Auto (neu) lackieren: Tipps, Kosten und mehr

Von Julia Schäfer Juni 29, 2023
4 minutes

Mit einem frischen Lack kannst du deinem Auto ein völlig neues Erscheinungsbild verleihen und es wieder zum Strahlen bringen. Ganz egal, ob zur Aufwertung, zur Beseitigung von Kratzern oder einfach aus dem Wunsch nach Veränderung – Das Lackieren eines Autos kann eine lohnenswerte Investition sein. Doch bevor du loslegst, gibt es einiges zu beachten. Im folgenden Blogbeitrag teilen wir wertvolle Tipps zum erfolgreichen Lackierprozess mit dir. Auch gehen wir auf die damit verbundenen Kosten ein und verraten dir, wie du dein Auto selber lackieren kannst. Ganz gleich, ob du zu den absoluten Auto-Enthusiasten zählst oder einfach nur nützliche Informationen zum Thema „Auto lackieren“ suchst, dieser Beitrag bietet dir eine umfassende Einführung.

Auto neu lackieren: Mit diesen Kosten musst du rechnen

Du möchtest dein Auto lackieren lassen und fragst dich, wie hoch die Kosten hierfür sind? Wir schaffen Klarheit. Doch vorab sei gesagt, dass ein komplett neuer Auto Lack natürlich deutlich kostenintensiver ist, als nur einzelne Autoteile lackieren zu lassen bzw. eine kleine Auto Lack Reparatur durchzuführen. Mit diesen Kosten solltest du rechnen, wenn du dein Auto lackieren lassen möchtest:

  • Aufbereitungslackierung zur Wiederherstellung des Originalzustandes: Je nach Autowerkstatt zwischen 300 und 600 Euro, vorausgesetzt es liegen nur leichte Lackschäden vor.
  • Auto Lack Reparatur größerer Schäden: Ab 1.500 Euro
  • Lackierung der Motorhaube: Zwischen 400 und 500 Euro
  • Lackierung des Kotflügels: Rund 500 bis 600 Euro
  • Komplettlackierung Kleinwagen: Bis zu 3.500 Euro
  • Komplettlackierung größerer Fahrzeugmodelle: Je nach Aufwand bis zu 10.000 Euro

Werkstatt oder DIY?: Vor- und Nachteile im Überblick

Du möchtest dein Auto lackieren? Dann hast du die Qual der Wahl. Denn entweder beauftragst du eine professionelle Werkstatt oder aber du nimmst die Herausforderung selbst in die Hand. Wofür du dich letztendlich entscheidest, ist in erster Linie eine Frage des Geldes und der Qualität. Hier gibt es keine Zweifel: In einer professionellen Lackierwerkstatt, ganz gleich, ob eine freie Werkstatt oder eine Markenwerkstatt, du bekommst einwandfreie Arbeit. Jedoch hat diese Qualität, wie du den oben aufgelisteten Kosten entnehmen kannst, durchaus ihren Preis. Und dabei machen die Materialkosten nur einen Bruchteil aus. Denn die meisten Kosten werden in einer professionellen Lackierwerkstatt durch die Arbeitsstunden generiert. Etliche Male schleifen, grundieren, lackieren, polieren und Co. – All das geht ganz schön in die Zeit und ins Geld. Und genau dieser Kostenfaktor fällt bei einer DIY-Autolackierung weg. Weitere Vor- und Nachteile der Autolackierung in Eigenregie findest du im Folgenden:

Auto selber lackieren – Vorteile

  • Geringe Kosten
  • Vergleichbare Qualität der Autolacke und Lackierungszubehörutensilien möglich, vorausgesetzt du kaufst alles bei einem Qualitätshersteller
  • Bei sauberer und präziser Umsetzung sehr gute Ergebnisse möglich
  • Nebenbei kann es auch Freude bereiten, dass eigene Auto selbst zu lackieren
  • Erlerntes kann erneut Anwendung finden, denn Kratzer, Schleifspuren und Co. sind während einem Autoleben keine Seltenheit

Auto selber lackieren – Nachteile

  • Zeitaufwändig
  • Bei falscher Vorgehensweise kein überzeugendes Ergebnis
  • Fehlende Lackierkabine, sodass eine Auto-Lackierung in Eigenregie nur bei guten Witterungsverhältnissen möglich ist

Die Frage, ob eine professionelle Auto Werkstatt oder DIY die bessere Wahl ist, lässt sich recht einfach beantworten. Hast du ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung, kannst du guten Gewissens eine professionelle Lackierwerkstatt aufsuchen.

Es ist wichtig zu beachten, dass das Lackieren des Autos in Eigenregie, insbesondere als Laie, auch Risiken mit sich bringt. Fehlerhafte Vorgehensweisen können zu schlechten Ergebnissen führen und im schlimmsten Fall zusätzliche Schäden verursachen.

Um finanzielle Belastungen durch Reparaturen zu minimieren, ist es daher sinnvoll, über eine Reparaturkostenversicherung nachzudenken.

Diese bietet Versicherungsschutz für Reparaturen am Auto und kann dazu beitragen, unerwartete Kosten zu decken, die durch selbst durchgeführte Lackierarbeiten entstehen könnten.

Auto selbst lackieren: So geht’s

Du möchtest deinem Autolack einen Farbwechsel verpassen, dann ist eine gute Vorarbeit das A und O. Denn Nachlässigkeit führt unweigerlich zu schlechten Ergebnissen. Und diese lassen sich meist nur extrem mühsam und kostenintensiv beseitigen. Exakt aus diesem Grund sollte die Vorbereitung mindestens 80 Prozent deiner Zeit einnehmen, die du für das Lackierungsprojekt eingeplant hast.

Wissenswert: In der Regel nimmt das Lackieren eines normal großen Autos rund zwei Tage in Anspruch.

Schritt 1: Zuerst musst du dein Auto gründlich waschen. Am besten entscheidest du dich für die Handwäsche. Alternativ dazu kannst du aber auch eine Waschstraße aufsuchen, jedoch solltest du unbedingt auf die Anwendung von Heißwachs verzichten.

Schritt 2: Anschließend entfernst du alle demontierbaren Komponenten wie zum Beispiel Blinker, Lichter, Radkappen, Scheibenwischer, Zierleisten, Waschdüsen und Co. Dieser Schritt erspart dir bei der späteren Auto Lackierung jede Menge Arbeit.

Schritt 3: Nun klebst du dein Auto ordentlich und großzügig mit einem hochwertigen Krepp-Klebeband ab. Bei den Scheiben ist es wichtig, dass du diese inklusive Gummis abklebst. Sofern du die Autoscheinwerfer und Rücklichter ausbauen konntest, empfiehlt es sich die Hohlräume auch von innen abzukleben. Dadurch sparst du dir Farbe.

Schritt 4: Jetzt geht es ans Ausbeulen. Dieser Schritt ist extrem wichtig, denn eine Lackierung verstärkt jede noch so kleine Beule ungemein. Daher solltest du hierfür besonders viel Zeit einplanen. Denn nur so kannst du dich am Ende über ein schönes Ergebnis freuen.

Schritt 5: Im nächsten Schritt musst du den alten Lack mit Hilfe eines 400er oder 600er Schleifpapiers sowie einem Schleifklotz anrauen. Anderenfalls hält die frische Farbe nicht sonderlich gut auf dem alten Lack. Gehe hierbei extrem vorsichtig vor und vermeide unbedingt ein Herunterschleifen bis auf das unter dem Alt-Lack befindliche Blech.

Schritt 6: Hast du den gesamten Alt-Lack deines Fahrzeugs gründlich angeraut, solltest du anschließend etwaigen Schleifstaub entfernen. Hierfür greifst du am besten auf einen Silikonreiniger zurück, denn dieser entfernt zugleich auch sämtliche Fette, sodass deiner Autolackierung nichts mehr im Wege steht.

Schritt 7: Nun bereitest du deinen Arbeitsplatz vor. Besonders gut geeignet sind geschlossene Räume, für kleinere Lackierarbeiten reicht aber auch ein Car-Port oder ein Garten-Pavillon. Wichtig ist, dass keine Insekten, Laub oder gar Staub mit dem frischen Lack in Kontakt kommen. Denn dieser braucht eine gewisse Zeit zum Aushärten.

Schritt 8: Jetzt kannst du dich der eigentlichen Autolackierung widmen. Hierfür stehen dir klassische Autolacke zum Rollieren als auch Sprühlacke zur Verfügung. Entscheidest du dich für die erste Option, benötigst du neben einer Malerwanne auch eine Gummi-Farbrolle für glatte Oberflächen und eine geflöhte Farbrolle für raue Oberflächen. Bei der Verwendung von Sprühlack bedarf es hingegen eine Atemschutzmaske sowie einen Ganzkörperschutzanzug, einen Kompressor, eine Sprühpistole und einen Mischeimer.

Schritt 9: Zu guter Letzt verleihst du dem neuen Lack noch das perfekte Finish, indem du dein Auto nach dem Trocknen gründlich polierst. Bei Mattlacken ist dies natürlich nicht möglich.

Schritt für Schritt zum neuen Lack: Wichtige Tipps

Möchtest du dein Auto lieber in einer professionellen Autowerkstatt lackieren lassen, gilt es zuerst eine gute Anlaufstelle zu finden. Bei deiner Suche solltest du bedenken, dass jene mit dem günstigsten Angebot nur selten eine gute Adresse sind. Denn entscheidest du dich gegen eine DIY-Lackierung sollten weder geringe Kosten noch die Standortnähe an oberster Stelle stehen. Am besten vergleichst du online die Preise, Leistungen und Erfahrungen miteinander, um anschließend eine geeignete Fachwerkstatt zu finden. Ebenso wichtig ist ein persönliches Gespräch vor Ort und dein Bauchgefühl.

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