Genesungsgeld

Von Erik Lehnert 22 September, 2023
4 Minuten
Genesungsgeld

Nach einem Unfall kann die Genesung einige Zeit in Anspruch nehmen. Bei schwerwiegenden Verletzungen brauchst du auch nach dem Krankenhausaufenthalt noch weitere Unterstützung. Beispielsweise zu Hause, weil du körperlich noch nicht wieder ganz belastbar bist. Das kann finanzielle Herausforderungen mit sich bringen. Aber kannst du dir Geld von der Versicherung nach einem Unfall auszahlen lassen? Das Genesungsgeld fängt Patienten und Patientinnen auf und hilft, diese Zeit mit einer Sorge weniger durchzustehen. Was genau das Genesungsgeld ist, wer darauf Anspruch hat und wann Unfallversicherungen Genesungsgeld zahlen? All das erfährst du hier.

Was ist Genesungsgeld?

Das Genesungsgeld ist ein zusätzlicher Versicherungsschutz in der privaten Unfallversicherung. Es ist somit nicht automatisch Teil des Versicherungsvertrags, sondern muss separat vereinbart werden. Das Genesungsgeld fängt die Kosten auf, die nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause entstehen. Das Genesungsgeld stellt somit eine finanzielle Entlastung dar.

Beispielsweise wenn man nach einer Operation nicht direkt wieder zurück in seinen Beruf kann. Patientinnen und Patienten können damit etwa eine Haushaltshilfe finanzieren, die ihnen im Alltag unter die Arme greift. Auch für eine Kinderbetreuung lässt sich dieses Geld nutzen.

Wichtig: Das Genesungsgeld ist nur in Kombination mit dem Krankenhaustagegeld zu bekommen. Außerdem ist es nicht mit einer Absicherung bei Invalidität zu verwechseln.

Der Unterschied zum Krankenhaustagegeld

Das Krankenhaustagegeld ist ebenfalls eine Zusatzleistung in der Unfallversicherung. Du bekommst es für jeden Tag, den du im Krankenhaus verbringst. Die Leistungen umfassen die vorab vereinbarte Höhe für beispielsweise maximal zwei Jahre ab dem Unfallzeitpunkt. Endet die Zahlung, weil man entlassen wurde, greift das Genesungsgeld.

Während der Tagessatz des Krankenhaustagegeldes immer gleich bleibt, kann die Höhe des Genesungsgeldes gestaffelt sein. Das hängt von der Länge des stationären Aufenthaltes ab. Es gibt auch Versicherer, die das Genesungsgeld über den gesamten Zeitraum der Heilung in voller Höhe ausbezahlen.

Wenn du nach einem Unfall oder einer Verletzung im Zusammenhang mit einem Autounfall genesungsgeldberechtigt bist, kann unsere Autoversicherung mit der entsprechenden Deckung eine finanzielle Unterstützung bieten. Im Idealfall bekommst du während deiner Genesung einen festgelegten Betrag pro Tag. 

Wann zahlen Unfallversicherungen Genesungsgeld?

Genesungsgeld steht einem nur dann zu, wenn zuvor Krankenhaustagegeld ausbezahlt wurde. Es ist eine automatische Anschlusszahlung für einen begrenzten Zeitraum.

Der Versicherer gewährt das Genesungsgeld nur dann, wenn:

  • Der Krankenhausaufenthalt auf einen Unfall zurückzuführen ist
  • Die Behandlung nach dem Unfall vollstationär stattfand

Dann hast du Anspruch auf Genesungsgeld

Wie bereits erwähnt: Du hast Anspruch auf das Genesungsgeld, wenn du diese Zusatzleistung bei deiner privaten Unfallversicherung mit abgeschlossen hast. Und zwar, als Anschlussleistung zum Krankenhaustagegeld. Wurde dieses während eines Krankenhausaufenthaltes ausbezahlt, erhältst du auch Genesungsgeld.

Aber wie sieht es aus, wenn du nach einem Unfall nicht im Krankenhaus warst? In diesen Fällen erhältst du kein Genesungsgeld. Du kannst aber auch Glück haben: Je nach Versicherer erhältst du auch dann Krankenhaustagegeld, wenn du eine ambulante Operation hattest.

Genesungsgeld – diese Leistungen sind abgedeckt

Das Genesungsgeld ist eine reine finanzielle Hilfestellung. Die Höhe ist identisch mit dem des versicherten Krankenhaustagegeldes.

Die meisten Unfallversicherungsanbieter zahlen das Genesungsgeld bis zum zehnten Tag der Arbeitsunfähigkeit mit den vollen 100 Prozent. Ausnahmen bilden längere Krankenhausaufenthalte. Bei gestaffelten Verträgen erhältst du für die Spanne von weiteren zehn Tagen 50 Prozent. Für den Rest der Genesungszeit bis zur vollständigen Belastbarkeit bekommst du 25 Prozent. Diese Leistung gewährt man dir für maximal 100 Tage. Die Leistungen unterscheiden sich jedoch von Anbieter zu Anbieter, du solltest also immer individuell nachprüfen, was deine Versicherung abdeckt.

Beispiel: Sind 100 Euro Krankenhaustagegeldvereinbart, bekommst du auch für die ersten zehn Tage nach Entlassung täglich besagte 100 Euro. Allerdings nur dann, wenn weiterhin eine Krankschreibung besteht.

Übrigens: Es gibt bei der Unfallversicherung mit vereinbartem Genesungsgeld keine Wartezeiten. Bei pünktlicher Zahlung der Versicherungsprämie hast du ab Vertragsbeginn auch Anspruch auf Genesungsgeld.

Für diesen Zeitraum zahlen Unfallversicherungen Genesungsgeld

Die Dauer des Genesungsgeldes hängt vom Krankenhausaufenthalt ab. Je nachdem wie lange und wie viele Tage du stationär wurdest, berechnet sich der Zeitraum des Genesungsgeldes. Warst du beispielsweise zwei Wochen in der Klinik, erhältst du auch für 14 Tage Genesungsgeld.

Kommst du nach einem Unfall wegen derselben Verletzung mehrfach ins Krankenhaus: Dann werden diese Aufenthalte meist als durchgehenden Zeitraum gewertet.

Wann ist das Genesungsgeld bei der Unfallversicherung sinnvoll?

Das Genesungsgeld ist ein sinnvoller finanzieller Baustein, um Versorgungslücken zu schließen. Bei längeren Krankenhausaufenthalten kannst du damit die Zeit zwischen Genesung und Wiederaufnahme des Berufs überbrücken. Anfallende Kosten lassen sich damit abfedern und der Verdienstausfall so gering wie möglich halten. Gerade für Selbstständige und Freiberufler kann das Genesungsgeld eine gute Lösung und sehr wichtig sein.

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Bildnachweise: Headerbild ©AdobeStock_555669918_Chanakon

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