Unterbodenwäsche: Sinnvoll oder nicht? – inklusive Anleitung

Von Erik Lehnert 17 Juli, 2023
4 minutes

 

Eine regelmäßige Pflege und Reinigung des Autos ist wichtig, um den Wert und die Funktionalität des Fahrzeugs zu erhalten. Neben der äußeren Reinigung spielt auch die Reinigung des Unterbodens eine entscheidende Rolle. Doch stellt sich die Frage, ob eine Unterbodenwäsche tatsächlich sinnvoll ist oder ob sie eher schädlich sein kann. 

Nicht vergessen: Auch eine regelmäßige Reinigung der Klimaanlage ist wichtig, um gesundheitliche Probleme durch Bakterien und Schimmelpilze zu vermeiden, unangenehme Gerüche zu reduzieren und die Lebensdauer der Anlage zu verlängern. Darüber hinaus erhöht eine saubere Klimaanlage die Effizienz des Fahrzeugs und vermeidet unnötigen Kraftstoffverbrauch. Daher empfehlen wir eine jährliche professionelle Reinigung und Wartung.

Wann ist eine Unterbodenwäsche am Auto sinnvoll? 

Trotz des Korrosionsschutzes moderner Autos kann die Unterbodenversiegelung durch Steinchen, Salz und Schnee abgenutzt werden. Eine jährliche Kontrolle und eine Erneuerung alle sechs bis acht Jahre ist daher empfehlenswert. Besitzer von Young- oder Oldtimern sollten mindestens zweimal im Jahr eine Unterbodenwäsche durchführen lassen.

Diese empfehlen wir vor allem dann, wenn du mit deinem Fahrzeug häufig auf unbefestigten Straßen oder in schmutzigen Regionen unterwegs bist. Denn Verschmutzungen und Ablagerungen können den Unterboden langfristig schädigen. Zudem empfiehlt sich in regelmäßigen Abständen die Unterbodenversiegelung aufzufrischen. 

Tipp: Aufgrund von Umweltbestimmungen wird bei modernen Fahrzeugen oft an der Unterbodenversiegelung gespart. Dies kann dazu führen, dass der Unterboden schneller Anzeichen von Korrosion aufweist. Daher solltest du beim Kauf eines neuen Fahrzeugs stets eine professionelle Unterbodenversiegelung vornehmen lassen. So wird die Langlebigkeit deines Autos gefördert und du kannst dein Fahrvergnügen nachhaltig sichern.

Unterbodenwäsche selber machen: Darauf musst du achten 

Entscheidest du dich für eine DIY-Unterbodenwäsche, beachte folgende Punkte: Zuerst solltest du groben Schmutz mittels Hochdruckreiniger oder Vorwäsche entfernen. Anschließend inspiziere den Unterboden auf Rost oder lose Teile.

Tipp: 

Wenn du bei der Inspektion deines Fahrzeugs starke Korrosionsschäden feststellst, solltest du die Unterbodenwäsche nicht fortsetzen. Es ist wichtig, dass du dein Fahrzeug sofort in eine Werkstatt bringst, um den Schaden beheben zu lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob du dich für eine freie Werkstatt oder eine markengebundene Fachwerkstatt entscheidest. Wenn du das Fahrzeug erst kurze Zeit besitzt, solltest du versuchen, die Reparatur über die Garantie abzuwickeln. Beachte jedoch, dass dies nicht für durchgerostete Mittel- oder Endtöpfe gilt, da die Auspuffanlage zu den Verschleißteilen des Autos gehört.

Für die Wäsche selbst nutze entweder spezielle Reinigungsmittel oder eine Mischung aus Wasser und Autoshampoo. Ein Hochdruckreiniger oder Gartenschlauch hilft beim Abspülen – achte darauf, dass der Wasserdruck nicht zu hoch ist, um Schäden zu vermeiden. Eine regelmäßige, aber nicht übermäßige Unterbodenwäsche (je nach Verschmutzung alle paar Monate) hält den Unterboden sauber.

Anleitung zur Unterbodenwäsche

Mit einem Hochdruckreiniger und spezieller Unterbodenlanze (erhältlich ab 15 Euro im Handel) kannst du den Unterboden leicht reinigen:

  1. Heb das Fahrzeug wenn möglich an.
  2. Stelle mittlere Wasserstrahlstärke ein.
  3. Reinige die Radkästen, besonders Fahrwerksfedern und Achsaufhängung.
  4. Vermeide direkten Strahl auf Unterbodenöffnungen oder Elektrik.
  5. Spüle groben Dreck ab.
  6. Trage Auto-Intensivreiniger auf den gesamten Unterboden auf.
  7. Spüle den Reinigungsschaum nach Einwirkzeit ab.
  8. Trockne Türspalten, Dichtungen und Schlösser mit einem weichen Tuch ab.

Tipp: Bei Temperaturen unter 5 Grad sollte die Unterbodenwäsche vermieden werden, um Einfrieren von Türen und Dichtungen zu verhindern.

 

Kann eine Unterbodenwäsche auch schädlich sein? 

Eine regelmäßige Unterbodenwäsche ist grundsätzlich vorteilhaft, kann aber unter bestimmten Umständen problematisch sein. Bei älteren oder bereits beschädigten Fahrzeugen kann eine intensive Unterbodenwäsche zusätzliche Probleme verursachen. In diesen Fällen ist es ratsam, einen Fachmann zu Rate zu ziehen, um den Unterboden fachgerecht reinigen zu lassen

Waschanlagen bieten oft eine Unterbodenwäsche an. Diese ist aber nach Expertenmeinung nur selten notwendig und kann unter Umständen sogar schaden. Eine Fahrt durch den Regen reiche oft aus, um den normalen Alltagsschmutz zu entfernen. Eine maschinelle Unterbodenwäsche kann im schlimmsten Fall durch den hohen Wasserdruck empfindliche Teile des Fahrzeugs, insbesondere die Elektronik, beschädigen.

Dennoch gibt es eine Situation, in der eine Unterbodenwäsche besonders sinnvoll ist: Nach dem Winter. Hier kann sie Streusalzreste entfernen, die Korrosion verursachen. Vor allem ältere, rostanfällige Fahrzeuge und Liebhaberfahrzeuge, die normalerweise nicht bei Regen gefahren werden, können davon profitieren.

Eine regelmäßige Unterbodenwäsche schützt das Fahrzeug vor Korrosion und Rost, aber dennoch kann die Exposition gegenüber Straßensalz oder Schmutz zu Schäden führen. Eine Autoversicherung mit umfassender Deckung, die auch Schäden durch äußere Einflüsse abdeckt, ist entscheidend, um finanzielle Sicherheit bei unvorhergesehenen Schäden am Fahrzeug zu gewährleisten.

Fazit 

Eine regelmäßige Unterbodenwäsche ist sinnvoll, um den Unterboden des Autos von Schmutz und Ablagerungen zu befreien. Insbesondere bei Fahrzeugen, die häufig starken Verschmutzungen ausgesetzt sind, kann eine Unterbodenwäsche dazu beitragen, langfristige Schäden zu vermeiden. Wenn du die Unterbodenwäsche selbst durchführen möchtest, achte darauf, dass du die richtigen Reinigungsmittel verwendest und den Unterboden gründlich inspizierst, um mögliche Beschädigungen zu erkennen. Bei älteren Fahrzeugen oder vorhandenen Schäden ist es empfehlenswert, einen Experten hinzuzuziehen, um mögliche Risiken zu minimieren.

Bildnachweise: Headerbild ©AdobeStock_103412066_industrieblick; Bild 1: ©AdobeStock_309264799_vladim_ka

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