Aufräumungskosten

Von Linda 3 Juli, 2023
4 minutes
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Ein unvorhergesehenes Ereignis kann das eigene Zuhause schnell ins Chaos stürzen und erhebliche Aufräumkosten verursachen. Ob ein Rohrbruch die Wohnung überschwemmt oder ein Brand gefährlichen Brandschutt hinterlässt – die Beseitigung solcher Schäden kann nicht nur zeitaufwändig, sondern auch teuer sein. Vor allem dann, wenn fachmännische Hilfe benötigt wird, um beispielsweise durchnässte Teppiche zu entfernen oder giftigen Brandschutt fachgerecht zu entsorgen. Diese Kosten können in vielen Fällen in die Tausende gehen. Doch was genau sind Aufräumungskosten und welche Rolle spielt die Gebäude- und Hausratversicherung oder aber die Gegenstandsversicherung? Welche Kosten übernimmt sie im Schadensfall?

Was sind Aufräumungskosten? – Definition plus Beispiele

Aufräumungskosten sind jene Ausgaben, die entstehen, wenn nach einem Schadenfall ein Bereich gereinigt, entrümpelt oder wiederhergestellt werden muss. Diese Kosten können vielfältig sein und reichen von einfachen Reinigungsaufgaben bis hin zu umfangreichen Reparaturarbeiten. Ein klassisches Beispiel wäre ein Wasserschaden. Angenommen, eine Leitung bricht und dein Wohnzimmer steht unter Wasser. Jetzt musst du nicht nur die Leitung reparieren lassen, sondern auch die Wasserschäden beseitigen. Hierzu zählen die Trocknung des Mauerwerks, die Entfernung von beschädigten Möbeln und Teppichen sowie die Reinigung und Desinfektion der betroffenen Bereiche. Diese Arbeiten erzeugen Aufräumungskosten. Ein anderes Beispiel wäre ein Brandschaden. Ein kleines Feuer kann eine Reihe von Problemen verursachen, die behoben werden müssen. Darunter fallen beispielsweise das Entfernen von Ruß und verbranntem Material, die Beseitigung von Rauchgeruch und die Renovierung von Brandschäden.

In der Wohngebäude- und Hausratversicherung sind neben dem unmittelbaren Ersatz der versicherten Sachen auch die zusätzlichen Kosten für die Entsorgung der beschädigten oder zerstörten versicherten Sachen gedeckt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Versicherer in der Regel eine Höchstgrenze für die Übernahme solcher Aufräumungskosten vorsehen.

Diese Aufräumkosten übernimmt deine Hausratversicherung

Deine Hausratversicherung deckt viele Arten von Aufräumkosten ab. Bei einem Wasserschaden übernimmt die Versicherung beispielsweise die Kosten für das Trockenlegen des Gebäudes und die Entfernung beschädigter Gegenstände. Bei einem Brandschaden werden zum Beispiel die Kosten für das Entfernen von Ruß und verbrannten Materialien, das Beseitigen von Rauchgeruch und die Sanierung von Brandschäden an deinem Hausrat übernommen. Allerdings hängt der Umfang der übernommenen Aufräumkosten stark von deinem individuellen Versicherungsvertrag ab. Einige Verträge bieten umfangreichere Leistungen und decken auch die Kosten für notwendige Reparatur- oder Renovierungsarbeiten ab.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Versicherung in der Regel nicht nur die unmittelbaren Aufräumungskosten abdeckt. Je nach Ausgestaltung des Versicherungsvertrages kannst du auch weitergehende Folgekosten als Aufräumkosten geltend machen. Dazu gehören z.B. das Auswechseln und der Einbau neuer Türschlösser, die Bewachung der Immobilie, wenn sie nicht anders gesichert werden kann, die Unterbringung in einem Hotel oder einer ähnlichen Unterkunft sowie die Kosten für den Transport und die Einlagerung von Hausrat.

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Diese Kosten übernimmt deine Hausratversicherung nicht

Trotz aller Vielfalt gibt es dennoch einige Aufräumkosten, die von der Hausratversicherung nicht übernommen werden. Dazu gehören zum Beispiel die Entsorgungskosten für Gegenstände, die nicht durch den Schadenfall selbst beschädigt wurden. Wenn du beispielsweise die Gelegenheit nutzt, um deine Wohnung zu entrümpeln und alte, unbenutzte Möbel zu entsorgen, sind dies Kosten, die du selbst tragen musst. Ebenso wenig übernimmt die Versicherung die Kosten für die Erneuerung von Gegenständen, die aufgrund von Alter oder Abnutzung ersetzt werden müssen und nicht direkt durch den Sachschaden beschädigt wurden.

Wie erfolgt die Kostenerstattung durch die Versicherung?

Sobald ein Schadenfall eingetreten ist, ist es wichtig, umgehend die Versicherung zu informieren, um die Einzelheiten der Abwicklung der Aufräumkosten und eventuelle vertragliche Bedingungen zu klären. In der Regel ist es möglich, dass Reinigungs- und Aufräumfirmen ihre Kosten direkt mit der Versicherung abrechnen.

Hinweis: Wenn du selbst eine Reinigungsfirma beauftragst, ist es wichtig, dass du den Arbeitsauftrag, die Auftragsbestätigung sowie alle Rechnungen und Belege sorgfältig aufbewahrst. Diese Unterlagen dienen als Nachweis für die Versicherung und sind notwendig, um bereits entstandene Kosten erstattet zu bekommen.

Eigenleistungen geltend machen

Es ist nicht immer notwendig, für Aufräumungsarbeiten eine professionelle Firma zu beauftragen. Oftmals kannst du einige Aufgaben selbst erledigen und dadurch Kosten sparen. Diese Eigenleistungen können unter bestimmten Umständen ebenfalls bei deiner Versicherung geltend gemacht werden.

Um Eigenleistungen abzurechnen, ist es wichtig, diese genau zu dokumentieren. Notiere, welche Tätigkeiten du durchgeführt hast und wie lange du dafür gebraucht hast. Auch Fotos vor und nach den Arbeiten können hilfreich sein. Manche Versicherungen zahlen eine Pauschale pro Stunde für deine Arbeit. Prüfe daher im Vorfeld die Bedingungen deines Versicherungsvertrags.

Fazit

Die Aufräumkosten, die nach einem Schadensfall anfallen, können erheblich sein und schnell in die Tausende gehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sie in deinem Versicherungsschutz inbegriffen sind. Prüfe daher regelmäßig deine Versicherungsbedingungen und sorge dafür, dass sie deinen aktuellen Bedürfnissen entsprechen. Vergiss dabei nicht, die Bedingungen für die Erstattung von Eigenleistungen zu prüfen.

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