Ab wann gibt es Winterdiesel?

Von Linda 4 Oktober, 2023
4 minutes
winterdiesel

Draußen ist es bitterkalt. Du musst zur Arbeit. Mit eisigen Fingern kratzt du die Scheiben deines Wagens frei, springst rein, schnallst dich an, drehst den Zündschlüssel und – nichts. Das Auto orgelt nur vor sich hin. Dann kann es sein, dass dein Diesel im Tank und in den Leitungen einfach zu kalt geworden ist. Was du jetzt tun kannst und wie du ein solches Malheur in Zukunft verhinderst, erklären wir dir mit den folgenden Antworten zum Thema Winterdiesel.

Lies auch unseren Beitrag zum Thema: „Vorglühen beim Diesel – Alle Infos im Überblick!“

Was ist Winterdiesel?

Fallen die Temperaturen, kann es schnell zu Zündproblemen kommen. Der Grund ist das sogenannte versulzen des Kraftstoffs.

Das Paraffin im Diesel kann schon bei Temperaturen ab 0 Grad Celsius beginnen zu flocken. Die Partikel können sich dann im Kraftstoffsystem sammeln und den Kraftstofffilter verstopfen. In diesem Beitrag erfährst du alles über Dieselpartikelfilter.

Wenn es richtig kalt ist, kann dieses Ausflocken sogar dazu führen, dass ein Dieselmotor während der Fahrt einfach ausgeht. Daran erkennst du auch den Unterschied zwischen Diesel und Benzin. Denn Benzin hat einen Gefrierpunkt von minus 45 Grad Celsius. Wir haben den entsprechenden Beitrag für dich, wenn du wissen möchtest, ob sich eher ein Diesel oder Benziner lohnt.

Winterdiesel enthält Zusätze, die das Ausflocken des Paraffins verhindern. Beim Tanken im Winter bekommst du gar nicht mit, dass du einen anderen Diesel als üblich tankst. Denn diese Additive werden dem Kraftstoff bereits in der Raffinerie zugeführt.

Die Hersteller geben an, dass der Winterdiesel den Motor auch bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad sicher starten lässt. Im Fachjargon wird beim Winterdiesel der sogenannte CFPP-Wert angegeben.

Das Kürzel stammt aus dem Englischen und heißt „Cold Filter Plugging Point“, also eigentlich „Verstopfungspunkt des Kaltfilters“. Gemeint ist damit die Filtrierbarkeitsgrenze von Winterdiesel, der in Deutschland zur Klasse F gehört und einen CFFP-Wert von minus 20 Grad hat.

Bei ADAC-Tests kam allerdings heraus, dass man diese Angaben durchaus kritisch betrachten darf. Einige Dieselfahrzeuge kamen mit dem Winterdiesel weniger gut zurecht als erwartet. Trotz der beigemengten Additive kann auch dieser besondere Sprit teilweise schon ab minus 7 Grad ausflocken.

Als Grund geben die Tester an, dass die Winterfestigkeit des Diesels unter Laborbedingungen geprüft wird. In der Realität stehen die Fahrzeuge meist stundenlang, oft sogar über einige Tage draußen in der Kälte. Zeit genug für die Paraffinkristalle, die Leitungen zu verstopfen.

Winterdiesel kann bei falscher Anwendung zu unerwarteten Motorschäden führen und hohe Reparaturkosten verursachen. Unsere Reparaturkostenversicherung bietet dir den Schutz, den du benötigst, um diese unerwarteten Kosten zu decken.

Warum du Winterdiesel brauchst

Trotz einiger Zweifel kann Winterdiesel deinen Wagen im Allgemeinen vor Zündproblemen im Winter schützen. Das liegt zum einen daran, dass in den Raffinerien dem Diesel von vornherein weniger Paraffine beigemengt werden. Und zum anderen werden spezielle Fließverbesserer untergemischt.

Du solltest also rechtzeitig tanken, um im Winter Zündprobleme zu verhindern!

Sagen die Wetteraussichten einen Kälteeinbruch voraus, solltest du gewappnet sein. Das heißt, dass dein Tank dann im günstigsten Fall so gut wie leer ist. Dann kannst du zwischen bestimmten Daten ganz einfach mit Winterdiesel volltanken. Die Tankstellen sind verpflichtet, dieses besondere Gemisch im Winter auszugeben, ohne die Verbraucher:innen gesondert darauf aufmerksam machen zu müssen.

Übrigens: Winterdiesel kostet nicht mehr als normaler Kraftstoff!

Bist du dir unsicher, was du tanken musst, haben wir die passenden Beiträge für dich: Auto richtig tanken – Was soll man beim Tanken beachten? und Falsch getankt – Was muss ich jetzt tun?

Was kannst du tun, wenn du noch einen Rest Sommerdiesel im Tank hast?

Handelt es sich nur um eine wirklich kleine Menge, kannst du erst mal den Winterdiesel zutanken. Ist der Tank hingegen noch fast voll, kannst du dir überlegen, ob du den Diesel abpumpen lässt und sicher einlagerst. Jedenfalls solltest du den Winterdiesel nicht mit zu viel normalem Treibstoff vermengen. Sonst „verwässert“ er und verliert seine besonderen Eigenschaften.

Ab wann gibt es Winterdiesel an Tankstellen?

Vom 16. November bis zum 28. Februar rüsten die Tankstellen ihre Zapfsäulen mit Winterdiesel auf. Um einen störungsfreien Betrieb von Dieselmotoren zu ermöglichen, gibt es im Herbst und im Frühjahr aber auch noch den sogenannten Übergangsdiesel. Dessen CFPP-Wert liegt bei minus 10 Grad Celsius. Verkauft wird er in der Regel vom 1. Oktober bis 15. November und vom 1. März bis 14. April. Möchtest du kraftstoffeffizient fahren, haben wir ebenfalls den passenden Beitrag für dich.

Bildnachweise: Headerbild ©AdobeStock_257037722 ; burak

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