Gefahrenbremsung beim Auto und Motorrad – Das solltest du wissen

Von John Smith 30 August, 2022
4 minutes
Gefahrenbremsung Auto, Bild durch die Windschutzscheibe auf bremsendes Auto

Manchmal geht es schneller als man denkt: eine Person betritt unüberlegt die Fahrbahn und plötzlich musst du voll in die Eisen steigen. Du nimmst eine Gefahrenbremsung vor. Doch wie kann man überhaupt abschätzen, wann eine solche Notbremsung nötig ist? Und was genau passiert bei einer Gefahrenbremsung?

Schnell reagieren im Notfall: Was versteht man unter Gefahrenbremsung?

Unter einer Gefahrenbremsung versteht man eine Vollbremsung in einer Notsituation. Indem du mit aller Kraft auf die Bremse trittst, kannst du die Bremskraft deines Autos voll ausschöpfen. Die Folge: das Fahrzeug kommt schneller zum Stehen.

Vollbremsung bei 50 km/h? – In diesen Situationen ist eine Gefahrenbremsung sinnvoll

Eine Gefahrenbremsung solltest du nur in extremen Notsituationen durchführen. Vollbremsungen dienen zwar zur Vermeidung von Unfällen, jedoch können sie selbst ein Unfallrisiko darstellen. In den folgenden Beispielsituationen kann eine Vollbremsung nötig sein:

  • Wenn du mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 km/h auf der Autobahn fährst und sich vor dir plötzlich ein Stauende auftut: Dann musst du stark abbremsen.
  • Im Stadtverkehr bei Fahrgeschwindigkeit 50 km/h kann es auch zu einer Gefahrenbremsung kommen. So können plötzlich Personen über eine rote Ampel laufen oder zwischen parkenden Autos auf die Straße treten.
  • Wenn sich andere Autofahrende nicht an die Verkehrsregeln halten, kannst du häufig mit einer Gefahrenbremsung den Zusammenprall Das gilt zum Beispiel dann, wenn andere Verkehrsteilnehmende eine rote Ampel oder ein Stoppschild überfahren.
  • Auch Wildunfälle lassen sich manchmal durch eine Notbremsung vermeiden.

Eine plötzliche Gefahrenbremsung kann zu Auffahrunfällen führen, die für erhebliche Schäden an deinem Fahrzeug sorgen. Unsere Autoversicherung bietet umfassenden Schutz, um dich vor den finanziellen Folgen solcher Unfälle zu bewahren. 

Gefahrenbremsung: Faustformel zur Berechnung des Bremswegs

Der Anhalteweg eines Autos lässt sich anhand einer einfachen Faustformel berechnen.

Die Faustregel lautet: Reaktionsweg + Bremsweg (Gefahrenbremsung) = Anhalteweg.

1.) Den Reaktionsweg errechnet man, indem man die Geschwindigkeit des Fahrzeugs durch zehn teilt und anschließend mit drei multipliziert.

Zum Beispiel: 50/10 * 3 = 15

Der Reaktionsweg beträgt bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h etwa 15 m.

2.) Um den Bremsweg zu berechnen, teilt man die Geschwindigkeit durch zehn, multipliziert das Ergebnis mit sich selbst und teilt es anschließend durch zwei.

Zum Beispiel: (50 /10) * (50/10) / 2 = 12,5

Der Bremsweg beträgt bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h etwa 12,5 m.

3.) Anschließend summiert man die beiden Werte. Das Ergebnis (27,5 m) ist der gesamte Anhalteweg. Hierunter versteht man die Strecke, die das Fahrzeug zurücklegt, nachdem eine Situation als Gefahr erkannt wurde.

Reaktionszeit, Geschwindigkeit und Co.: Diese Faktoren beeinflussen den Bremsweg

Der Bremsweg lässt sich massiv von der Reaktionszeit, dem Bremsdruck, der Beschaffenheit der Straße und den Reifen des Autos beeinflussen. Um den kürzesten Bremsweg zu erreichen, musst du das Bremspedal schnell und mit aller Kraft bis zum Anschlag durchtreten.

Die Gefahrenbremsung in der Praxis

Neben den theoretischen Grundlagen solltest du die Gefahrenbremsung auch in der Praxis üben. Nur so kannst du im Notfall schnell richtig reagieren.

Vollbremsung in der Fahrschule: Die Gefahrenbremsung als Teil der Führerscheinprüfung

Ist der Tag der Führerscheinprüfung gekommen, muss jeder Prüfling die Gefahrenbremsung als Teil der Grundfahraufgaben beherrschen. Im Rahmen der Prüfung beschleunigst du das Auto auf einen bestimmten km/h-Wert. Wenn ein bestimmtes akustisches Signal ertönt, leitest du die Gefahrenbremsung ein, die dein Fahrzeug zum Stillstand bringt.

Gefahrenbremsung richtig durchführen: Tipps & Tricks

Bei der Gefahrenbremsung gibt es einiges zu beachten:

  • Führe keine Vollbremsung bei Aquaplaning-Gefahr durch, sondern verwende die Motorbremse.
  • Kontrolliere regelmäßig den Reifendruck und -verschleiß.
  • Achte auf genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.
  • Konzentriere dich stets auf die Fahrbahn.

Vollbremsung auf zwei Rädern: Die Gefahrenbremsung mit dem Motorrad

Die Gefahrenbremsung musst du auch für den Motorradführerschein üben. Hier musst du zwei Bremsen gleichzeitig bedienen, was einiges an Geschick erfordert.

Weitere spannende Informationen zum Thema Auto, Motorrad und Sicherheit im Straßenverkehr findest du auch in unseren anderen Beiträgen:

Bildnachweis: Header ©AdobeStock_324812573-ambrozinio_Gefahrenbremsung

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