H-Kennzeichen: Das Nummernschild für „in die Jahre gekommene” Fahrzeuge

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Hast du schon einmal vom historischen Kennzeichen gehört? Hierbei handelt es sich um ein Spezialkennzeichen, mit dem du beispielsweise beim Versicherungsschutz bares Geld sparen kannst.

In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du zum H-Kennzeichen wissen musst. Wir zeigen dir, wann du dein Auto als Oldtimer anmelden kannst und ob sich das für dich lohnt.

Was ist ein Oldtimerkennzeichen/H-Kennzeichen?

Seit 1997 gibt es in Deutschland das H-Kennzeichen, auch Oldtimerkennzeichen genannt. Der Zweck dieses Kennzeichens besteht darin, die Erhaltung historischer Fahrzeuge zu unterstützen, da diese zum „kraftfahrzeugtechnischen Kulturgut” gehören.

Das H-Kennzeichen sieht dem normalen Nummernschild auf den ersten Blick sehr ähnlich. Nur steht am Ende der siebenstelligen Buchstaben- und Zahlenreihe zusätzlich ein „H“. Dieses steht für „historisches Kraftfahrzeug”.

Vor dem Jahr 2000 war es bei einigen Zulassungsstellen möglich, das blaue Eurofeld auf dem H-Kennzeichen wegzulassen. Heute geht das nicht mehr, aber alle bis zu diesem Zeitpunkt zugelassenen Fahrzeuge dürfen ihr Kennzeichen weiterhin behalten.

Von der Kfz-Steuer bis zur Versicherung: Vorteile und Nachteile des H-Kennzeichens

Als Halter oder Halterin eines Fahrzeuges mit H-Kennzeichen genießt du einige Vorteile:

  • Du profitierst von einer vergünstigten Kfz-Steuer. Für PKW und LKW gilt ein pauschaler Steuersatz von 191,73 Euro. Für Motorräder beträgt die Pauschale sogar nur 46,02 Euro. Hubraum und Emissionen spielen dabei keine Rolle.
  • Auch die Beiträge zur Kfz-Haftpflichtversicherung oder Kaskoversicherung fallen mit H-Kennzeichen niedriger Denn die Versicherungen nehmen an, dass du mit einem historischen Fahrzeug seltener und vorsichtiger fährst als mit einem neueren Gefährt. Einen Oldtimer zu versichern ist also in der Regel deutlich günstiger als ein herkömmliches Fahrzeug.
  • Fast alle Umweltauflagen gelten für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen nicht. Du brauchst keinen Katalysator und darfst auch ohne Feinstaubplakette durch Umweltzonen fahren.

Unter bestimmten Umständen kann sich das H-Kennzeichen für dich aber auch nicht lohnen, beispielsweise bei

  • einem alten Auto mit einem kleinen Benzinmotor. Hier kann es sein, dass die reguläre Kfz-Steuer niedriger ausfällt als die Oldtimer-Pauschale von rund 190 Euro.
  • einer hohen Fahrleistung. Manche Kfz-Versicherungen beschränken die Fahrleistung eines Oldtimers auf 10.000 Kilometer pro Jahr. Willst du also mit deinem historischen Fahrzeug oft und weite Strecken fahren, solltest du die Bedingungen deiner Kfz-Versicherung genau unter die Lupe nehmen.

Hinweis: Generell darfst du ein Fahrzeug mit H-Kennzeichen nicht zu gewerblichen Zwecken nutzen. Wenn du also deinen schönen Oldtimer für Hochzeitsfeiern und Geburtstage vermieten willst, musst du ihn regulär zulassen.

Voraussetzungen für das H-Kennzeichen: Bedingungen für die Zulassung als Oldtimer

Damit du von der Zulassungsstelle ein H-Kennzeichen für dein Fahrzeug bekommen kannst, muss es einige Bedingungen erfüllen:

  • Die Erstzulassung muss mindestens 30 Jahre zurückliegen.
  • Alle wichtigen Fahrzeugteile müssen dem Originalzustand entsprechen, Umbauten und andere Veränderungen müssen zeitgemäß Lack, Ersatzteile und Anbauten müssen also jenen entsprechen, die bereits im Zulassungsjahr des Fahrzeugs üblich waren.
  • Du brauchst ein Oldtimergutachten, um Originalzustand, Erhalt und Verkehrstüchtigkeit zu bestätigen.
  • Technische Mängel und Gebrauchsspuren dürfen nicht gravierend sein.
  • Auch ein historisches Fahrzeug muss die Hauptuntersuchung (HU) bestehen.

Eine Frage des Alters: Ab wann bekommt man ein H-Kennzeichen?

Nur die Zeit kann aus einem „normalen Auto“ einen Oldtimer machen. Deshalb ist das Alter die wohl wichtigste Bedingung für den Erhalt eines H-Kennzeichens. Doch aufgepasst, ein 30-jähriges Auto wird nicht automatisch zum Oldtimer. Ausschlaggebend ist vielmehr das Datum der Erstzulassung des Fahrzeugs, dies ist ein wichtiger Unterschied. Laut Kraftfahrtgesetz gilt ein Fahrzeug erst dann als historisch, wenn seine Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurückliegt. Ein 50 Jahre altes Fahrzeug, das nie eine Zulassung erhalten hat, gilt demnach nicht als Oldtimer und bekommt auch kein H-Kennzeichen.

H-Kennzeichen: Zulassungsgebühren und weitere Kosten

Wenn du für dein altes Fahrzeug ein H-Kennzeichen beantragen möchtest, musst du mit folgenden Kosten rechnen:

  • Zulassungskosten: etwa 40 Euro
  • Nummernschilder: 20 bis 30 Euro
  • Hauptuntersuchung: 80 bis 200 Euro
  • Oldtimergutachten: 200 bis 300 Euro

Die Preise für die Gutachten hängen stark von Typ und Zustand des Fahrzeuges ab. Außerdem kommt es auch darauf an, wie ausführlich das Gutachten sein soll. Für die Zulassung und Versicherung eines Oldtimers reicht normalerweise ein Kurzgutachten, welches eher der unteren Preislage entspricht.

Clevere Alternativen: Wechselkennzeichen oder H-Kennzeichen plus Saisonkennzeichen

Statt einer Zulassung als historisches Fahrzeug, kannst du für deinen Oldtimer auch ein Wechselkennzeichen beantragen. Hierbei handelt es sich um ein Kennzeichen, auf das du zwei Fahrzeuge der gleichen Gattung zulassen kannst. Das bedeutet, du kannst beispielsweise dein neues und dein historisches Auto oder auch zwei Oldtimer mit einem Kennzeichen betreiben. Ein Auto und ein Motorrad kannst du aber nicht unter einem Wechselkennzeichen kombinieren, da diese nicht der gleichen Fahrzeuggattung angehören. Hierbei musst du für beide Fahrzeuge die normale Kfz-Steuer zahlen, bei der Kfz-Versicherung kommst du dafür aber günstiger weg.

Alternativ kannst du dich auch für ein H-Saisonkennzeichen entscheiden, eine Kombination aus Oldtimer-Kennzeichen und Saisonkennzeichen. Du entscheidest, wie viele durchgehende Monate im Jahr dein Oldtimer am Verkehr teilnehmen darf. Kfz-Steuer und Versicherung bezahlst du dann auch nur für diese aktiven Monate.

H-Kennzeichen: Besonderheiten bei Traktoren

Für Oldtimer-Traktoren gelten die gleichen Regeln wie für historische Autos oder Lastwagen. Auch die Kfz-Steuer beträgt für sie pauschal 191,73 Euro.

Du kannst für deinen alten Trecker auch ein grünes Kennzeichen beantragen, denn damit ist er steuerbefreit. Das grüne Kennzeichen hat aber einen entscheidenden Nachteil gegenüber dem H-Kennzeichen: Du darfst den Traktor dann ausschließlich für die Landwirtschaft nutzen. Das heißt, Sonntagsausfahrten oder die Teilnahme an einem Oldtimer-Treffen sind mit dem grünen Kennzeichen nicht möglich.

Weitere Informationen zu Kennzeichen, Kfz-Zulassung und Fahrzeugen im Allgemeinen findest du auch in unseren anderen Beiträgen: