Starkregen: Welche Versicherung übernimmt den Schaden?

Seit den vergangenen Jahren haben wir immer häufiger mit extremen Wetterereignissen zu kämpfen. Besonders besorgniserregend sind vor allem die starken Niederschläge und Überschwemmungen, die mit diesen bizarren Witterungsereignissen einhergehen. Verantwortlich hierfür ist in erster Linie der Klimawandel, denn dieser führt regelrecht dazu, dass immer mehr Starkregenereignisse auftreten und Menschen mit den verheerenden Auswirkungen konfrontiert werden. Dabei entstehen nicht nur schwerwiegende Schäden an Gebäuden und persönlichen Besitzeigentümern, sondern auch enorme finanzielle Belastungen. Exakt aus diesen Gründen solltest du dich unbedingt gegen derartige Schäden absichern. Doch welche Police bietet hier ausreichend Versicherungsschutz? Zahlt die Gebäudeversicherung bei einer Überschwemmung? Oder ist die Hausratversicherung der richtige Ansprechpartner? Gibt es womöglich auch eine spezielle Starkregen Versicherung? Fragen über Fragen, doch wir schaffen Klarheit.
Worum handelt es sich bei Starkregen?
Was versteht man überhaupt unter Starkregen bzw. wann spricht man von richtigem Starkregen? Hier beziehen wir uns auf die Aussage vom Deutschen Wetterdienst, kurz DWD. Denn laut diesem ist erst dann von Starkregen die Rede, wenn in kürzester Zeit derart große Mengen Wasser niedergehen, dass es zu einer Überschreitung bestimmter Schwellenwerte kommt. Das ist ab einer Regenmenge von 15 bis 25 Liter/Quadratmeter pro Stunde bzw. 20 bis 35 Liter/Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden der Fall. Kommt es zu einer Regenmenge von mehr als 25 Liter/Quadratmeter pro Stunde oder 35 Liter/ Quadratmeter innerhalb von zwei Stunden, so werden Unwetterwarnungen ausgerufen.
Gerade in den heißen Monaten des Sommers ist Starkregen in Verbindung mit schwerwiegenden Gewittern keine Seltenheit. Doch auch der Klimawandel trägt effektiv zur Entstehung von Extremwettern bei, sodass auch Deutschland diesbezüglich mittlerweile als stark gefährdet gilt. Und trotz diesem Wissen verfügen weniger als 50 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen über eine spezielle Starkregen Versicherung. Kommt es also zu einem unvorhersehbaren Schaden durch eindringendes Regenwasser, müssen die Betroffenen den Wasserschaden aus eigener Tasche zahlen. Und das kann für viele Menschen den finanzielle Ruin bedeuten. Doch exakt dieses Szenario lässt sich durch den Abschluss einer Starkregen Versicherung effektiv vermeiden.
Wissenswert – Was sind Elementarschäden?: Bestimmt hast du schon mal von sogenannten Elementarschäden gehört. Hierzu zählen nicht nur Schäden durch Schneedruck, Lawinen, Erdrutsch, Erdsenkung und Erdbeben sowie Vulkanausbrüche, sondern auch Hochwasser, Starkregen, Überschwemmung und Rückstau.

Starkregengefährdungsklassen (SGK)
Wichtig zu wissen ist, dass nicht alle Immobilien in Deutschland gleichermaßen einem Überschwemmungsrisiko ausgesetzt sind. Daher erfolgt die Einordnung in unterschiedliche Starkregengefährdungsklassen. Mittels des sogenannten Zonierungssystems ermitteln die verschiedenen Versicherungsgesellschaften, wie hoch das Risiko für Hochwasser in den jeweiligen Regionen ist. Dabei erfolgt die Zuordnung je nach Lage der Immobilie. Das bedeutet: Je tiefer dein Gebäude liegt, desto länger steht darin das Wasser und desto höher fällt der Elementarschaden bzw. Wasserschaden aus. Zur besseren Verständnis möchten wir die unterschiedlichen Starkregengefährdungsklassen im Folgenden etwas ausführlicher erläutern:
- Starkregengefährdungsklasse 1 (SGK1): Hierunter fallen alle Immobilien, die auf einem Hang oder einer Kuppe liegen. Ist dem so, gehen die Versicherer von einer besonders geringen Gefährdung
- Starkregengefährdungsklasse 2 (SGK2): Befindet sich dein Haus in der Ebene oder im mittleren Hangbereich, jedoch nicht in direkter Nähe zu einem Bach/Fluss, so liegt laut des Zonierungssystems eine mittlere Gefährdung
- Starkregengefährdungsklasse 3 (SGK3): Stark gefährdet sind hingegen alle Immobilien, die sich im Tal oder in direkter Nähe zu einem Bach/Fluss befinden.
Die Starkregengefährdungsklasse 3 ist verhältnismäßig gering vertreten. Denn aktuell liegen in Deutschland nur knapp 12 Prozent aller Adressen in dieser Gefährdungsklasse. Anders schaut es in der Schadensgefährdungsklasse 2 aus, sie macht mit rund 66 Prozent den größten Anteil aus. Während aktuell ca. 23 Prozent aller in Deutschland vorhandenen Gebäude in der Starkregengefährdungsklasse 1 kategorisiert sind.
Welche Versicherung greift?
Grundsätzlich solltest du wissen, dass sowohl die Hausrat als auch die (Wohn-)Gebäudeversicherung Schäden durch extreme Naturkatastrophen nicht automatisch miteinschließen. Somit benötigst du unbedingt eine zusätzliche Elementarversicherung, die dich gegen Starkregen absichert. Vorteil an diesem Zusatzbaustein ist, dass er auch die Folgen von Überschwemmungen, Rückstau, Erdfall, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und sogar Vulkanausbrüchen mit abdeckt.
Doch warum leistet die reine Gebäudeversicherung nicht bei Schäden durch Überschwemmung und Starkregen? Das liegt daran, dass der Versicherungsschutz dieser Police meistens Schäden durch Feuer, Sturm und Leitungswasser abdeckt, daher ist es mehr als ratsam, eine zusätzliche Starkregen Versicherung in Form von einer Elementarpolice abzuschließen. Dasselbe trifft auch auf die Hausratversicherung zu. Denn auch diese kommt nur dann für die Kosten an deinem durch Starkregen beschädigtem Hab und Gut auf, wenn du sie um eine Elementarversicherung erweitert hast.
Dank des Abschließens einer zusätzlichen Starkregen Versicherung bzw. dem Zusatzbaustein „Elementarversicherung“ bist du in der Regel gegen folgende Kosten abgesichert:
- Reparaturen, die an und in deinem Haus sowie an deinen Garagen oder Nebengebäuden (Schuppen, Gartenhaus und Co.) anfallen. Wichtig ist jedoch, dass diese explizit im Vertrag miteingeschlossen sind.
- Gebäudetrockenlegung und -sanierung
- Konstruktion oder Neubau eines gleichwertigen Gebäudes
- Übernachtungskosten für eine Überbrückungsunterkunft
- Ersatz verlorener Einnahmen aus beschädigten, vermieteten Objekten
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