BaFin

By Annalena B. September 15, 2023
4 minutes
BaFin

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – dieser Zungenbrecher versteckt sich hinter der Abkürzung „BaFin”, die wir im Sprachgebrauch nutzen, um die Behörde zu beschreiben. Die BaFin macht „irgendwas mit Geld”, soviel weiß jeder. Doch was genau hat es damit auf sich? Was sind die Aufgaben und Ziele der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht? Und wie kam sie überhaupt zustande? Das erklären wir dir in diesem Beitrag.

Was ist die BaFin?

Bei der BaFin handelt es sich um eine Bundesanstalt des öffentlichen Rechts. Sie dient dazu, Deutschlands Kapital- und Finanzmärkte zu überwachen und zu kontrollieren. Ihr Schwerpunkt ist es also, das Finanzwesen in Deutschland mit all seinen Bereichen zu überwachen. Dazu gehören Banken, Versicherungen, Pensionsfonds und mehr. Die BaFin finanziert sich durch ihre eigenen Einnahmen. Die beaufsichtigten Unternehmen müssen der Bundesanstalt feste Gebühren und Umlagen zahlen. So ist die Bundesanstalt für Finanzleistungsaufsicht eine selbstständige Anstalt, welche nicht auf den Bundeshaushalt angewiesen ist.

Die Aufgaben und Ziele der BaFin

Im Großen und Ganzen hat die BaFin das Ziel, ein stabiles Finanzsystem zu gewährleisten. Durch die Beaufsichtigung von Kreditinstituten, Versicherungsunternehmen und dem privaten Wertpapierhandel trägt sie so zum kollektiven Verbraucherschutz bei. Die zu beaufsichtigten Unternehmen werden von der BaFin kontrolliert und gegebenenfalls sanktioniert, wenn nötig. So soll sie unter anderem kriminelle Aktivitäten wie Geldwäsche, Anlagebetrug oder Marktmanipulation unterbinden. Insgesamt ist das Ziel, auf den Finanzmärkten faire und transparente Verhältnisse zu schaffen, um somit ein Finanzsystem zu kreieren, dem Bürger:innen vertrauen können.

Die Aufgaben der BaFin sind in drei sogenannte Aufsichtssäulen unterteilt. Die Bankenaufsicht, Versicherungsaufsicht und die Wertpapieraufsicht bzw. Asset-Management. Weiterhin gibt es einen Bereich der Institution, die sich mit „Querschnittsaufgaben und Innerer Verwaltung” beschäftigt. Zu dessen Aufgaben gehören Risiko- und Finanzmarktanalysen sowie Verbraucherschutz, Geldwäscheprävention und die Verfolgung unerlaubter Geschäfte. So deckt die BaFin also fast das gesamte Finanzsystem ab.

„Überwachung von Kreditinstituten” mag vielleicht immer noch etwas vage klingen. Keine Sorge, wir erklären es dir genauer. Es geht bei der BaFin unter anderem darum, sicherzustellen, dass sich die verschiedenen Finanzdienstleister (Kreditinstitute, Versicherungen und Wertpapierhandel) an die Vorschriften halten. Ihre Kunden sollen keinem unnötigen Risiko ausgesetzt werden. So kontrolliert die Behörde immer wieder, ob Unternehmen auch zahlungsfähig sind. Banken dürfen beispielsweise nicht einfach eine unbegrenzte Anzahl an Krediten in beliebiger Höhe gewährleisten. Da ein Kredit auch immer mit einem Risiko verbunden ist, würden unbegrenzte Kredite nicht nur Kund:innen der Bank gefährden. Im schlimmsten Fall können solche Vorgänge den Finanzmarkt destabilisieren und genau das soll die BaFin verhindern. Ihr Hauptziel ist es demnach, durch die verschiedenen genannten Aufgaben die Stabilität und Integrität des Finanzmarktes zu sichern.

Verwendung sensibler Daten

Kreditinstitute wie Banken sind in Deutschland dazu verpflichtet, Kontostammdaten ihrer Kund:innen zu speichern. Darauf hat die BaFin zum Zweck der Überwachung und Kontrolle Zugriff. Allerdings bedeutet das natürlich nicht, dass sensible Daten einfach so für alle Bürger:innen einsehbar sind. Nur an bestimmte Behörden, die gesetzlich festgelegt sind, gibt die BaFin Informationen aus der Kontenabrufdatei weiter. Darunter fallen zum Beispiel Gerichte und Staatsanwaltschaften, Polizeibehörden, Zollfahndungsämter und Finanzämter. Das Kontenregister darf also nur für strafrechtliche, finanzrechtliche oder abgabenrechtliche Zwecke eingesehen werden. Nur unter gewissen Umständen können auch andere Ämter auf Kontodaten zugreifen. Dazu gehören ggf. Arbeitsagenturen oder BAföG-Stellen. Im Falle von Verdacht auf Betrug wird es diesen Behörden erlaubt, die Kontenabrufdatei einzusehen.

Ursprung und Geschichte

Die BaFin hat sowohl in Bonn als auch in Frankfurt am Main einen Sitz. Gegründet wurde sie im Jahre 2002, ursprünglich als Zusammenschluss verschiedener Behörden. Grund dafür war das Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz. Das Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen (BAKred) sowie das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) wurden mit dem Bundesaufsichtsamt für Versicherungswesen (BAV) fusioniert. Ziel der Zusammenfassung dieser Behörden war das Schließen von Aufsichtslücken. In gewissen Fällen gab es außerdem Überschneidungen zwischen den verschiedenen Behörden, was durch eine einheitliche Struktur vermieden werden sollte. Weiterhin wurden auch Verflechtungen zwischen dem deutschen und den internationalen Märkten immer relevanter. Die BaFin soll unter anderem dies gut dokumentieren und weiterhin beaufsichtigen.

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