Gesundheitsfragen

Von Erik Lehnert 30 Oktober, 2023
5 Minuten
Gesundheitsprüfung

Beim Abschluss mancher Versicherungsverträge sind Gesundheitsfragen zu beantworten. Vielleicht fragst du dich, wie du diese am besten beantwortest oder wo du alle benötigten Informationen herbekommst. Wir zeigen dir im Folgenden, wie du Einblick in deine Krankenakte erhältst. Und erklären dir, wie du Fehler vermeidest.

Was sind Gesundheitsfragen bei der Versicherung?

Bei den Gesundheitsfragen handelt es sich um einen Fragebogen, der sich detailliert zu deiner Gesundheitshistorie erkundigt. Diese Fragen müssen alle beantworten, die eine Personenversicherung abschließen möchten. Die Gesundheitsangaben sind die Entscheidungsgrundlage, ob Versicherungen dich versichern mit Einschränkungen oder eventuell ablehnen.

Die Gesundheitsfragen beziehen sich auf Vorerkrankungen, chronische Beschwerden, die Einnahme von Medikamenten sowie zurückliegende und bevorstehende Behandlungen.

Warum stellen Versicherungen Gesundheitsfragen?

Durch die Gesundheitsfragen können die Versicherungen einschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass du beispielsweise eine Berufsunfähigkeit erleidest. Sie ermitteln ebenso, ob ein erhöhtes Sterberisiko besteht oder höhere Krankenleistungen zu erbringen sind. Letzteres trifft etwa auf chronisch Kranke zu.

Der Umfang des Fragebogens hängt von der gewünschten Versicherung ab. Je mehr und je höhere Leistungen vom Versicherer zu erbringen sind, desto mehr Informationen werden abgefragt.

Wann nehmen Versicherungen eine Gesundheitsprüfung vor?

Bei Antragsstellung werden die Informationen zum Gesundheitszustand lediglich abgefragt und abgesehen von z.B. chronischen Krankheiten nicht immer direkt detailliert geprüft. Jedoch findet spätestens dann eine Kontrolle auf Wahrheit und Vollständigkeit statt, sobald die Versicherung leisten muss.

Aber nicht nur bei Neuanträgen, sondern auch bei bestehenden Versicherungen kommt es mitunter zu einer erneuten Gesundheitsprüfung: Wenn du beispielsweise die Versicherungssumme ändern und Leistungen anpassen möchtest.

Bei diesen Versicherungen musst du mit Gesundheitsfragen rechnen

Bei Versicherungen, die sich in irgendeiner Form auf den Gesundheitszustand einer Person beziehen, werden Gesundheitsfragen gestellt. Das ist bei Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU), privaten Kranken-und Pflegeversicherungen sowie Lebens- und Risikolebensversicherungen der Fall. Dort musst du mit einer detaillierten Gesundheitsprüfung und mehrseitigen Gesundheitsfragen rechnen.

Sei immer ehrlich!

Es gilt die vorvertragliche Anzeigepflicht – daher musst du die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten. Lügst du oder hältst absichtlich Informationen zurück, hat der Versicherer das Recht, vom Vertrag zurückzutreten. Somit stellen deine Antworten zu den Gesundheitsfragen eine wichtige Grundlage dar. Gleichzeitig musst du mit Konsequenzen rechnen, wenn du sie falsch beantwortest.

Es sollte daher keine Option sein, Krankheiten und Behandlungen zu verheimlichen. Spätestens im Schadenfall werden diese Angaben umfassend geprüft. Dafür nehmen die Versicherungen Kontakt zu Ärzten und Krankenkassen auf. Offenbaren sich bei einer Gesundheitsprüfung Fehler, kann sich die Versicherung weigern, Leistungen zu zahlen. Im schlimmsten Fall wird dein Versicherungsschutz aufgehoben.

Prämienanpassungsklausel

Gesundheitsfragen – Einblick in deine Krankenakten

Wo bekommst du nun die ganzen Infos her, die du für die Gesundheitsfragen benötigst? Eine Möglichkeit ist, die Akte deines Hausarztes einzusehen. Damit hast du die meisten Unterlagen, Diagnosen, Atteste und Nachweise vorliegen. Du kannst dir deine Krankenakte von deinem Hausarzt zuschicken lassen, wenn diese gut gepflegt wurde.

Wenn du aber im Laufe der Jahre immer wieder bei verschiedenen Ärzten warst, wird es schon schwieriger. Dann lässt sich nicht mehr so einfach nachvollziehen, wann, wo und warum genau du in Behandlung warst. Besonders, wenn du schon etwas älter bist und eine längere Krankengeschichte hast. Eine weitere Möglichkeit ist daher die Krankenkassenauskunft, die direkt alle Informationen deiner Krankenhistorie auf einen Schlag enthält.

So kommst du an deine Krankenkassenauskunft

Du kannst die Krankenkasse anschreiben und sie darum bitten, dass sie dir eine Krankenkassenauskunft zukommen lässt. Aus ihr geht hervor, welche Behandlungen, Diagnosen et cetera vorliegen. Ebenso ist vermerkt, wegen welchen Beschwerden du in den letzten Jahren beim Arzt warst. Achte dabei darauf, dass du den genauen Zeitraum abfragst.

Lasse dir daher nicht deine komplette Akte zuschicken: Beziehe dich auf den erfragten Zeitraum in den Gesundheitsfragen. Wenn du nämlich Behandlungen vor diesem Zeitraum angibst, kann es passieren, dass die Versicherung einen Risikozuschlag verlangt. Im schlimmsten Fall lehnt sie deinen Antrag sogar ganz ab.

Gesundheitsfragen – Diese Infos fragen Versicherungen ab

Der Gesundheitsfragebogen fällt bei jedem Versicherungsanbieter etwas anders aus. Grundsätzlich kann der Versicherer all das erfragen, was für seine Risikoeinschätzung wichtig ist. Generell werden Informationen zum aktuellen Gesundheitszustand und der Krankenhistorie eines zeitlich begrenzten zurückliegenden Zeitraumes erfragt. Üblich sind dabei die letzten fünf Jahre. Bei stationären Therapien oder Krankenhausaufenthalten kann der Versicherer allerdings auch die Angaben der vergangenen zehn Jahre anfordern.

Beispiel: So läuft die Gesundheitsprüfung bei der Privaten Krankenversicherung ab

Vor dem Vertragsabschluss muss jeder Versicherungsnehmer einen Fragenkatalog beantworten. Meist geschieht das online oder schriftlich per Ja-Nein-Auswahl. Bei Ja-Antworten sind gegebenenfalls ergänzende Angaben zur Behandlungsart, Dauer, Krankheitsfolgen und behandelnder Ärzte zu machen.

Der Versicherer erkundigt sich im Gesundheitsfragebogen beispielsweise über Folgende Themen:

  • Bestehende Erkrankungen
  • Medikamenteneinnahme
  • Ambulante und stationäre Behandlungen
  • Psychische Erkrankungen
  • Zahngesundheit
  • Kuraufenthalte
  • Suchterkrankungen

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