Schadenrückkauf

Von Julia Schäfer 6 Juli, 2023
4 minutes

Hast du es gewusst? Deine Kfz-Versicherung ist dazu verpflichtet, dich bei einem Schaden bis zu 500 Euro über die Möglichkeit zum Schadenrückkauf zu informieren? Was es mit diesem Rückkauf auf sich hat und wann du davon profitierst, erfährst du in diesem Beitrag.

Was bedeutet Schadenrückkauf?

Nachdem deine Kfz-Haftpflicht oder Kfz-Vollkaskoversicherung einen Schaden bereits abgewickelt hat, kannst du dich immer noch umentscheiden. Denn möglicherweise wäre es finanziell doch besser gewesen, du hättest den Schaden aus eigener Tasche bezahlt. Dank der Option zum Rückkauf kannst du das sogar Monate später noch tun. Der Grund dafür ist meistens, dass du so eine Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse verhindern könntest.

Wie funktioniert der Schadenrückkauf?

Ein Schadenrückkauf funktioniert im Prinzip ganz einfach: Du meldest deinem Kfz-Versicherungsunternehmen einen Schadenfall. Die Versicherung übernimmt den Schaden und kommt dafür auf. Als Folge davon wirst du in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft und dein jährlicher Versicherungsbeitrag steigt.

Wenn du unfallfrei bleibst, steigst du normalerweise jedes Jahr um eine Schadensklasse auf und erhältst dementsprechend einen höheren Rabatt auf deine Versicherungsprämie. Es lohnt sich also, möglichst lange ohne Schaden zu fahren. Denn je nach Art und Höhe des Schadens kannst du sogar gleich um mehrere Schadensklassen zurückgestuft werden.

Um genau diese Rückstufung zu verhindern, kannst du beispielsweise einen Haftpflichtschaden zurückkaufen. Das heißt, du bezahlst der Versicherung den Betrag zurück, den die Schadensregulierung gekostet hat. Der Schadenfall wird daraufhin praktisch aus den Akten deiner Kfz-Versicherung gestrichen.

Diese Fristen gelten für den Schadenrückkauf

Wenn du einen selbstverschuldeten Unfall gebaut hast, gewährt dir deine Kfz-Versicherung normalerweise sechs Monate Zeit, einen Rückkauf des Schadens zu beantragen. Bei manchen Versicherungsunternehmen läuft diese Bedenkzeit sogar bis Jahresende, wenn die Beiträge erhöht werden. Welche Frist für dich gilt, kannst du in deinen Versicherungsunterlagen nachschlagen.

In welchen Fällen lohnt sich der Schadenrückkauf?

Als Faustformel gilt: Bei einem Schadenfall bis 1.000 Euro ist es sinnvoll, den Schaden zurückzukaufen. Was für dich persönlich wirklich besser ist, lässt sich aber nicht pauschal sagen. Im Einzelfall solltest du immer nachrechnen, um herauszufinden, welche Option sich finanziell lohnt. Dazu gehst du am besten folgendermaßen vor:

 

  1. Finde in deinen Vertragsunterlagen die Rückstufungstabelle deiner Kfz-Versicherung.
  2. Anhand der Rückstufungstabelle wird ausgerechnet, um welchen Betrag deine Versicherungsbeiträge steigen werden.
  3. Berechne auch, wie viele Jahre du brauchst, um wieder in deiner alten Schadenfreiheitsklasse zu landen. Denn so lange musst du höhere Beiträge zahlen.
  4. Schließlich vergleichst du die Summe der Beitragserhöhung über die Jahre und die Kosten des angefallenen Schadens. Je nachdem, welcher Betrag höher ausfällt, leitest du einen Rückkauf des Schadens ein oder nicht.

Alternativ kannst du auch online einen Rückkaufs-Rechner verwenden.

Tipp: Gibt ein älteres Familienmitglied den Führerschein bald ab? Dann hast du vielleicht die Möglichkeit, dessen Schadenfreiheitsklassen auf dich zu übertragen

Bildnachweis:
headerbild: ©AdobeStock_561471157;Haru Works

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