Karosserie-Reparatur: Kosten & Abwicklung 

Von Julia Schäfer 12 Juni, 2023
4 minutes

Die Karosserie deines Autos ist das, was mitunter am meisten in Mitleidenschaft gezogen wird. Wind und Wetter, Sonne, Staub, Hagel und Steinschlag machen der Außenhülle deines Wagens Tag für Tag zu schaffen. Und so ziemlich jedem ist auch schon mal der eine oder andere Parkrempler passiert. Vielleicht sogar ein echter Zusammenstoß mit einem anderen Auto oder einer Gartenmauer. Dann gibt’s im günstigsten Fall „nur“ einen Lackschaden am Auto. Mit Pech muss der Wagen in die Werkstatt. Aber längst nicht jede ist dann auch auf die Reparatur von Kratzern, Beulen oder sogar Rissen in der Karosserie spezialisiert. Wir zeigen dir, wobei es bei der Wahl der richtigen Karosserie-Werkstatt ankommt.

Karosserieschaden: Was nun?

Die Karosserie ist die Außenhülle deines Autos. Sie setzt sich bei den verschiedenen Autotypen mal aus mehr, mal aus weniger Teilen zusammen. Diese sind aber alle mit dem Grundgerüst des Wagens verbunden.

Einige Beispiele:

  • Fahrzeugrahmen
  • Heckverkleidung
  • Frontverkleidung, wozu auch die Motorhaube gehört
  • Kotflügel
  • Seitenwände inklusive der Autotüren
  • Stoßfänger
  • Spoiler beim Auto
  • A-, B- und C-Säulen
  • Autodach
  • Heckklappe

Du siehst also: Das sind jede Menge Teile, die kaputtgehen oder beschädigt werden können.

Die Vielfalt an Komponenten macht es deutlich: Karosserieschäden können in unterschiedlichem Ausmaß auftreten. Hier kommt die Reparaturkostenversicherung ins Spiel. Mit einer professionellen Versicherung kannst du sicherstellen, dass du im Falle von Karosserieschäden optimal abgesichert bist.

Die Reparaturkostenversicherung bietet einen umfassenden Schutz vor den finanziellen Belastungen, die durch die Instandsetzung der Karosserie entstehen können. Egal, ob es sich um kleinere Dellen oder um umfangreichere Schäden handelt, die Versicherung kann dazu beitragen, die Reparaturkosten zu decken und somit deine finanzielle Sicherheit zu gewährleisten.

So kannst du dich darauf verlassen, dass dein Auto nach einem Karosserieschaden wieder in einwandfreiem Zustand ist, ohne dass du dich um hohe Kosten sorgen musst.

Am häufigsten trifft es die Karosserie nach einem Auffahrunfall. Dann ist ein Front- oder Heckschaden kaum zu vermeiden.

Seitenschäden an der Karosserie können zudem beim Ein- und Ausparken in einer engen Parklücke entstehen. Das ist dann zwar „nur“ ein Bagatellschaden am Auto lässt du diesen aber nicht so schnell wie möglich ausbessern, kann er zu einem echten Problem werden.

Es ist jedoch auch möglich, dass das Auto beschädigt wird, ohne dass es in Bewegung ist. Das Abstellen des Wagens unter einem Baum kann bereits ausreichen, um Schäden an der Karosserie zu verursachen. Herunterfallende Äste oder Früchte können den Lack oder die Karosserie beschädigen.

Zusätzlich können Bagatellschäden zum Beispiel an Autofelgen auftreten, die jedoch in der Regel weniger schwerwiegend sind. Dementsprechend können sie auch leichter repariert werden. Das passiert schon ruck, zuck, wenn du zum Beispiel einen Bordstein beim Einparken streifst.

Wichtig ist auf alle Fälle, regelmäßig eine Inspektion am Auto vom Fachpersonal durchführen zu lassen, um Schäden rechtzeitig zu erkennen und zu beheben. So verhinderst du Reparaturen, die hinterher um ein Vielfaches teuer sind.

Werkstatt oder DIY: Wohin für die Karosserie-Reparatur?

Gibt es beispielsweise einen Unfallschaden an der Karosserie, kommt es auf die Schwere der „Verletzung“ an.

Sind Türen, Kotflügel, Motorhaube oder Stoßstange nur geringfügig beschädigt, kannst du selbst Hand anlegen. Leichte Beulen lassen sich mit etwas Übung schnell „rausziehen“. Danach müssen die betroffenen Stellen nicht selten gespachtelt und neu lackiert werden. Sonst droht, dass sich Rost durch die feinen Risse im Lack festsetzt.

Größere Beschädigungen lässt du besser in einer Autowerkstatt oder einer speziellen Karosseriewerkstatt beheben. Oft ist es nämlich günstiger und vor allem schneller, wenn komplette Karosserieteile einfach ersetzt werden.

Mit etwas Geschick und Know-how kannst du bestimmte Reparaturen an deinem Auto aber durchaus selbst vornehmen. Für das eine oder andere brauchst du zwar spezielles Werkzeug. Aber das findet sich bei dir als geübtem Schrauber oder Schrauberin sicher in der Garage.

Zu den Reparaturen – nicht nur an der Karosserie –, die du selbst erledigen kannst, gehören zum Beispiel:

  • Kratzer im Lack: Findest du kleine Lackschäden durch Steinschlag oder Kratzer in deiner Karosserie, kannst du das selbst in Angriff nehmen. Am einfachsten geht’s mit Tupflack, etwa aus speziellen Lackstiften. Mit dem entfernst du Rost und versiegelst die schadhafte Stelle gleichzeitig in der passenden Farbe. Bist du richtig geschickt, kannst du sogar größere Lackschäden mit der Spraydose selbst bearbeiten. Vorsicht ist allerdings bei Speziallackierungen wie zum Beispiel Metallic-Farbe angesagt.
  • Reifenwechsel: Mit einigen wenigen Grundkenntnissen kannst du den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt selbst erledigen. Dabei arbeitest du am besten mit einem Drehmomentschlüssel. Und vibriert das Lenkrad nach dem Wechsel, müssen die Reifen in der Werkstatt ausgewuchtet werden.
  • Ölwechsel: Theoretisch ein Kinderspiel – praktisch gar nicht so einfach! Du wirst dazu eine Hebebühne brauchen. Außerdem musst du sicher sein, welches Spezialöl dein Wagen unter Umständen benötigt. Auch die Entsorgung des Altöls muss natürlich fachgerecht durchgeführt werden. Und daran denken: Frisches Motoröl braucht auch einen frischen Ölfilter!
  • Luftfilter austauschen: Saubere Luftfilter lassen dein Auto sparsamer und umweltfreundlicher fahren. Wenn du den Luftfilter wechselst, denk auch daran, dass es je nach Modell einen zweiten für die Innenraumluft gibt. Auch der will hin und wieder ausgetauscht werden.
  • Zündkerzen wechseln: Je nach Automodell solltest du nach ungefähr 40.000 Kilometern die alten Zündkerzen gegen neue austauschen. Mit etwas Geschick und einem sogenannten Kerzenschlüssel ist das kein echtes Problem. Was du auf keinen Fall währenddessen tun darfst: Die Zündung einschalten! Die Spannung, die der Wagen aufbaut, kann lebensgefährlich sein!
  • Lampen: Normale Blinker- oder Standlichtbirnen lassen sich relativ einfach wechseln. Empfehlenswert ist dann allerdings, in der Werkstatt die Scheinwerfer-Einstellung nochmals prüfen zu lassen. Hat dein Auto aber ein Xenon-Licht, solltest du die Finger davon lassen. Denn hier kommt es zu elektrischen Spannungen von bis zu 50.000 Volt!

Andere Arbeiten an der Karosserie oder deinem Wagen selbst solltest du unbedingt den Fachleuten in der Autowerkstatt überlassen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Riemen: Nebenaggregate wie Generator, Servolenkungspumpe oder Klima-Kompressor werden in modernen Autos von Flachriemen angetrieben. Diese haben eine aufwändige und komplizierte Führung, sodass hier am besten Fachmänner oder Fachfrauen ans Werk gehen sollten. Auch der Wechsel des Zahnriemen sollte nicht in Eigenregie vorgenommen werden. Werden die Nockenwellen nicht korrekt in der Grundeinstellung ausgerichtet oder machst du einen Fehler beim Spannen des Riemens, kann das deinen Motor unwiderruflich zerstören.
  • Auspuff: Ohne Hebebühne geht hier gar nichts! Festsitzende Schellen, Rost und sperrige Teile werden dir aber auch dann noch das Leben unnötig schwer machen.
  • Bremsen, Lenkung, Radaufhängungen: Diese lebenswichtigen Funktionen deines Fahrzeugs solltest du unbedingt ausnahmslos in fachkundige Hände geben. Die Mechaniker und Mechanikerinnen in der Werkstatt sind dafür ausgebildet und wissen genau, was bei diesen sensiblen Bereichen zu beachten ist.
  • Schweißarbeiten: Findest du Roststellen an der Karosserie deines Autos – fang am besten gar nicht erst an, selbst daran herumzudoktern. Am Ende kannst du mit einem Schweißgerät mehr Schaden anrichten, als du je wieder gutmachen kannst.

Soviel kostet eine Karosserie-Reparatur

Die Reparatur von Karosserieschäden kann ein komplexes Verfahren sein. Der Preis, den du zu zahlen hast, wird von vielen Faktoren beeinflusst.

So variieren die Kosten beispielsweise je nachdem, welcher Teil des Fahrzeugs betroffen ist und wie stark der Schaden ist. Aber auch die Materialien, aus denen die Karosserie besteht, sowie die Qualität der verwendeten Lacke und Ersatzteile spielen eine Rolle.

Darüber hinaus beeinflusst die Komplexität der Reparaturmethode den Preis. Jede Werkstatt hat ihre eigene Vorgehensweise bei der Reparatur von Karosserieschäden, und es gibt unterschiedliche Methoden je nach Art des Fahrzeugs.

Letztendlich ist es wichtig, eine Werkstatt zu finden, die hochwertige Arbeit zu einem angemessenen Preis leistet. Bist du dir unsicher, lass dir vorab einen Kostenvoranschlag zukommen.

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