Abgasnachbehandlung

Von Linda 31 Januar, 2024
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Die Abgasnachbehandlung spielt eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung schädlicher Emissionen aus Verbrennungsmotoren, insbesondere im Kontext von Diesel- und Ottomotoren. Mit fortschreitender Technologie und zunehmendem Umweltbewusstsein sind Abgasreinigungssysteme zu einem integralen Bestandteil moderner Fahrzeuge geworden. In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit verschiedenen Aspekten der Abgasnachbehandlung befassen, von den Grundlagen der Katalysatoren bis hin zu den Herausforderungen und Perspektiven in der Zukunft.

Wie funktioniert die Abgasnachbehandlung

Der Dreiwege-Katalysator, auch als Abgaskatalysator beim Ottomotor bekannt, spielt eine zentrale Rolle bei der Umwandlung schädlicher Abgase in weniger schädliche Bestandteile. Kohlenmonoxid (CO) wird zu Kohlendioxid (CO2) oxidiert, Kohlenwasserstoffe (HC) werden zu Wasser (H2O) und Kohlendioxid (CO2), und Stickoxide (NOX) werden zu Stickstoff (N2) reduziert. Dieselabgase enthalten darüber hinaus Rußpartikel, die durch den Einsatz von Dieselpartikelfiltern zurückgehalten werden. Diese Filter wirken gleichzeitig als Oxidationskatalysatoren, der die Oxidation von CO, HC und NO ermöglicht.

Ein Beispiel für eine Weiterentwicklung in der Abgasnachbehandlung ist der Rußpartikelfilter für Dieselfahrzeuge. Dieser Filter fängt Rußpartikel ein und agiert als Oxidationskatalysator, der bei Bedarf regeneriert wird. Die Regeneration erfolgt durch Erhitzen des Filters auf etwa 200 °C mithilfe von Heizelementen, wodurch die Rußteilchen verbrannt und der Filter gereinigt wird.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der SCR-Katalysator (Selective Catalytic Reduction), der bei Dieselfahrzeugen mit Oxidationskatalysator und Partikelfilter eingesetzt wird. Durch die Zugabe einer Harnstofflösung (AdBlue) wird Ammoniak erzeugt, das wiederum mit den Stickoxiden zu Wasser und Stickstoff reagiert.

Die Herausforderungen der Abgasnachbehandlung

Trotz der erheblichen Fortschritte in der Abgasnachbehandlung gibt es weiterhin Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung von Emissionsstandards. Der Dieselskandal hat die Schwächen in der Abgasreinigung von Fahrzeugen aufgedeckt, die oft unter Laborbedingungen optimiert wird. Im realen Straßenverkehr können jedoch höhere Emissionen auftreten, was zu einem Vertrauensverlust der Verbrauchenden und strengeren Regulierungen geführt hat. Seit Januar 2021 müssen Neufahrzeuge die strengste Euro-6d-Norm im realen Fahrbetrieb erfüllen, um solche Abweichungen zu minimieren und die Luftqualität zu verbessern.

Die SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction), die zur Reduktion von Stickoxiden eingesetzt wird, hat sich als effektive Methode erwiesen. Allerdings erfordert sie die Zugabe von Harnstofflösung, auch bekannt als AdBlue. Dies stellt eine zusätzliche Anforderung an die Fahrzeugnutzer dar, da sie regelmäßig den AdBlue-Tank nachfüllen müssen, um die Wirksamkeit der Abgasreinigung sicherzustellen. Die Akzeptanz dieser Technologie hängt somit auch von der Benutzerfreundlichkeit und Verfügbarkeit des AdBlue-Nachschubs ab.

Zudem könnten zukünftige Emissionsstandards noch höhere Anforderungen an die Abgasnachbehandlung stellen. Die Diskussion um verschärfte Grenzwerte betrifft nicht nur Stickoxide, sondern auch andere Schadstoffe wie Ammoniak (NH3) und Lachgas (N2O).

Die Diskussion um die Zukunft der Verbrennungsmotoren und die Rolle von Hybrid- und Elektroautos in der Mobilitätswende bleibt aktuell. Während die Abgasnachbehandlungstechnologien für Verbrennungsmotoren optimiert werden, gewinnen alternative Antriebsformen an Bedeutung.

Insgesamt steht die Automobilindustrie vor der Herausforderung, nachhaltige und effektive Lösungen für die Abgasnachbehandlung zu entwickeln, die nicht nur die aktuellen, sondern auch die zukünftigen Umweltanforderungen erfüllen. Die Förderung von umweltfreundlichen Technologien und die kontinuierliche Optimierung bestehender Systeme sind entscheidend, um einen positiven Beitrag zur Luftqualität und zum Umweltschutz zu leisten.

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Zukunftsausblick und umweltbewusstes Fahren

Die Abgasnachbehandlungstechnologien werden voraussichtlich weiterentwickelt, um den steigenden Umweltanforderungen gerecht zu werden. Die EU-Kommission plant, die Abgasnormen weiter zu verschärfen, möglicherweise mit Euro 7 ab 2025. Dieser regulatorische Druck könnte zu einer verstärkten Forschung und Entwicklung von noch effizienteren Abgasreinigungssystemen führen. Hersteller werden ermutigt, innovative Technologien zu entwickeln, die nicht nur die Emissionen weiter reduzieren, sondern auch den Realitätsbezug im Straßenverkehr verbessern.

Hybrid- und Elektroautos stellen eine vielversprechende Alternative für umweltbewusstes Fahren dar. Der Einsatz von Hybridautos kann in bestimmten Situationen wirtschaftlich sinnvoll sein, insbesondere in städtischen Gebieten mit häufigem Stop-and-Go-Verkehr, wo der Elektromotor seine Vorteile ausspielen kann.

Lese-Tipp:Wann lohnt sich ein Hybridauto?

Hybridfahrzeuge kombinieren einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor, was nicht nur den Kraftstoffverbrauch reduziert, sondern auch die Emissionen minimieren kann. Die intelligente Steuerung des Antriebssystems ermöglicht es, den Elektromotor in städtischen Umgebungen oder bei niedrigeren Geschwindigkeiten zu nutzen, während der Verbrennungsmotor auf der Autobahn effizienter arbeitet. Diese Flexibilität trägt dazu bei, die Umweltauswirkungen von Fahrzeugen zu minimieren und gleichzeitig die Reichweitenanforderungen zu erfüllen.

Die Förderung für Hybrid- und Elektroautos spielt eine entscheidende Rolle bei der Marktdurchdringung dieser umweltfreundlichen Fahrzeuge. Regierungen und Organisationen bieten oft finanzielle Anreize, um den Kauf von Hybrid- und Elektroautos zu fördern. Subventionen, Steuervergünstigungen und andere Anreizprogramme können erhebliche Kosteneinsparungen für die Verbraucher bedeuten, was den Umstieg auf nachhaltige Mobilität attraktiver macht. Eine gut koordinierte Förderpolitik ist somit essenziell, um die Akzeptanz dieser Technologien zu steigern und den Übergang zu umweltfreundlicheren Transportmitteln zu beschleunigen.

Bildnachweise:
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