Mischbereifung beim Auto: Sinnvoll oder nicht?

Von Julia Schäfer 13 Juli, 2023
3 Minuten

Wenn ein Reifen kaputt geht oder verschleißt, muss dringend ein Ersatz her. Natürlich wäre es nun am günstigsten, wenn man nur einen Reifen auswechselt. Doch ist es überhaupt erlaubt, unterschiedliche Fabrikate zu nutzen bzw. verschiedene Reifentypen einzusetzen? Wir möchte dich heute zum Thema Mischbereifung aufklären und dir zeigen, auf was du neben dem EU-Reifenlabel oder der Reifenbezeichnungen noch alles achten solltest.

Sind unterschiedliche Reifen pro Achse erlaubt oder nicht?

Das Gesetz erlaubt bei Reifen viele Sachen. Es wird lediglich die Profiltiefe der Reifen vorgeschrieben, welche bei mindestens 1,6 Millimetern liegen muss und auch die Winterreifenpflicht sollte jedem bekannt sein. Des Weiteren wird die gleiche Reifengröße vorgeschrieben, solange im Fahrzeugschein etwas anderes nicht explizit erlaubt wurde. Allerdings ist die Kombination von Radialreifen und Diagonalreifen verboten. Dabei sollte jedoch gesagt sein, dass die Diagonalreifen kaum noch genutzt werden und wenn überhaupt bei Oldtimern eine Rolle spielen.

Solltest du einen Reifen nachkaufen müssen. Solltest du immer versuchen, den gleichen Reifentyp zu kaufen. Das ist jedoch einfacher gesagt als getan. Wenn du nicht den gleichen Reifentyp findest, solltest du allerdings zumindest darauf achten, dass du die Achsen deines Fahrzeugs gleich bestückst. Ob nun Allwetterreifen, Ganzjahresreifen, Sommerreifen oder Winterreifen, du solltest immer den gleichen Reifentyp auf der Achse nutzen, wobei die Reifen mit dem besseren Profil immer auf der Hinterachse aufgezogen sein sollten.

Achtung: Das Risiko für Fahrzeuge mit Allradantrieb (4WD)  ist besonders hoch. Achte immer auf die Angaben in der Bedienungsanleitung. Das Fahren mit stark unterschiedlichen Profiltiefen könnte im schlimmsten Fall zu Schäden am Mitteldifferential führen.

Aber nicht nur das Fahren mit unterschiedlichen Profiltiefen kann für Reparaturkosten sorgen. Auch der ganz normale Verschleiß oder unvorhergesehene Defekte können das Portemonnaie belasten.

Eine Reparaturkostenversicherung trägt dazu bei, finanzielle Belastungen im Zusammenhang mit unerwarteten Reparaturen zu minimieren und bietet dir somit eine zusätzliche Sicherheit.

Zwei statt vier Räder: Die Mischbereifung beim Motorrad

Ja, grundlegend ist die Mischbereifung beim Motorrad erlaubt. Allerdings wird in manchen Fahrzeugpapieren eine Reifenfabrikatsbindung hinterlegt, sodass ausschließlich diese Reifen genutzt werden dürfen. Es wird jedoch keinesfalls empfohlen, mit einer Mischbereifung zu fahren, sondern stets zu gleichen Reifenfabrikaten zu greifen. Achte zudem immer auf den Geschwindigkeitsindex für Reifen.

Mischbereifung: Diese Strafen können dir drohen

Es gibt viele verschiedene Arten der Mischbereifung. Während die Reifen auf der Achse jeweils gleich sein sollten, ist die Kombination von Radialreifen und Diagonalreifen verboten. Bei dem Verstoß sieht der Bußgeldkatalog unterschiedliche Strafen vor.

  • Bei der Mischung von Diagonalreifen und Radialreifen werden 15 Euro fällig.
  • Bei dem Fahren ohne eine gültige Betriebserlaubnis musst du mit einer Strafe von 50 Euro rechnen.
  • Wenn du damit die Umwelt beeinträchtigst, sind es 90 Euro
  • Bei der Gefährdung bzw. Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit sind es 90 Euro Strafe samt einem Punkt in Flensburg
  • Wird die Mindestprofiltiefe unterschritten, sind es 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.
  • Wenn dadurch eine Gefährdung entstand, sind es 75 Euro und ein Punkt in Flensburg. Solltest du gleichzeitig Fahrzeughalter sein, sind es 90 Euro.
  • Bei Unfallfolge 90 Euro und ein Punkt. Bist du gleichzeitig Fahrzeughalter, steigt die Strafe auf 110 Euro

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