Die Vorderradbremse beim Motorrad richtig nutzen

Von Julia Schäfer 25 September, 2023
4 minutes

Motorradfahren steht für Freiheit – nur du und deine Maschine. Sonne, offene Landstraßen und ein schnurrendes Motorrad sind für viele der Inbegriff des Wochenendes. Jedes Jahr im Frühling treibt es nach der langen Winterpause tausende Motorrad-Fans wieder auf die Straße. Und leider spiegelt sich diese Freude an den ersten Motorrad-Ausfahrten des Frühlings Jahr für Jahr in den Unfall-Statistiken wider.

Selbst bei routinierten Motorradfahrern und Motorradfahrerinnen können gefährliche Situationen eine Vollbremsung erfordern. Um die Maschine sicher zum vollständigen Stillstand bringen zu können, solltest du die Vorderradbremse nicht allein einsetzen. Das wäre grob fahrlässig. Was du beim Einsatz der Vorderradbremse bei deinem Motorrad außerdem beachten solltest, verraten wir dir jetzt.

Die Gefahren der Vorderradbremse

Eine zu plötzlich und zu heftig eingesetzte Vorderradbremse kann dazu führen, dass der hintere Reifen abhebt. Wenn du als Fahrer oder Fahrerin nicht damit rechnest, kann dich dein Motorrad regelrecht abwerfen. Vor allem dein Sozius oder deine Sozia rechnet noch weniger damit und kann sich dementsprechend auch nicht auf einen Sturz vorbereiten. Die lenkende Person kann sich oft noch am Lenker festhalten und die Füße unter den Fußrasten in die korrekte Stellung bringen. Eine mitfahrende Person ist dem überraschenden Bremsmanöver mit der Vorderradbremse aber komplett ausgeliefert. Dein Beifahrer oder deine Beifahrerin könnte so durch die plötzliche Verlagerung des Schwerpunktes nach vorne geschleudert werden. Ein Unfall durch den falschen Einsatz der Vorderradbremse führt neben Personenschäden oft zu einem Totalschaden des Gefährts.

So nutzt du die Vorderradbremse richtig

Was kannst du machen, dass es gar nicht erst zu einem Sturz kommt? Ohne Anti Blockier System (ABS) ist das sichere Bremsen mit dem Motorrad nicht einfach – schon gar nicht ohne Fahrerfahrung. Das Bremsen sollte immer in zwei Schritten erfolgen. Selbst in Gefahrensituationen solltest du die Bremse nicht ruckartig betätigen, sondern trotzdem mit Gefühl. Du spürst daraufhin einen Druckpunkt am Bremshebel, wenn sich die Bremsbeläge vollständig angelegt haben. Die erhöhte Last auf das Vorderrad drückt den Reifen außerdem fester auf den Untergrund. Erst dann darfst du den Bremsdruck schneller steigern.

Dieses mehrstufige Bremsen solltest du verinnerlichen und dir zur Gewohnheit machen. Diese Schritte solltest du auch bei einem Motorrad mit ABS beherzigen – hier kannst du mit mehr Druck bremsen. Achte zudem darauf, die Bremskraftverteilung beider Bremsen auf die vordere Bremse zu verlagern. Dadurch verhinderst du, dass dein Hinterrad blockiert.

Übrigens: Wie auch beim Auto musst du beim Motorrad bei einer Vollbremsung die Kupplung betätigen.

Das Vorderrad sollte bremsen, aber nicht blockieren

Mit einem blockierten Hinterrad kannst du mit genug Erfahrung noch eine Strecke auf der Fahrbahn zurücklegen. Bei einem blockierten Vorderrad ist dies so gut wie unmöglich. Ziehst du vollständig am Vorderradbremshebel, führt dies schon nach 0,2 Sekunden zum maximalen Druck auf die Bremsen.

Weitere 0,2 Sekunden danach kommt es zur Blockade des Vorderrades. Das heißt, in weniger als einer halben Sekunde könnte es zu einem Sturz kommen. Daher solltest du stets auf den Bremsdruck achten. Merkst du das dein Vorderrad beginnt zu blockieren, musst du sofort den Druck auf die Bremsen reduzieren. Nur so kannst du einen Unfall vermeiden.

Bildnachweis:
headerbild:@AdobeStock_480875651; Michael

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