die Möglichkeit, in deine Taschen zu greifen.

Andere Taschendiebe nutzen den Geldwechsel-Trick. Ein oder eine Täter:in sucht sich ein Opfer, das er oder sie darum bittet, Geld zu wechseln. Holst du in einem solchen Fall deinen Geldbeutel hervor, erfolgt eine geplante Ablenkung. Der oder die erste Täter:in kann nun schnell in dein Portemonnaie greifen.

Aber auch ein einzelner Täter oder eine Täterin kann Ablenkung als Trick nutzen. Eine weitere Variante ist die Beschmutzung von Kleidung. Das kann zum Beispiel durch Anrempeln passieren. Dabei schmiert die Person zum Beispiel Eis auf deine Kleidung oder verschüttet ein Getränk. Daraufhin erfolgen eine redegewandte Entschuldigung und ein Abwischen der Kleidung. In diesem Moment greifen Verbrecher:innen dann auch in deine Taschen.

Ein anderes erfolgversprechendes Element ist die körperliche Nähe in Form von Gedränge. Die Täter:innen können zum Beispiel Menschenmengen an gut besuchten Orten nutzen. In diesem Durcheinander rempeln die Täter:innen dich an und sorgen so für eine Ablenkung. Eine andere Variante ist der Rolltreppen-Trick. Hierbei steht eine Person vor dem Opfer und eine dahinter. Die vordere Person bleibt am Ende der Treppe plötzlich stehen. Die Dieb:innen wollen erreichen, dass du in sie hinein stolperst. Bist du abgelenkt, kann der oder die zweite Dieb:in in deine Taschen greifen. Manchmal wird die Rolltreppe von dem oder der ersten Täter:in über einen Nothalt gestoppt. Die ungewohnten Stufen sorgen für Ablenkung und Balance-Schwierigkeiten.

Ein künstlicher Stau wird zum Teil auch in anderen Situationen von den Täter:innen genutzt. Beim Ein- und Aussteigen in öffentliche Verkehrsmittel bleibt ein/e Taschendieb:in stehen und hält das Opfer damit auf. Der oder die zweite Dieb:in greift dann schnell in die Taschen.

Am einfachsten für die Taschendiebe sind unbeaufsichtigte Gegenstände. Das können zum Beispiel über Stühle gehängte Jacken sein. Aber auch ein Gegenstand, den du in einem Café auf den Tisch legst, kann schnell von Täter:innen eingesteckt werden.

Täter:innen können verschiedene Gegenstände nutzen, um ihre Hand beim Stehlen zu verdecken. Sie können sich als Bettler:in ausgeben und dann das Bettelschild als Sichtschutz nutzen, während du zum Beispiel nach Kleingeld suchst. Oder ein scheinbar taubstummer Spendensammler hält dir ein Klemmbrett vors Gesicht. In der entstandenen Deckung können Taschendieb:innen leicht zuschlagen.

In vielen Fällen sind sogar mehr als zwei Taschendieb:innen an der Aktion beteiligt. Oft sind es drei bis sechs Personen. Dabei werden vier verschiedene Aufgaben ausgeführt. Eine Person beobachtet die Situation und die Umgebung. Die Zweite lenkt ab, während die Dritte den eigentlichen Diebstahl durchführt. Eine vierte Person übernimmt dann das Diebesgut und verschwindet schnellstmöglich damit.

Taschendiebstahl

Gefahrensituation Taschenraub: Hier solltest du aufpassen

Es gibt eine Reihe von Situationen, in denen es häufiger zu einem Taschenraub oder Taschendiebstahl kommt. Die wichtigsten Elemente für einen erfolgreichen Taschendiebstahl sind körperliche Nähe und Ablenkung.

Enge kann zum Beispiel durch Menschenansammlungen entstehen. Du findest solche Situationen zum Beispiel in Bahnhöfen und an Haltestellen, in verschiedenen Verkehrsmitteln und in Kaufhäusern. Bei abendlichen Freizeitveranstaltungen wie Konzerten oder in Kinos, aber auch in Bars und Diskotheken finden Diebe vorteilhafte Situationen. Andere Beispiele sind Flaniermeilen, Rolltreppen und Sehenswürdigkeiten.

Verschiedene Möglichkeiten zur Herstellung von körperlicher Nähe gehören zu den Standard-Tricks von Taschendieben. Sei immer vorsichtig, wenn du in ein Gespräch verwickelt wirst oder unversehens angerempelt wirst.

Neben der bewussten Erzeugung von Ablenkung können Taschendieb:innen auch andere Einschränkungen ausnutzen. Dazu gehören körperliche und geistige Behinderungen, eine durch Alkohol eingeschränkte Wahrnehmung oder auch Müdigkeit.

Beispiel: Du warst auf einer Party und hast Alkohol konsumiert. Nun schläfst du in öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Weg nach Hause  ein. Ein oder mehrere Täter:innen setzen sich daneben. Dann ist der Griff in deine Tasche leicht. Unter den Punkt der Einschränkungen fallen auch Krankenhausaufenthalte. Es gibt immer wieder Dieb:innen, die bewusst in Patientenzimmer gehen, um Gegenstände zu stehlen. Eine ähnliche Gelegenheit bieten Mütter, die von ihren Kindern abgelenkt werden. In diesen Situationen kann ein Taschendieb schnell in die Handtaschen greifen. Besonders einfach ist es, wenn die Taschen am Kinderwagen hängen oder darin liegen. Auch im Einkaufswagen werden Handtaschen oft abgelegt.

Sei auch immer dann besonders vorsichtig, wenn du deine Aufmerksamkeit für eine gewisse Zeit von deinem Besitz abwenden musst. An Informationstafeln am Bahnhof oder an verschiedenen Haltestellen ist das unter anderem der Fall.

Nachdem wir die unangenehme Realität des Taschendiebstahls betrachtet haben, bei dem persönliche Gegenstände gestohlen werden, lenken wir nun unseren Blick auf eine Lösung zur finanziellen Absicherung gegen derartige Verluste – die Gegenstandsversicherung. Informiere dich hier:

Schutz gegen Taschendiebstahl

Wenn du dich gegen Taschendiebstahl schützen willst, ist es wichtig, über mögliche Gelegenheiten für die Täter:innen Bescheid zu wissen. Dann kannst du diese Situationen vermeiden oder besonders aufmerksam sein. Generell solltest du in Menschenmengen immer ein Auge auf deine Umgebung halten. Taschendieb:innen haben oft einen suchenden Blick, weil sie mögliche Gelegenheiten für einen Taschendiebstahl erkennen wollen.

Trage deine Wertsachen immer so, dass sie dir nicht so leicht gestohlen werden können. Dafür eignen sich verschließbare Innentaschen an deiner Kleidung besonders gut. Nimm immer nur das mit, was du auch wirklich brauchst. Taschendiebe können nur das stehlen, was du auch bei dir trägst.

Brustbeutel bieten eine ähnliche Sicherheit wie verschließbare Innentaschen. Diese Täschchen eignen sich gut für Kleinigkeiten und Karten. Auch die Anschaffung von Gürteltaschen kann sinnvoll sein. Die Wertsachen sollten darin am besten unter der Kleidung versteckt sein.

Taschen und Rucksäcke solltest du immer vor deinem Körper tragen. Dann können die Diebe sie weniger leicht öffnen. Denke auch daran, alle Taschen immer zu verschließen. Du kannst eine Tasche im engen Gedränge auch unter deinen Arm klemmen.

Lass deine Handtasche und deine Jacke nicht unbeaufsichtigt im Einkaufswagen liegen. Lass beides auch nicht so an einem Stuhl hängen, dass du die Gegenstände nicht im Blick hast. Wenn du durch ein Gespräch abgelenkt wirst, ist das eine ideale Gelegenheit für Taschendiebe.

Sei immer besonders vorsichtig, wenn dich fremde Leute anrempeln oder deine Kleidung beschmutzen. Lass dich möglichst nicht durch eine Kontaktaufnahme von Fremden von deiner Umgebung ablenken.

Diese Strafen drohen Taschenräubern

Taschendiebstahl ist eine Straftat. Leider können die Täter:innen nicht in jedem Fall erwischt werden. Ist das jedoch der Fall, drohen den Dieben Strafen. Diese sind im Strafgesetzbuch in Paragraf 242 festgelegt. Taschendiebstahl zieht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren nach sich. Auch der Versuch eines Taschendiebstahls ist schon strafbar.

Liegen Umstände vor, die sich aus dem einfachen Diebstahl zu Raub oder einer räuberischen Erpressung wenden, fallen auch die Strafen höher aus. Das ist der Fall, wenn es bei der Straftat zusätzlich zu Gewalt oder Drohungen gekommen ist. Bei einem Raub erhalten Täter:innen eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr.

Sind die Täter:innen unter 14 Jahren alt, ist die Bestrafung nicht möglich. Sie können nicht strafrechtlich belangt werden. Auch dürfen sie nicht für längere Zeit festgenommen werden. Vor allem in den Großstädten kamen solche Fälle in den letzten Jahren immer mal wieder vor. Allerdings ergaben polizeiliche Ermittlungen, dass die Kinder wahrscheinlich von erwachsenen Personen zum Taschendiebstahl angestiftet wurden. Es ist auch möglich, dass vermehrte Taschendiebstähle im Rahmen von Bandenkriminalität auftauchen.

Wann haftet die Versicherung?

Ein Taschendiebstahl gilt als einfacher Diebstahl. Damit wird der Schaden nicht von der Haftpflichtversicherung übernommen. Anders sieht das bei einem Raub aus. Wenn der Täter oder die Täterin Gewalt anwendet, um an die Gegenstände zu kommen, ist der Schaden ein Fall für die Hausratversicherung. Das gilt dann als schwerer Diebstahl.

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