Private Unfallversicherung: Lohnt sie sich?

Von Annalena B. 6 Juli, 2023
4 minutes
Private Unfallversicherung

Unfälle können jeden von uns völlig unerwartet treffen und mitunter schwerwiegende Folgen haben. Sowohl beim Sport als auch im Haushalt oder auf dem Weg zur Arbeit, die Gefahr eines Unfalls lauert wirklich überall. Und in exakt solch schrecklichen Momenten wünschen wir uns eine Absicherung, die uns und unsere Familie vor den finanziellen Auswirkungen eines Unfalls schützt. Genau hier kommt die private Unfallversicherung ins Spiel. Doch lohnt sich eine Unfallversicherung wirklich? Wir schaffen Klarheit.

Private Unfallversicherung – Wann greift sie?

Die private Unfallversicherung greift immer dann, wenn ein Unfall zu dauerhaften körperlichen bzw. geistigen Beeinträchtigungen (Invalidität) oder schlimmstenfalls zum Tod führt. Ebenso leistet die private Unfallversicherung aber auch bei Unfallfolgen, die nicht von Dauer sind. Der größte Vorteil einer privaten Unfallpolice liegt jedoch darin, dass ihr Versicherungsschutz normalerweise rund um die Uhr und weltweit gilt. Dies ist in der gesetzlichen Unfallversicherung nicht der Fall. Diese leistet nämlich nur bei Unfällen auf dem Weg zur Arbeitsstätte oder bei der Arbeit vor Ort.

Wichtig – Grundsumme Unfallversicherung: Damit du im Ernstfall optimal abgesichert bist, solltest du unbedingt eine angemessene Versicherungssumme vereinbaren, die deinem persönlichen finanziellem Bedarf entspricht. Dabei besagt die Faustregel: Veranschlage mindestens das Dreifache deines aktuellen jährlichen Bruttoeinkommens. Es ist allerdings ratsam, dass die Grundsumme nicht unter 100.000 Euro liegt. Ebenso gilt, je jünger du beim Versicherungsabschluss bist, desto höher sollte die Versicherungssumme sein.

Was genau ist versichert?

Was zahlt die private Unfallversicherung bzw. welche Leistungen beinhaltet die private Unfallversicherung? Grundsätzlich erbringt die private Unfallversicherung folgende Leistungen:

  • Invaliditätsleistung: Die private Unfallversicherung zahlt bei einer unfallbedingten, dauerhaften geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung eine vereinbarte Summe.
  • Unfallrente: Ab 50% Invaliditätsgrad infolge eines Unfalls gewährt die private Unfallversicherung eine regelmäßige Unfallrentenzahlung, um den Einkommensverlust auszugleichen.
  • Todesfallleistung: Bei einem unfallbedingten Todesfall erhält die zurückgebliebene Familie oder der benannte Hinterbliebene eine vorab vertraglich festgelegte Todesfallsumme. In der Regel ist diese allerdings niedriger als die vereinbarte Invaliditätssumme.
  • Tagegeld bzw. Krankenhaustagegeld: Die private Unfallversicherung zahlt ein Krankenhaustagegeld, wenn der Versicherte aufgrund eines Unfall ins Krankenhaus muss. Bei Selbstständigkeit leistet die Police auch ein sogenanntes Tagegeld. Dieses soll den unfallbedingten Verdienstausfall ausgleichen.
  • Hilfe- und Pflegeleistung: Bei Bedarf kann die private Unfallpolice auch eine finanzielle Unterstützung für Pflege- und Hilfeleistung nach einem Unfall bieten. Hierzu zählen zum Beispiel vorrübergehende Pflegeleistungen, Haushaltshilfen oder gar Fahrdienste. Allerdings ist diese Leistung meist über einen zusätzlichen Baustein abzuschließen.
  • Reha-Leistungen: Ebenso abhängig vom Vertrag und den vereinbarten Leistungen übernimmt die private Unfallversicherung auch die Kosten für medizinische Rehabilitation und therapeutische Maßnahmen nach einem Unfallgeschehen.
  • Bergungskosten: Kommt es zu einem Unfall im Urlaub, übernimmt die private Unfallversicherung auch die anfallenden Kosten für erforderliche Bergungs-, Such- sowie Rettungseinsätze.
  • Kosmetische Operationen: Kommt es aufgrund von einem Unfall zu Beeinträchtigungen des äußeren Erscheinungsbildes, so leistet die Versicherung für die Kosten kosmetischer Operationen.
  • Übergangsleistung/ Sofortleistung: Je nach Vertrag zahlen Versicherer auch eine Übergangsleistung. In der Regel ist dies dann der Fall, wenn der Versicherte länger als 6 Monate an einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung leidet und in seiner beruflichen Tätigkeit zu mindestens 50 Prozent eingeschränkt ist. Statt der Übergangsleistung gibt es aber auch zahlreiche private Unfallversicherungen, die eine Sofortleistung Hierbei handelt es sich um eine Einmalleistung, die gezahlt wird, wenn ein Unfall zu vertraglich vereinbarten Verletzungen geführt hat.

Wissenswert: Wusstest du, dass du über die private Unfallversicherung auch bestimmte Körperteile versichern kannst? Das mag vielleicht etwas banal klingen, doch vor allem Prominente wie Schwimmer, Turner und Co. machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. So lassen sich bekannte Profihandballer zum Beispiel die Hände versichern, während Profifußballer ihre Beine und Füße mittels einer privaten Unfallversicherung absichern.

Worauf solltest du achten?

Beim Abschluss einer privaten Unfallversicherung solltest du sämtliche Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten. Anderenfalls ist dein Versicherungsschutz gefährdet und das gilt es unbedingt zu vermeiden. Auch solltest du bedenken, dass sich die Kosten für eine private Unfallversicherung nach dem zu versichernden Risiko (Beruf, Hobby und Co.) richten. Aus diesem Grund musst du auch jegliche Änderungen, ganz gleich ob im Beruf oder im Bereich deiner Hobbys unverzüglich deinem Versicherer melden.

Achte darauf, eine private Unfallversicherung zu wählen, die auch die Kosten für Such-, Rettungs- sowie Bergungseinsätze und unfallbedingte kosmetische Operationen übernimmt. Und kommt es tatsächlich einmal zu einem Unfall, ist es wichtig, dass du die vertraglich vereinbarten Fristen wahrst. Anderenfalls riskierst du deinen Versicherungsschutz. Da die Fristen jedoch von Versicherer zu Versicherer variieren, solltest du vor der Vertragsunterzeichnung unbedingt einen Blick auf die Versicherungsbedingungen werfen.

Neben den zahlreichen Leistungen einer privaten Unfallversicherung, gibt es zum Beispiel das Krankentagegeld und das Krankenhaustagegeld (mit/ ohne Genesungsgeld), sowie die sogenannten Übergangsleistungen. Dieser Zusatzschutz kann oftmals durch andere Verträge wie etwa eine private Krankentagegeldversicherung besser abgesichert werden. Denn hier erhältst du die Leistungen nicht nur nach einem Unfall, sondern auch bei Krankheit. Du kannst dich auch zusätzlich mittels einer Unfall-Rente absichern lassen.  Diese greift meist erst ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent. Hast du jedoch einen gefährlichen Job, bist aber durch einen potenziellen Unfall nicht direkt berufsunfähig, ist dies eine gute Alternative für eine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Was ist nicht versichert?

Natürlich gibt es auch Fälle, bei denen ein Unfall zwar geistige oder körperliche Beeinträchtigungen hervorrufen kann, für die jedoch kein Versicherungsschutz gegeben ist. Hierzu zählen beispielsweise folgende:

  • Unfälle durch Geistes- oder Bewusstseinsstörungen
  • Unfälle durch epileptische Anfälle oder andere Krampfanfälle
  • Unfälle, die durch das Begehen einer vorsätzlichen Straftat entstehen
  • Unfälle durch Krieg und Bürgerkrieg
  • Unfälle aufgrund von unmittelbarer oder mittelbarer Kernenergie
  • Unfälle durch die Benutzung von Fluggeräten ohne Motor, Ultraleichtflugzeugen und Motorseglern. Dasselbe trifft auch auf Unfälle beim Fallschirmspringen zu.
  • Unfälle durch einen hohen Konsum von Alkohol, Drogen oder anderen Rauschmitteln

Brauchst du eine private Unfallversicherung?

Vielleicht stellst du dir folgende Frage: „Braucht man eine private Unfallversicherung überhaupt?“. Die Antwort ist ganz klar ja! Du verbringst die meiste Arbeit nicht auf der Arbeit, sondern in der Freizeit, im Urlaub, etc. Deswegen lohnt sich eine Unfallversicherung, egal ob du arbeitest oder nicht. Gerade Kinder erhalten kaum Leistungen durch die gesetzliche Unfallversicherung.

Lese-Tipp: Bei einem Unfall können schnell wertvolle Gegenstände zu Bruch gehen. Hier findest du alles zu unserer Gegenstandsversicherung.

Bildnachweis: Header ©AdobeStock_553432589, standret; Bild 1 ©AdobeStock_114970204, Racle Fotodesign ; Bild 2 ©AdobeStock_541276554, VectorMine

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