Blinker am Auto: Alles, was du wissen musst

Von Marie 16 März, 2023
4 minutes
Blinker kaputt

Der Blinker am Auto erlangte an Wichtigkeit mit der Einführung der Fließbandproduktion für Fahrzeuge durch Henry Ford im Jahre 1908. Damit wuchs auch das Verkehrsaufkommen auf den Straßen. Das erforderte auch neue Verkehrsregeln, um Chaos zu verhindern.

Unter anderem sollten Verkehrsteilnehmende durch ein Signal den geplanten Spur- und Richtungswechsel anzeigen. Zunächst hielt dafür der ausgestreckte Arm aus dem Fenster her. Später bedienten die Fahrerinnen und Fahrer einen Metallstab an einem Drahtseilzug. Schließlich kam die elektrische Auto-Blinker-Bedienung. Fachsprachlich auch Fahrtrichtungsanzeiger genannt. Seit über 55 Jahren gehört dieser verpflichtend im Straßenverkehr dazu. Hier erfährst du, wann du blinken musst und welche Folgen die Missachtungen der Vorschriften für dich haben können.

Wusstest du: Ein defekter Blinker am Auto kann zu Sicherheitsrisiken führen und das Unfallrisiko erhöhen. Die Autoversicherung kann in solchen Fällen einspringen, insbesondere wenn der Defekt zu einem Unfall führt. Informiere dich hier:

Blinker am Auto: Die rechtliche Lage

Das Wichtigste zu diesem Thema für dich ist wahrscheinlich, was als Blinken gilt und wann du im Verkehr blinken musst. Hier hilft dir § 9 Straßenverkehrsordnung (StVO) weiter. Danach musst du als Fahrer oder Fahrerin eines Kraftfahrzeugs ein anstehendes Abbiegen rechtzeitig und klar erkennbar mit dem Fahrtrichtungsanzeiger ankündigen. Wie so oft in Gesetzestexten ist „rechtzeitig“ nicht konkret definiert. Eine allgemeine Regel gibt es schon. Demnach muss dein Auto-Blinker mindestens dreimal vor dem Abbiegen aufleuchten.

Bei einem Abbiegemanöver ist Blinken für dich Pflicht. Selbst dann, wenn du mutterseelenallein auf der Straße bist. Doch das ist noch nicht alles. Auch in den folgenden Fällen sollte deine Hand zur Blinkanlage gehen:

  • vor Wendevorgängen
  • beim Rückwärtsfahren mit Abbiege-Absicht
  • beim Fahrbahnwechsel
  • vor dem Aus- und Einscheren bei Überholmanövern
  • beim Verlassen eines Kreisverkehrs
  • vor der Umfahrung eines Hindernisses
  • beim Verlassen einer Ausfahrt
  • bei einer abknickenden Vorfahrt. Du erkennst diese an dem Verkehrszeichen mit blauem Hintergrund und weißen Fahrspurmarkierungen. Das Zeichen 1002-22 beispielsweise zeigt eine von unten nach rechts verlaufende Vorfahrtsstraße an einer Kreuzung.

Bei den Vorschriftzeichen 209-10 oder 211-20 darfst du nur in die Richtung weiterfahren, die der Pfeil anzeigt. Auch wenn an dieser Stelle das Abbiegen in nur eine Richtung erlaubt ist, musst du trotzdem blinken.

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Ein spezielles Blinklicht ist dein Warnblinker. Eigentlich handelt es sich dabei um deine normalen Blinklichter, die nach dem Knopfdruck alle gleichzeitig aufleuchten. Und was bedeuten Warnleuchten im Auto? Der Name verrät es: Mit ihnen warnst du andere Verkehrsteilnehmer vor Gefahren, wie zum Beispiel:

  • liegengebliebenes Fahrzeug, § 15 StVO
  • Stauende, § 16 StVO
  • Abschleppvorgang. Hier müssen nach § 15a StVO beide Fahrzeuge ihr Warnblinklicht einschalten.

Wartest du nur kurz im Halteverbot, darfst du sie nicht einschalten. Auch, wenn das manche Autofahrer und Autofahrerinnen immer wieder so machen.

Andere Verkehrsteilnehmende verlassen sich auf deine Anzeige. Solltest du also blinken und doch nicht abbiegen– oder auch andersherum – erhältst du bei einem Unfall eine Mitschuld. Und auch ohne Schadensfall drohen Bußgelder. Auf die Bußgeldvorschriften weist das Straßenverkehrsgesetz hin. Die Strafe für defekte Blinker oder die Missachtung der Blink-Vorschrift kostet dich aktuell (Stand: März 2023) zehn Euro. Für die irrtümliche Benutzung des Warnblinkers wird die Hälfte fällig, also fünf Euro.

Hinweis: Selten kommt es durch eine Nicht- oder Falschnutzung des Blinkers zum Totalschaden. Es kann zum Beispiel passieren, dass dadurch andere Fahrerinnen und Fahrer nicht rechtzeitig bremsen können. Dann kann es schonmal zu einem Auffahrunfall kommen.

Welche Arten von Blinkern am Auto gibt es?

Auto-Blinkleuchten findest du grundsätzlich an allen Seitenecken des Wagens – also vorne und hinten, links wie rechts.

Die vorderen Blinker entdeckst du normalerweise hinter einem separaten Glas oder Kunststoff. In Einzelfällen sind gelbe Glühlampen bei den Scheinwerfern integriert. Die seitlichen Blinker rechts und links sind zumeist über dem Vorderrad am Kotflügel verbaut. Bei modernen Wagen findest du häufig zusätzliche Lichter in den Seitenspiegeln. Ein Blinker im Außenspiegel ersetzt beim TÜV aber nicht die vorgeschriebenen Vorderblinker. Diese müssen einwandfrei funktionieren, damit du die Plakette der Hauptuntersuchung (HU) erhältst.

Hintere Blinker scheinen oftmals zeitgleich nach vorne und zur Seite. Sie werden in die Signalbatterie integriert und sind besonders gut von außen erkennbar. Neuwagen besitzen immer häufiger dynamischen Blinker. Dabei leuchten mehrere Lichtsegmente immer wieder von der Mitte nach außen nacheinander auf.

Straßenverkehrsordnung

Die technischen Regelungen laut StVO

In § 53 Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) steht alles zur Beschaffenheit, die dein Blinker haben muss. § 54 StVZO führt auf, welche Kraftfahrzeuge und Anhänger unbedingt Blinker haben müssen. Denn es gibt Ausnahmen im Straßenverkehr. So müssen beispielsweise Leichtkrafträder oder E-Fahrräder keine Blinker besitzen. Bei Kraftfahrzeugen müssen aber grundsätzlich alle Kraftfahrzeuge und Anhänger gut ersichtliche Blinker in gelber Farbe besitzen.

Vorgegeben ist auch der Takt, in dem die Vorder- und Rücklampen zeitgleich zwischen hellen und dunklen Phasen wechseln müssen. Angegeben wird diese Frequenz mit mindestens 0,5 bis maximal 1,5 Hertz (Hz) – das entspricht zwischen 30 und 90 Impulsen pro Minute.

Du erkennst an deiner Kontrollleuchte am Armaturenbrett, wenn deine Blinker aufleuchten. Zudem hörst du es in fast allen Wagen innen ticken, wenn der Blinker betätigt ist. Auch ohne gesetzliche Vorschrift bauen Hersteller diesen Klang prinzipiell ab Werk ein. Das Beste daran: Brennt eine Lampe durch, wird das Geräusch schneller. So weißt du, dass du die Glühbirne wechseln musst. Du kannst dank eines einfachen Steckmechanismus Glühbirnen am Auto selbst auswechseln. Das Gehäuse kannst du abschrauben oder abziehen, Hecklampen erreichst du durch den Kofferraum. Möchtest du helle, langlebige LED-Scheinwerfer nachrüsten, musst du auf bestimmte Dinge achten.

Solltest du nach einem Blinker-Unfall Hilfe benötigen, schau in deine Kfz-Versicherung. Ohne vereinbarte Werkstattbindung kannst du statt einer Partnerwerkstatt eine freie Werkstatt aufsuchen.

Weitere interessante Themen für dich:

  • An diesen Merkmalen erkennst du eine gute Kfz-Werkstatt
  • Alles zur Rechnung, der Bezahlung und Abholung nach der Autoreparatur
  • Links abbiegen im Straßenverkehr

Bildnachweise: Headerbild © AdobeStock_30842992 tournee; Bild 1 © AdobeStock_485856115 kamiphotos; Bild 2 © AdobeStock_138344850 AdobeStock_30842992 tournee

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