Autobeleuchtung: Die Lichter am Auto im Überblick

Von Erik Lehnert 18 Juli, 2023
4 minutes

Die Lichter am Auto umfassen weit mehr als nur Scheinwerfer und Blinker! Funktion, Kontrolle und Einsatz können ganz schön verwirrend sein – glücklicherweise bietet dir unser Überblick alle wichtigen Informationen!

Dabei gilt: Alle Lichter am Auto erfüllen einen Zweck, aber nicht alle sind auch verpflichtend! Ist dein Auto zum Beispiel älter als 2011 und besitzt kein Tagfahrlicht, ist das rechtlich kein Problem. Andere Lichter am Auto, zum Beispiel die Bremslichter, müssen jedoch vorhanden sein und auch funktionieren – sonst droht ein Bußgeld! 

Die Lichter zählen zu den typischen Verschleißteilen am Auto, da sie vergleichsweise häufig den Geist aufgeben. Mit dem Austausch der defekten Lampe ist es aber meistens getan und das Problem günstig behoben. 

Gut zu wissen: Obwohl der Name es vermuten lässt, zerstört ein Defekt der Lichtmaschine nicht deine Scheinwerfer, sondern verhindert die Aufladung deiner Batterie!

Das Tagfahrlicht: Alles, was du wissen musst

Neuere Pkw haben in der Regel ein Tagfahrlicht. Es handelt sich dabei um zwei Lampen, die meist unter, gelegentlich aber auch im regulären Scheinwerfer installiert sind. Ihre Aufgabe ist es, dein Fahrzeug besser erkennbar zu machen – vor allem bei dämmrigen Umgebungen, in denen noch kein Abblendlicht benötigt wird, trägt dies zur Fahrsicherheit bei!

Das Tagfahrlicht schaltet sich in der Regel automatisch mit dem Start deines Pkw ein. Das ist auch gut so, denn ein solches Licht kann die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich erhöhen. Es ist am Auto Pflicht, wenn dieses 2011 oder später gebaut wurde. Ältere Fahrzeuge müssen keine Tagfahrbeleuchtung vorweisen. 

Neuere Fahrzeuge müssen ein Tagfahrlicht besitzen, aber einschalten musst du es nicht. In anderen Ländern ist auch die Verwendung Vorschrift, in Deutschland allerdings nicht. Anders sieht es hingegen bei Motorradfahrenden aus: Sie müssen ihr Tagfahrlicht immer einschalten. 

Unsere Reparaturkostenversicherung kann die finanzielle Belastung für Dich bei unerwarteten Reparaturen an den Lichtern des Fahrzeugs erheblich reduzieren. Schütze Deine Beleuchtung und Dein Fahrzeug mit der passenden Versicherung, um im Fall der Fälle gut abgesichert zu sein.

Das Abblendlicht

Unter den Lichtern am Auto ist die Bedeutung des Abblendlichts besonders klar: Ohne Licht siehst du nichts, wenn du nachts unterwegs bist! Aber auch in der Dämmerung, bei schlechten Sichtverhältnissen durch Regen, Nebel und Schnee und in Parkhäusern und Tunneln ist es einzuschalten. 

Unter den Autolicht-Symbolen ist für das Abblendlicht ein Scheinwerfer mit drei (oder mehr) Strahlen vorgesehen, die nach unten zeigen. Du kannst es über einen Knopf oder Drehschalter aktivieren. Die Position ist, je nach Automarke und Modell, unterschiedlich. Bei einer automatischen Beleuchtung aktivierst du es mit der Einstellung “Auto”. 

Ist das Abblendlicht eingeschaltet, siehst du eine Kontrollleuchte für das Autolicht an deinem Armaturenbrett. Das ist vor allem bei älteren Fahrzeugen wichtig, denn hier bleiben die Lichter am Auto an, bis du sie ausschaltest. Wenn du es vergisst – zum Beispiel über Nacht – kann dies deine Batterie komplett entleeren! Neuere Pkws besitzen jedoch eine Abschalt-Automatik: sobald du den Schlüssel abziehst, gehen auch deine Lichter aus und du musst dir weniger Sorgen machen. 

Das Fernlicht und wann du es benutzen darfst

Unter den Lichtern am Auto ist das Fernlicht das einzige, dessen Verwendung eingeschränkt ist. Dieser besonders starke Scheinwerfer strahlt in Fahrtrichtung und kann andere Verkehrsteilnehmende blenden. Deshalb kannst du das Fernlicht nicht einfach durchgehend nutzen!

Erlaubt ist die Nutzung nur, wenn die Sicht stark eingeschränkt ist. Das ist vor allem Nachts der Fall. Kommen dir andere Fahrzeuge entgegen, musst du dein Fernlicht abschalten, um diese nicht zu blenden. Auch Verkehrsteilnehmende vor dir dürfen nicht geblendet werden. 

Innerorts ist das Fernlicht am Auto ebenfalls abzuschalten. Aufgrund der niedrigen Geschwindigkeiten ist es hier aber ohnehin kaum erforderlich. Ausnahme: Ist eine Straße innerorts nicht ausreichend oder gar nicht beleuchtet, darfst du dein Fernlicht nutzen. 

Auch bei starkem Schneefall, Regen oder Nebel bleibt das Fernlicht aus – du blendest dich in solchen Fällen nur selbst, da das Licht am Auto reflektiert wird. Zudem solltest du auf das Fernlicht verzichten, wenn Tiere auf der Fahrbahn stehen. 

Das Standlicht

Das Standlicht ist, wie der Name schon sagt, für den Einsatz im Stand gedacht – fahren darfst du nur mit diesem Licht nicht! Denn es ist deutlich schwächer als andere Lichter am Auto und dient nur dazu, dein stehendes Auto nachts besser erkennbar zu machen. 

Du musst es immer dann aktivieren, wenn du in einem nicht ausreichend beleuchteten Bereich parkst oder hältst. Dazu kommt es vor allem in der außerorts in der Nacht, denn innerorts ist die Straßenbeleuchtung fast immer ausreichend. Auch beim Warten an einem Bahnübergang ist es Pflicht (wenn keine anderen Lichter am Auto eingeschaltet sind)

Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte

Nebelscheinwerfer gehören zu den Lichtern am Auto, die du nicht unbedingt benötigst. Sind sie vorhanden, helfen sie dir aber enorm bei schlechter Sicht durch Nebel, Schnee oder Regen. Im Gegensatz zum Fernlicht schaffen sie dies, ohne dich selbst zu blenden. 

Sobald die Sicht wieder klar ist, musst du sie allerdings ausschalten. Die Nebelscheinwerfer grundlos anlassen (zum Beispiel, weil sie dein Auto besonders cool aussehen lassen), ist nicht erlaubt. 

Etwas anders sieht es bei der Nebelschlussleuchte aus: Sie ist für alle Fahrzeuge ab Baujahr 1991 Pflicht! Du musst sie dann einschalten, wenn die Sicht durch Nebel oder andere Witterungsverhältnisse auf unter 50 Meter sinkt. Das erkennst du sehr gut an den Leitpfosten, denn diese haben in Deutschland 50 Meter (in Österreich nur 33 Meter!) Abstand zueinander.

Das helle Licht der Nebelschlussleuchte warnt anderen Verkehrsteilnehmende und verhindert so Auffahr- und andere Unfälle. Bei klarer Sicht kann es die hinter dir fahrenden Autos jedoch schnell blenden. Daher musst du es wieder ausschalten, sobald sich der Nebel lichtet. 

Rückfahrscheinwerfer und Bremslichter

Sowohl Rückfahrscheinwerfer als auch Bremslichter sind Pflicht für deutsche Autos – Das Rückfahrlicht allerdings nur bei Fahrzeugen ab Baujahr 1987. Auch das sogenannte dritte Bremslicht, das in der Mitte der Rückscheibe steckt, ist ab Baujahr 1998 verpflichtend. 

Die roten Bremslichter zeigen an, dass ein Auto abbremst. Sobald du auch nur leicht auf die Bremse trittst, leuchten sie auf. Verkehrsteilnehmende hinter dir wissen dadurch, dass dein Fahrzeug langsamer wird, und können ihre Geschwindigkeit entsprechend anpassen. 

Der Rückfahrscheinwerfer springt an, sobald du den Rückwärtsgang einlegst (und der Zündschlüssel steckt). Er leuchtet dir den Weg hinter dem Fahrzeug aus und erleichtert dir so das Rückwärtsfahren. 

Sowohl Rückfahrscheinwerfer als auch Bremslichter funktionieren automatisch. Daher gibt es auch keine Kontrollleuchten für dieses Autolicht oder Autolicht-Symbole im Armaturenbrett, wenn sie aktiv sind.

Das Warnblinklicht und Blinklichter

Die Blinker sind kleine, gelbe und sehr wichtige Lampen an deinem Fahrzeug. Sie zeigen anderen Verkehrsteilnehmenden, in welche Richtung du fahren möchtest und ermöglichen es ihnen so, sich auf dich einzustellen. 

Wer nach rechts will, nutzt die Blinker auf der rechten Seite; wer nach links möchte, setzt die Blinker auf der linken Seite ein. Zwei Kontrollleuchten für dieses Autolicht findest du im Armaturenbrett: Sie werden mit einem Pfeil in die jeweilige Richtung dargestellt. Ein eingeschalteter Blinker muss an deinem Auto vorne und hinten sichtbar sein.

Blinker tragen maßgeblich zu einem funktionierenden Verkehrsfluss bei und sind dementsprechend Pflicht für alle Fahrzeuge. Gleiches gilt für das Warnblinklicht: Sind beide Blinker (rechts und links) aktiviert, weißt du andere auf eine Gefahrensituation hin. 

Man verwendet sie zum Beispiel bei Unfällen, am Ende eines Staus, bei Problemen mit dem eigenen Auto oder um auf andere Gefahren hinzuweisen. Siehst du ein anderes Fahrzeug mit eingeschaltetem Warnblinker, solltest du besonders aufmerksam und vorsichtig sein.  

So kontrollierst du alle Lichter am Auto

Die verschiedenen Lichter am Auto geben immer wieder den Geist auf – vor allem bei älteren Fahrzeugen mit “normalen” Glühlampen kommt es immer wieder zu Ausfällen. Aber auch bei modernen LED- oder Xenon-Scheinwerfern solltest du regelmäßig die Funktion überprüfen.

Das ist ganz einfach: Fahre mit deinem Auto rückwärts vor eine helle Wand. Am besten funktioniert der Test bei Dunkelheit oder Dämmerung, aber auch bei Tag ist die Kontrolle möglich. 

Prüfe nun zuerst dein Bremslicht, indem du auf die Bremse trittst. In deinen Rückspiegeln solltest du jetzt drei rote Lichter – rechts, links und etwas höher in der Mitte – erkennen können. Fehlt einer der Punkte, ist eine Leuchte defekt. 

Beim Einlegen des Rückwärtsgangs solltest du ein weißes Licht an der Wand sehen (je nach Fahrzeug auch zwei). Nimm den Rückwärtsgang wieder heraus und schalte deine Nebelschlussleuchte ein. Dadurch sollte ein weiteres, helles, weißes Licht auf der Wand erscheinen. 

Jetzt wird es Zeit für das hintere Standlicht. Es ist so schwach, dass es bei Tageslicht nicht gut auf der Wand zu erkennen ist. Wenn du es über die Spiegel nicht siehst, solltest du aussteigen und nachsehen, ob du es mit bloßem Auge erkennen kannst. 

Anschließend folgen die rechten und linken Blinker sowie der Warnblinker. Du solltest sie als blinkende gelbe Lichter im Spiegel erkennen können. Obwohl der Warnblinker die gleichen Leuchten wie der “normale” Blinker verwendet, ist er gesondert zu prüfen. 

Nun kannst du dein Auto umdrehen und mit der Front zur Wand platzieren. Prüfe auch hier die Blinker (rechts, links und Warnblinker sollten an der Wand sichtbar sein) und anschließend die Scheinwerfer: Abblendlicht und Fernlicht müssen auf beiden Seiten funktionieren. 

Zuletzt kannst du deine Nebelscheinwerfer prüfen, sofern dein Pkw über welche verfügt. Auch hier müssen beide Seiten funktionieren. Haben alle Lichter an deinem Auto wie gewünscht geleuchtet und geblinkt, ist der Test erfolgreich bestanden! Bei Problemen musst du hingegen möglichst schnell das Leuchtmittel austauschen. 

Das passiert bei defekten Lichtern am Auto

Defekte Lichter am Auto führen zu Bußgeldern! Da sie – vor allem Nachts – sehr gut zu erkennen sind, entdeckt dich die Polizei oft sehr schnell und bittet dich zur Kasse. Aber auch die erheblichen Gefahren für dich und andere Verkehrsteilnehmenden sind nicht zu unterschätzen. 

Die korrekte Funktion der Lichter am Auto zählt auch zu den typischen TÜV-Kriterien: Alle Leuchten, die sich an deinem Fahrzeug befinden, müssen auch funktionieren. Das betrifft auch die Lichter am Auto, die nicht Pflicht sind! 

Hat dein Pkw also zum Beispiel Nebelleuchten, müssen diese auch einsatzbereit sein – wenn jedoch keine Nebelleuchten verbaut sind, ist das kein Problem, denn sie sind nicht vorgeschrieben. Gleiches gilt übrigens auch für Airbags, ESP oder ABS. 

Sollten eines oder mehrere Lichter am Auto nicht funktionieren, kannst du die Hauptuntersuchung (HU) nicht bestehen. Du musst die Lampen reparieren (oder reparieren lassen) und anschließend zur Nachprüfung erscheinen. Das verursacht nicht nur unnötige Extrakosten, sondern auch erheblichen Aufwand!

Wenn du dein Auto privat verkaufen möchtest, können defekte Lichter am Auto ebenfalls Kosten verursachen! Viele Käuferinnen und Käufer sind dann nicht bereit, den vollen Preis zu zahlen. Der Grund: Sie wissen nicht, ob nur eine Glühlampe defekt ist oder vielleicht ein größeres, teureres Problem am Scheinwerfer oder der Elektronik vorliegt!

Gut zu wissen: Wann muss mein Auto zum TÜV? Wir zeigen dir, wie du es ganz einfach herausfindest!

Bildnachweise: Headerbild ©AdobeStock_187967150_scanrail; Bild 1: ©AdobeStock_339689196_kadmy; Bild 2: ©AdobeStock_236183326smiltena.jpg

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