Fahrradunfall ohne Helm: Mögliche Folgen und Verletzungen

Von Annalena B. 24 Oktober, 2023
4 minutes
Fahrradunfall ohne Helm

Fahrradunfälle sind oft mit erheblichen Kopfverletzungen verbunden. Das kommt vor allem daher, dass in Deutschland viele Menschen ohne Helm mit dem Rad unterwegs sind. Das kann verschiedene Gründe haben. Bei einem Unfall ohne Fahrradhelm können aber schwere Folgen auf dich zukommen. Welche das sind und warum das Fahren ohne Helm so gefährlich ist, beantworten wir dir hier.

Fahrradfahren ohne Helm: Darum ist es so gefährlich

In Deutschland gibt es kein Gesetz, dass dir das Tragen eines Fahrradhelms vorschreibt. Daher ist es immer deine eigene Entscheidung, ob du den Schutz nutzt. Entscheidest du dich dagegen, kann das aber erhebliche Folgen für deine Gesundheit haben. Um eine informierte Entscheidung treffen zu können, solltest du daher die wichtigsten Fakten kennen.

Auf einem Fahrrad befindest du dich in einer erhöhten Sitzposition. Aus diesem Grund kann ein Sturz schwerwiegende Verletzungen nach sich ziehen. Darüber hinaus bist du auf dem Rad relativ ungeschützt. Du hast keine Knautschzone, die dich bei einem Unfall schützen kann. Darüber hinaus bist du deutlich langsamer als Autos und Motorräder. Beide Punkte tragen dazu bei, dass du gegenüber diesen Fahrzeugen deutlich im Nachteil bist.

Bei einem Aufprall werden Radfahrende meist mehrere Meter unkontrolliert durch die Luft geschleudert. Ohne eine Schutzausrüstung sind sie dann den entstehenden Kräften unkontrolliert ausgeliefert. Wenn die Personen auf dem Auto oder auf dem Boden aufprallen, sind vor allem der Kopf, der Hals und die Wirbelsäule von den Auswirkungen der Kräfte betroffen.

Ohne Fahrradhelm sind diese Bereiche komplett ungeschützt und es können schwere Verletzungen entstehen. Der Helm kann einen großen Teil der Kräfte aufnehmen und den Körper damit schützen. Dadurch kann diese Schutzausrüstung viele potenziell tödliche Verletzungen verhindern. Das zeigt sich auch in verschiedenen Statistiken. Die Daten in der Datenbank der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zeigen ein solches Ergebnis. Laut dieser Statistik kommen etwa 73 % der Fahrradfahrenden mit Helm bei einem Unfall ohne Kopfverletzung davon. Das ist besonders wichtig, weil bei lebensgefährlichen Verletzungen zu 70 % der Kopf betroffen ist.

Fahrradunfall ohne Helm: Wer haftet?

Wenn du in einen Unfall gerätst, haftet grundsätzlich der Unfallverursacher für den Schaden. In diesem Fall springt die Haftpflichtversicherung ein. Es kann aber sein, dass dir eine Teilschuld zugesprochen wird, wenn du keinen Fahrradhelm getragen hast. Das wird damit begründet, dass der Unfall mit Helm wahrscheinlich zu weniger Verletzungen geführt hätte.

Zusammenhang zwischen Helmpflicht und Schuldfrage

Wenn du ohne Helm auf dem Fahrrad unterwegs bist, musst du nicht unbedingt eine Teilschuld bei einem Unfall befürchten. Es muss immer im Einzelfall entschieden werden, weil es ja keine allgemeine Helmpflicht gibt. Ist der Unfall unverschuldet, kann deshalb laut einem Urteil des BGH nicht von einer grundsätzlichen Schuld ausgegangen werden.

Unfälle ohne Fremdverschulden

In vielen Fällen ist bei einem Fahrradunfall auch kein anderer Verkehrsteilnehmender beteiligt. Das nennt sich dann Alleinunfall. Solche Stürze können zum Beispiel durch Kopfsteinpflaster, Schlaglöcher oder blockierte Speichen zustande kommen. Vor allem älteren Personen passieren solche Unfälle öfter. In diesem Fall muss keine Schuldfrage geklärt werden. Allerdings hilft auch bei Alleinunfällen ein Fahrradhelm bei der Vermeidung von schweren Verletzungen.

Fahrradunfall ohne Helm

Fahrradunfall ohne Helm: Versicherungsrechtliche Fragen

Die versicherungsrechtlichen Fragen nach einem Fahrradunfall sind nicht immer ganz einfach zu beantworten. Oft sind unterschiedliche Versicherungen für jeweils einen Teil der Folgen zuständig. In vielen Fällen ist die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers zuständig.

Das wird aber im Einzelfall entschieden und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört unter anderem, welchen Zweck deine Fahrt hatte. Ein weiterer Faktor ist, wo du unterwegs warst. Je nachdem, ob du auf dem Radweg gefahren bist oder auf der Straße, kann die Frage anders beantwortet werden. Auch die Unfallursachen werden meist genau in den Blick genommen. Dazu gehört auch, mit welcher Geschwindigkeit du unterwegs warst und ob du dich an die Promillegrenze gehalten hast. Du solltest dich auch immer an alle Verkehrsregeln halten. Achte auf eine korrekte Fahrradbeleuchtung und halte dich an alle Schilder, auch an spezielle Verkehrsschilder für Fahrrad-Fahrende.

Damit du immer über einen möglichst guten Versicherungsschutz verfügst, solltest du deine Versicherungen überprüfen. Eine Haftpflichtversicherung ist auch als Fahrradfahrender wichtig. Zusätzlich können eine spezielle Unfallversicherung und eine Fahrradversicherung sinnvoll sein. Vor dem Abschluss des Vertrags solltest du aber immer die Bedingungen genau prüfen. Im Kleingedruckten einer Unfallversicherung kann zum Beispiel stehen, dass nur ein Teil des Schadens abgesichert ist, wenn du ohne Helm unterwegs bist. Weil es aber in Deutschland keine Helmpflicht gibt, haben nicht alle Versicherungen eine solche Klausel in den Verträgen integriert. Der genaue Blick in die Police lohnt sich also.

Drei weitere Gründe für das Tragen eines Fahrradhelms

Ein Fahrradhelm kann sich bei einem Unfall durchaus als lebenswichtig erweisen. Das allein sollte Grund genug sein, um den Kopfschutz bei jeder Fahrt aufzusetzen. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Punkte, die für den Helm sprechen:

  1. Wer mit einem Helm unterwegs ist, gibt ein gutes Vorbild für Kinder ab.
  2. Viele Fahrradhelme sind mit Reflektoren ausgestattet.
  3. Fahrradhelme gibt es in vielen unterschiedlichen Designs.

Es ist in Deutschland ein häufiges Bild auf der Straße: Eine Familie ist mit dem Fahrrad unterwegs und die Kinder tragen alle einen Helm, die Erwachsenen jedoch nicht. Das zeigt, wie es viele Menschen mit dem Tragen der wichtigen Schutzausrüstung halten. Aus diesem Grund ist es kein Wunder, wenn Jugendliche sich oft dagegen wehren, den Helm aufzusetzen. Wer als Erwachsener einen Fahrradhelm trägt, setzt daher ein wichtiges Zeichen und geht mit gutem Beispiel voran.

Der Fahrradhelm verhindert in jedem Alter schwere Kopfverletzungen. Er kann aber auch dabei helfen, Unfälle von vornherein zu vermeiden. Die meisten Modelle sind mit reflektierenden Bereichen ausgestattet. Das erhöht die Sichtbarkeit und andere Verkehrsteilnehmende werden eher auf dich aufmerksam. Einige Fahrradhelme haben am Hinterkopf auch eine LED-Beleuchtung. Damit verbessert sich die Sichtbarkeit weiter.

Die Vielfalt der unterschiedlichen Modelle ist heutzutage groß. Damit kann jeder einen Fahrradhelm finden, der gut passt. Darüber hinaus sind viele Helme auch in coolen Designs gestaltet. Je nach Geschmack kannst du also einen schlichtes oder ein auffälliges Modell wählen. Für Kinder und Jugendliche gibt es auch viele Fahrradhelme mit Comicfiguren oder anderen interessanten, coolen oder süßen Designs.

Bildnachweis: Header ©AdobeStock_623434162; Poter, Bild 1 ©AdobeStock_160576714; bannafarsai

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