Autobatterie: Die Starterbatterie beim Kfz

Von Julia Schäfer 2 Oktober, 2023
4 minutes

Die Autobatterie ist das Herz des Autos und versorgt es mit elektrischer Energie. Wer seine Autobatterie wechseln muss, stößt schnell auf mehrere Kfz-Batterien diverser Arten und in verschiedenen Preiskategorien.

Wir erklären in diesem Beitrag alles rund um die Autobatterie: von ihren Aufgaben und Funktionen bis hin zur richtigen Lagerung und Pflege.

Die Autobatterie: Starthilfe und Energielieferant

Die Autobatterie steht vor neuen Herausforderungen. Denn es gibt immer mehr Antriebssysteme für Hybrid- oder Elektroautos auf dem heutigen Markt.

Aufgaben von Kfz-Batterien

Wer eine Autobatterie kaufen oder laden möchte, sollte sich mit den Aufgaben der Batterie befassen. Die Hauptaufgabe der Batterie ist das Speichern von Energie. Auf diese Weise können alle elektrischen Bestandteile des Autosystems mit Spannung versorgt werden. Dazu gehören zum Beispiel die Klimaanlage oder die Sitzheizungen. Die Batterie gilt damit sowohl als Starthilfe als auch als Energielieferant. Dies gilt insbesondere für moderne Elektroautos.

Aufbau und Funktionsweise einer Autobatterie

Die Elektroauto-Batterie besteht meist aus einer Mischung von Blei und Schwefelsäure. Kommen diese zwei Materialien miteinander in Berührung, findet eine chemische Reaktion statt. Man spricht hierbei von der negativen Masse (Blei) sowie der positiven Masse (Bleidioxid).

Wie auch im menschlichen Körper wird die kleinste Einheit der Batterie als „Zelle” bezeichnet. Sie enthält die positiven und negativen Platten, die durch Isolatoren (oder: Separatoren) getrennt werden. Die Schwefelsäure füllt die kleinen Hohlräume in den Platten und Separatoren und die Reaktion führt zur Energiegewinnung und -speicherung. Die Kapazität der Zelle steigt durch die Anzahl der Platten. Das bedeutet: Je mehr Platten vorhanden sind, desto mehr Energie kann die Autobatterie speichern.

Blei, Lithium oder AGM: Diese Batterietypen gibt es

Es gibt verschiedene Batterietypen, die du etwa von deiner Partnerwerkstatt beziehen kannst. Dabei solltest du vor allem auf das Automodell achten. Bringt es ein Start-Stopp-System mit sich, solltest du eine AGM-Batterie kaufen. Alternativ kann es auch eine EFB-Batterie sein. Für alle anderen Modelle des Elektroautos reicht in der Regel eine normale Autobatterie. Diese werden in verschiedenen Preiskategorien und Arten angeboten.

Blei-Akku (Standard)

Der Blei-Akku ist der Standard-Akku unter den Kfz-Batterien. Der preisliche Rahmen ist sehr breit und du kannst eine Autobatterie mit 60Ah, 80Ah oder 100Ah finden. Der Preis für eine Batterie mit 80Ah liegt bei rund 80 Euro. Die Blei-Batterie kannst du als Starterbatterie für Elektroautos oder Hybridautos ohne Start-Stopp-Funktion einsetzen.

Vorteile:

  • Preisgünstig
  • Lange Lebensdauer der Autobatterie
  • Geringe Energiedichte

Nachteile:

  • Hohe Selbstentladung
  • Hohes Gewicht

Blei-Gel-Akku

Im Gegensatz zu einer normalen Autobatterie gibt es beim Blei-Gel-Akku Kieselsäure, mit der die Batteriesäure eingedickt wird. Durch die gelartige Substanz steigt die Sicherheit des Akkus, denn es führt weniger zum Auslaufen der Flüssigkeit. Der Akku besitzt zudem einen höheren Anteil Blei als der Standard-Akku. Ein großer Vorteil ist, dass der Blei-Gel-Akku wartungsfrei ist.

Vorteile:

  • Wartungsfrei
  • Läuft nicht aus
  • Optimale Stromversorgung (auch bei hohen Temperaturen)
  • Geringer Verschleiß der Elektroden

Nachteile:

  • Geringere Energiedichte
  • Mögliche Selbstentladung
  • Höheres Gewicht
  • Begrenzte Lebensdauer

EFB-Batterie

Die Abkürzung „EFB” steht für den englischen Begriff „Enhanced Flooded Battery” (verbesserte geflutete Batterie). Die EFB-Batterie liegt in einem günstigen Kostenrahmen. Das Besondere an diesen Batterien sind die mit Polyester beschichteten positiven Platten. Auf diese Weise erhält die Batterie einen besonders guten Halt und Standfestigkeit. Dies führt dazu, dass die Lebensdauer und Zyklenfestigkeit der Zellen höher ist. Die EFB-Batterie ist vor allem für Autos mit Start-Stopp-Technologie gedacht. Ihr Preis liegt bei 120 Euro (80Ah).

Vorteile:

  • Für Start-Stopp-System
  • Leistungsstärker als Standard-Akkus
  • Längere Lebensdauer

Nachteile:

  • Schnelle Selbstentladung
  • Geringe Energiedichte

AGM-Batterie

Mit der AGM-Batterie („Absorbent Glass Mat”) erhalten Fahrzeughalter eine hochwertige Autobatterie. Grund für den höheren Preis und die hohe Qualität sind die Glasfasermatten zwischen den Bleiplatten. Die Batterie ist für das Elektroauto mit Start-Stopp-System geeignet und der Preis liegt bei 160 Euro (80Ah). Moderne AGM-Batterien sind bei vielen Fahrzeughaltern beliebt. Dies liegt vor allem an der Rüttelfestigkeit, bei der auch die Leistung nicht zu Schaden kommt.

Die AGM-Technologie zeichnet sich dadurch aus, dass die absorptionsfähigen Glasfasern die Schwefelsäure binden. So kommt es zu keiner Schichtung von Säure und die hohe Kapazität bleibt erhalten. Darüber hinaus bringt diese Batterie einen hohen Kaltstartstrom sowie eine gute Zyklenfestigkeit mit sich. Das bedeutet, dass die Batterie problemlos auf- und entladen werden kann.

Vorteile:

  • Klein und kompakt
  • Geringe Selbstentladung
  • Auslaufen der Flüssigkeit unmöglich
  • Unempfindlich bei einer Tiefentladung
  • Höhere Lebensdauer

Nachteile:

  • Aufwendige Technik zum Laden
  • Hitzeempfindlich

Lithium-Batterie

Die Lithium-Batterie bringt viele Vorteile mit sich und ist der Spitzenreiter unter den Autobatterien. Dafür bringt sie auch einen hohen Preis mit sich (ab 500 Euro). Du findest diese Art der Autobatterie zum Beispiel in einem Rennwagen. Zum Laden solltest du ein Autobatterie-Ladegerät verwenden, das du an die übliche Haushaltssteckdose anschließen kannst. So kannst du den Akku schonen und lange Freude an ihm haben.

Vorteile:

  • Geringes Gewicht
  • Nicht brennbar
  • Auslaufsicher
  • Über 2.000 vollständige Ladezyklen

Nachteile:

  • Hoher Preis
  • Hoher Pflegeaufwand (besonders im Winter)

Autobatterie wechseln: Darauf kommt es an

Möchtest du die Autobatterie wechseln, solltest du auf die geeignete Montierung des Akkus achten. Besonders alte Batterien solltest du zur passenden Zeit austauschen, um eine Gasung zu verhindern. Bevor du die alte Autobatterie abklemmst, solltest du alles abschalten. Damit kein Kurzschluss entsteht, solltest du mit dem Massekabel beginnen.

Die richtige Autobatterie kaufen

Ein Blick in das Bordbuch verrät, welche Batterie in dein Auto passt. Dabei sind es vor allem die folgenden Faktoren, auf die du achten solltest:

  • Kapazität (Amperestunden/Ah)
  • Maße
  • Pluspol-Lage (rechts/links)
  • Typennummer (ETN)

Eine weitere Möglichkeit: Gib die Typschlüsselnummer an den Fachhandel weiter und du erhältst alle relevanten Details. Mit den Blei-Akkus kannst du in der Regel nichts falsch machen und sie passen in alle Autos. Für ein Elektroauto mit Start-Stopp-System hingegen solltest du eine AGM-Batterie oder ein EFB-Akku verwenden.

Autobatterie tauschen

Ein Werkstattbesuch bietet sich dann an, wenn du eine schnelle Entladung des Akkus feststellst. Am besten lässt du dieses Problem direkt durch einen Kfz-Mechatroniker prüfen. Dann geht es an den Ausbau der alten Batterie und den Einbau der Neuen. Es ist zu empfehlen, dies direkt von deiner Partnerwerkstatt durchführen zu lassen. Die moderne Technik von heute ist sehr komplex und enthält viele elektronische Bestandteile (wie z.B. das Fahrassistenzsystem).

Umweltschutz: Autobatterie fachgerecht entsorgen

Seit 2009 gibt es das neue Batteriegesetz (BattG) der EU. Ein Teil dieses Gesetzes gibt vor, wie Autobatterien entsorgt werden sollen. Für dich als Verbraucher ist es wichtig zu wissen, wo du die Autobatterie entsorgen kannst. Dazu kannst du zum einen das Handbuch des Herstellers prüfen und sehen, welche Metalle enthalten sind. Du kannst die Batterie entweder zum Wertstoffhof bringen oder beim Kauf einer neuen Batterie zurückgeben.

Lebensdauer: Wie lange hält eine Autobatterie?

Bemerkst du eine schnelle Entladung, solltest du dich am besten an eine Werkstatt wenden. Wenn du dich mit dem Ein- und Ausbau auskennst, kannst du diesen Vorgang auch selbst durchführen. Ein weiteres Indiz für einen schlappen Akku sind die Scheinwerfer, die beim Einschalten flackern oder dunkler als gewöhnlich sind.

Durch die richtige Pflege und einen schonenden Ladevorgang kannst du den Akku deines Elektroautos schonen. Das verlängert die Lebensdauer des Akkus deutlich.

Autobatterie laden: So geht’s

Zunächst solltest du darauf achten, dass der Raum eine gute Belüftung besitzt. Verbinde nun den Pluspol des Akkus mit dem Plus-Ausgang und den Minuspol mit dem Minus-Ausgang des Ladegerätes. Das Gerät kann nun eingeschaltet werden. Kommt es zu einer erhöhten Temperatur der Säure von über 55 Grad Celsius, solltest du das Ladegerät ausschalten. Du erkennst einen vollen Akku daran, dass die Ladespannung und Säuredichte gleichbleiben. Den Ladezustand sowie den Ladevorgang solltest du stets prüfen.

Lagerung und Pflege

Es gibt Batterien, die wartungsfrei sind. Trotzdem solltest du sie regelmäßig reinigen. Dies gilt insbesondere für die Oxidschicht an den Polen. Im Falle eines Nichtgebrauchs solltest du die Batterie kühl und trocken lagern. Bleibt sie im Elektroauto, kannst du die Batterie an der Minusklemme abklemmen. Belaste die Batterie nicht durch unnötiges Erhitzen. Je öfter die Autobatterie entladen wird, umso schneller verkürzt sich die Lebensdauer.

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