Automatik oder Gangschaltung? Was passt zu mir?

By Manu October 25, 2022
4 minutes
Automatik oder Gangschaltung

Immer mehr Autofahrer entscheiden sich bei ihrem Autokauf für ein Modell mit Automatikgetriebe. Doch was sind eigentlich die Vorteile von Automatik oder Gangschaltung? Gibt es auch Nachteile, welche du berücksichtigen solltest? Ob die klassische Handschaltung oder doch die Automatik besser ist, ist eine Frage, die Autofahrer nicht erst seit gestern beschäftigt. Eine generelle Antwort auf die Frage ist nicht möglich, denn hier ist, wie so oft im Leben, eine persönliche Entscheidung notwendig. Die Fakten solltest du dennoch kennen. Nur so kannst du für dich entscheiden, welche Variante besser zu dir passt. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Vor- und Nachteilen von sowie dem Unterschied zwischen der Gang- und Automatikschaltung.

So funktioniert Automatik

Der Unterschied zwischen Automatik- und Gangschaltung wird bereits mit dem Blick auf den Fußraum deutlich. Automatik-Kraftfahrzeuge haben im Gegensatz zu Fahrzeugen mit Gangschaltung lediglich zwei Pedale. Rechts befindet sich das Gaspedal und links die Bremse. Eine manuelle Kupplung entfällt bei Automatikgetrieben. Die Gangschaltung erfolgt automatisch durch das Auto selbst. Anstatt eines Schalthebels befindet sich in der Mittelkonsole eines Automatikwagens ein Knauf mit einigen Buchstaben. In der Regel lautet die Reihenfolge der Buchstaben P-R-N-D-(S). Doch was bedeuten diese für den Autofahrer?

Unabhängig davon, ob dein Fahrzeug mit Automatik oder Gangschaltung ausgestattet ist, können Reparaturen unerwartet auftreten. Unsere Reparaturkostenversicherung sichert dich gegen finanzielle Belastungen bei unvorhergesehenen Reparaturen ab, unabhängig von der Getriebetechnologie deines Autos.

P – Park = Parken

Die P-Stellung wählst du, wenn du dein Auto geparkt hast und es nicht davon rollen soll.

R – Reverse = Rückwärts

Wie auch bei der Gangschaltung steht das R für den Rückwärtsgang. Damit du die Stufe betätigen kannst, musst du im stehenden Zustand das Bremspedal betätigen. Achtung: Das Auto rollt, sobald du den Fuß von der Bremse nimmst, langsam von alleine los.

N – Neutral = Neutral

Hierbei handelt es sich um den Leerlauf. Das Fahrzeug rollt jedoch nicht von alleine los, sobald du den Fuß vom Bremspedal nimmst. Verwendung findet diese Stufe beispielsweise in der Waschstraße oder wenn dein Auto abgeschleppt wird.

D – Drive = Fahren

Wenn du losfahren möchtest, musst du die Stufe D wählen und die Bremse lösen. Dein Auto fährt im Schritttempo von alleine los. Um schneller zu werden, musst du einfach das Gaspedal betätigen. Die Schaltung in einen anderen Gang übernimmt dein Auto für dich.

S – Sport = Sport

Einige Fahrzeuge, wie etwa Sportwagen, haben eine zusätzliche Stufe – die sogenannte Sport-Stufe. Der Unterschied zur D-Stufe besteht darin, dass das Auto drehfreudiger agiert. Dies bedeutet, es wird später hoch- und früher runtergeschalten. So kann es den maximalen Beschleunigungswert erreichen.

E – Economy

Der sogenannte Economy Modus kann bei den meisten Automatik-Fahrzeugen ebenso verwendet werden. Bei diesem Modus achtet dein Fahrzeug bei der Schaltung besonders auf einen sparsamen Verbrauch.

B – Brake = Bremse

Diese Funktion solltest du beim Bergabfahren verwenden. Meist findest du sie bei Elektroautos. Diese Schaltstufe entlastet die Bremsen deines Autos. Das funktioniert, indem das Auto beim Bergabfahren automatisch in einen höheren Gang schaltet und die Motorbremse nutzt.

M – Manual (Manuell)

Moderne, neue Fahrzeuge haben oft zusätzlich den manuellen Modus, welcher mit einem (+) und einem (-) gekennzeichnet ist. Das (+) bedeutet hochschalten und das (-) bedeutet runterschalten. Du kannst mit diesem Modus manuell den Gang verändern, indem du den Schalthebel entweder nach vorne oder nach hinten tippst. Sportliche Fahrer nutzen diesen Modus sehr gerne, wenn sie trotz Automatik die volle Kontrolle über ihr Fahrzeug haben möchten. Oft haben derartige Autos auch eine „Tiptronic” (Schaltwippen) Funktion am Lenkrad eingebaut. Die Gangschaltung erfolgt dann mittels Nutzung der Schaltwippen.

Automatik: Das sind die Vorteile

Vor allem Fahranfänger können aufgrund ihrer geringen Erfahrung von den Vorzügen eines automatisierten Schaltgetriebes profitieren. Eine automatische Gangschaltung ist oft intuitiver und einfacher. Oftmals stellt die Bedienung einer klassischen Handschaltung und die gleichzeitige Konzentration auf den Verkehr für Fahranfänger Hürden dar. Bei einem automatisierten Getriebe fällt das Arbeiten mit Kupplung und Schalthebel weg. So kann der Verkehr viel besser im Blick behalten werden und die Frage, welcher Gang nun am besten wäre, fällt zur Gänze weg.

Fahranfänger müssen auch keine Angst davor haben, das Auto abzuwürgen, denn dies ist bei einem Fahrzeug mit Automatik gar nicht möglich. Gerade in hektischen Situationen stellt ein abgewürgter Motor einen weiteren Stressfaktor dar. Automatik-Getriebe sind daher eine deutliche Erleichterung für Autofahrer.

Auch beim Anfahren eines Berges ist das Fahren mit einem Schaltwagen deutlich schwieriger. So musst du in diesem Moment bei einer klassischen Gangschaltung gleichzeitig mit Kupplung, Handbremse und Gaspedal arbeiten. Fahrzeuge mit einer automatisierten Gangschaltung fahren quasi von selbst, lediglich die Stufe D muss gewählt werden und der Fuß das Bremspedal verlassen. Sobald du das Gaspedal betätigst, fährt dein Auto ohne Schwierigkeit den Berg hoch.

Weiterhin sind Fahrzeuge mit einer automatischen Gangschaltung während eines Staus äußerst praktisch. Bei einer Gangschaltung müssen in einem Stau fortlaufend die Kupplung, die Gangschaltung und die Bremse betätigt werden. Automatikfahrer benötigen lediglich die D-Stufe und den Fuß entweder auf dem Brems- oder auf dem Gaspedal.

Folgende Vorteile weisen Fahrzeuge mit einer Automatik-Schaltung außerdem auf:

  • Die Automatik-Schaltung sorgt mit der Wahl des Ganges für den besten Spritverbrauch.
  • Es gibt keinen Verschleiß durch falsches Kuppeln. Aufgrund der eingebauten Technologie kuppelt dein Auto selbstständig und es passieren keine Fehler.
  • Die automatische Regulierung der Drehzahl während des Fahrens schont den Motor deines Fahrzeuges.
  • Automatik-Getriebe haben oftmals auch vielfältige Fahrerassistenzsysteme, wie zum Beispiel den automatischen Bremsmodus. Dieser kann unter anderem während eines Staus zum Einsatz kommen.

Automatik: Das sind die Nachteile

Ein Autofahrer mit einer Automatik kann jedoch nicht nur Vorzüge seines Fahrzeuges genießen. Autofahrer, welche eine manuelle Gangschaltung benutzen, haben meist einen versierten Umgang mit dem Auto und mehr Kontrolle darüber. Wünsche des Fahrers können bei einem Automatikgetriebe oft fehlinterpretiert werden. Ältere Automatik-Fahrzeuge fahren beispielsweise bei einer gleichbleibend hohen Geschwindigkeit im selben Gang. Dies führte dazu, dass das Auto mit einer unangemessenen Drehzahl fuhr. Außerdem kann es vorkommen, dass bei einer zu sanften Beschleunigung das Auto automatisch in den nächsten Gang schaltet und somit untertourig fährt. Damit das Automatikgetriebe den richtigen Gang auswählt, gehört Erfahrung und Übung dazu.

Moderne Fahrzeuge mit einer automatischen Gangschaltung haben heutzutage ebenso einen halb automatischen Fahrmodus. Dieser ermöglicht es dem Fahrer einzugreifen und den Gang manuell anzupassen. Ein Automatik-Getriebe kennt auch nur die Zustände Stoppen oder Anfahren. Ein präzises Schleifen lassen der Kupplung ist somit nicht möglich. Beim Einparken in Parklücken stellt dies viele Autofahrer auf eine wahrhafte Geduldsprobe.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass du nicht mit einer klassischen Gangschaltung fahren darfst, wenn du deinen Führerschein mit einem Automatik-Fahrzeug gemacht hast. Machst du deinen Führerschein allerdings mit einer klassischen Gangschaltung, darfst du ebenso mit einem Automatik-Kraftfahrzeug fahren.

Wie funktioniert die Gangschaltung?

Das Getriebe eines Autos ist ein essenzieller Teil, damit ein Fahren überhaupt möglich ist. Es befindet sich direkt am Motor und ist Teil des Antriebsstrangs. Verantwortlich für ein effizientes Fahren ist das Getriebe, denn es sorgt für den Wechsel der Gänge. Das sorgt dafür, dass die Drehzahl niedrig bleibt und der Motor geschont wird. Autos haben üblicherweise zwischen fünf und sechs Gänge.

Doch wie funktioniert das Getriebe? Die Kraft vom Motor wird über die Antriebswelle und der Radachse zu den Rädern weitergeleitet, wodurch sich das Auto in Bewegung setzt. Das Zusammenspiel verschiedener Zahnräder ändert sich beim Wechsel des Ganges und es werden sogenannte Übersetzungsverhältnisse hergestellt. Anders gesagt, wird die Kraft des Motors so angepasst, dass sie zur Fahrsituation passt. Wenn Du den falschen Gang einlegst oder zu viel Gas beim Anfahren gibst, dann merkst oder hörst du das direkt. Die Aufgaben des Getriebes können nur mittels der Gänge durchgeführt werden. Durch die Betätigung der Kupplung bei einer Handschaltung wird die Verbindung zwischen dem Motor und dem Getriebe überbrückt. Dies ermöglicht das Einlegen eines anderen Gangs.

Nachfolgend findest du die drei Phasen, welche du für ein optimales Anfahren durchführen solltest.

Erste Phase:

Drücke die Kupplung immer voll durch. Das völlige Auskuppeln sorgt dafür, dass keine Kraft mehr in das Getriebe kommt. Nur so kannst du den Gang wechseln, ohne dabei die mechanischen Getriebeteile zu beschädigen.

Zweite Phase:

Schalte ohne Kraftanwendung. Lege den gewünschten Gang immer mit Gefühl ein und reiße niemals am Schalthebel. So vermeidest du Schäden am Getriebe.

Dritte Phase:

Gib beim Einkuppeln leicht Gas. Durch die leichte Betätigung des Gaspedals reduzierst du die Motorbremswirkung. Dies gleicht die Drehzahlen der Kupplung aneinander an und vermeidet einen Kupplungsverschleiß. Nachdem du die Kupplung ausgelassen hast, solltest du keinen Ruck verspüren.

Gangschaltung: Das sind die Vorteile

Die Wahrnehmung ist einer der Hauptgründe, warum Menschen die manuelle Gangschaltung bevorzugen. Autofahrer haben, wenn sie die Gangschaltung selbst betätigen, das Gefühl, ihr Auto zu 100 Prozent unter Kontrolle zu haben. Du kannst bei einer Handschaltung selbst entscheiden, wie und wann du schalten möchtest. Es gibt jedoch auch weitere Vorteile, welche für eine Gangschaltung sprechen. Finanziell gesehen ist ein Fahrzeug mit einer klassischen Gangschaltung kostengünstiger in der Anschaffung und auch bei der Wartung. Der Kraftstoffverbrauch kann außerdem geringer ausfallen. Dies liegt an der Effizienz der Kupplung im Vergleich zum Drehmomentwandler bei einem Automatikgetriebe. Aufgrund der technischen Entwicklung gibt es heutzutage jedoch nur mehr einen geringen Unterschied beim Kraftstoffverbrauch.

Gangschaltung: Das sind die Nachteile

So wie die Automatik Nachteile hat, gibt es auch den einen oder anderen Nachteil bei der Gangschaltung. Die Bedienung der Gangschaltung kann sich für manche Autofahrer schwierig gestalten. So ist es für manche nicht einfach, gleichzeitig die Kupplung und den Schaltknauf zu bedienen und sich auf den Verkehr zu konzentrieren.

Ein weiterer Nachteil ist, dass beim falschen Bedienen der Verschleiß der Kupplung zunimmt. Dies wiederum führt zu höheren Kosten in der Werkstatt, da die Teile der Kupplung schneller erneuert werden müssen. Durch eine ungünstige Fahrweise und zu spätem Schalten kann der Kraftstoffverbrauch außerdem deutlich steigen.

Automatik oder Gangschaltung

Automatik oder Gangschaltung? Eine Entscheidungshilfe für dich

Fassen wir noch einmal kurz die Vor- und Nachteile einer Gangschaltung sowie einem Automatik-Fahrzeug als Hilfe für deine Entscheidung zusammen:

Automatikgetriebe

Nachteile:

  • Die Anschaffung und auch die Verschleißteile sind teurer als bei der klassischen Gangschaltung.
  • Ein präzises Schleifen lassen der Kupplung ist nicht möglich.
  • Es kann zu einer Fehlinterpretation bei Wünschen des Fahrers kommen.

Vorteile:

  • Sie eignen sich sehr gut für Fahranfänger.
  • Sie sind effizient und komfortabel.
  • Moderne Automatikgetriebe schonen durch automatische Regulierung der Drehzahl den Motor.
  • Ein Berg kann leicht angefahren werden.
  • Viele automatisierte Gangschaltungen inkludieren vielfältige Fahrerassistenzsysteme.

Gangschaltung

Nachteile:

  • Erfordert mehr Aufmerksamkeit beim Fahren.
  • Das Anfahren eines Bergs kann sich als schwierig gestalten.
  • Bei einer schlechten Fahrweise kann es zu einem unnötigen Verschleiß der Kupplung kommen.

Vorteile:

  • Ermöglicht dir eine dynamische und selbstbestimmte Fahrweise.
  • Sind in der Reparatur und Anschaffung günstiger.
  • Du hast eine bessere Kontrolle über dein Auto.

Die Auflistung soll dir als Entscheidungshilfe dienen. Wenn möglich, probiere beide Varianten aus. So kannst du feststellen, in welchem Fahrzeug zu dich wohler fühlst. Wer weiß, vielleicht entdeckst du ja die eine oder andere völlig ungeahnte Begeisterung.

Wenn die Umstellung von Automatik auf Gangschaltung mit unerwarteten Herausforderungen oder einem Unfall einhergeht, ist eine zuverlässige Autoversicherung essenziell. Unsere Kfz-Versicherung unterstützt dich dabei, mögliche Schäden an deinem Fahrzeug unkompliziert zu regeln, während du dich an die neue Schalttechnik gewöhnst.

Fazit

Zusammengefasst ist das Fahren mit einem Automatikgetriebe einfacher als mit einer manuellen Gangschaltung und im Stadtverkehr punktet die Automatik-Schaltung ebenfalls. Mit einer automatisierten Gangschaltung kannst du dich vollkommen auf den Verkehr und das Navigieren konzentrieren. Auch Herausforderungen wie das Anfahren am Berg ist mit einer Automatik-Schaltung wesentlich angenehmer. Der Kraftstoffverbrauch ist bei einer klassischen Gangschaltung und richtigem Fahrverhalten meist jedoch geringer. Der Unterschied ist allerdings aufgrund des technologischen Fortschrittes sehr gering. Bei einer manuellen Gangschaltung hast du wiederum eine bessere Kontrolle, wann du schaltest und welchen Gang du benutzen möchtest. Vor deinem Autokauf solltest du dich mit den Vor- und Nachteilen beider Varianten auseinandersetzen und herausfinden, ob dir eine Gangschaltung oder ein Automatikgetriebe mehr zusagt.

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