Fakeshops: So schützt Du Dich vor Internet-Betrug

Von Julia Schäfer 12 Juni, 2023
4 minutes

Leider muss man sich heutzutage beim Kauf in Onlineshops immer wieder die Frage stellen, ob dieser wirklich seriös ist. Oder ob man nach der Zahlung vergeblich auf die Wunschware wartet und schlussendlich Opfer eines Fakeshops geworden ist. Fakeshops sind darauf ausgelegt, Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen oder wertvolle Daten abzugreifen. Das kann schnell teuer werden. Doch wie kannst Du den Betrug aufdecken und Dich am besten vor solchen Shops schützen? In diesem Ratgeber klären wir Dich auf und zeigen Dir, wie Du Dich in diesen Fällen am besten verhältst.

Betrügerische Seiten: Was ist ein Fakeshop?

Ein Fakeshop ist eine betrügerische Website, die vorgibt, ein echter Online-Shop zu sein. Allerdings werden hier entweder gefälschte oder nicht existierende Produkte verkauft bzw. angeboten. Der Begriff „Fake“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „Fälschung“ oder „Nachahmung„. Diese Websites sind oft so professionell gestaltet, dass sie sich äußerlich nicht von einem seriösen Online-Shops unterscheiden lassen. Ideal also, um potenzielle Kunden zu täuschen.

Fakeshops verwenden verschiedene Taktiken, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Sie können gefälschte Kundenbewertungen und Testimonials nutzen, um den Eindruck zu erwecken, dass der Shop vertrauenswürdig ist und man sich hier absolut sicher fühlen kann. Nicht selten bieten betroffene „Shops“ sehr niedrige Preise an, um Käufer anzulocken und den Eindruck zu erwecken, hier könne man bares Geld sparen. Die Betrüger nehmen dann die Zahlungen der Kunden entgegen, liefern jedoch entweder minderwertige, gefälschte oder gar keine Produkte.

Der Hauptzweck eines Fakeshops besteht darin, Geld von ahnungslosen Verbrauchern zu stehlen. Oft verwenden die Betrüger gestohlene Identitäten oder gefälschte Namen, um ihre Spuren zu verwischen und es schwierig zu machen, sie zur Rechenschaft zu ziehen. Sobald der Betrug entdeckt wird, ist es oft schwer, das Geld zurückzubekommen. Kein Wunder, denn die Betrüger verwischen schnell ihre Spuren und oft eröffnen sie schon bald neue betrügerische Webseiten. Durch solche Arten entstehen jedes Jahr hohe Schadenssummen.

So entlarvst auch Du einen Fakeshop

In Deutschland werden mehr Interneteinkäufe getätigt als es noch vor einigen Jahren der Fall war und die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr weiter an. Da viele unvorsichtig sind, sprießen auch die Fakeshops wie Pilze aus dem Boden, sodass beim Kauf in einem unbekannten Shop vorsichtig geboten ist. Wir möchte dir im Folgenden erklären, auf was Du beim Onlineshoppen achten solltest und wie Du Fakeshops effizient erkennst.

Die Preisunterschiede

Kunden gelangen oft durch die scheinbar günstigen Preise auf Seiten der Fakeshops, denn Geld sparen möchte schließlich jeder. Ob „reduzierte“ Artikel, dauerhaft im Preis reduzierte Produkte oder aber der Schlussverkauf, die Gründe für die günstigen Preise sind sehr vielfältig, denn hier lassen sich Betrüger gerne einiges einfallen, um uns um den Finger zu wickeln. Die zu günstigen Preise können allerdings ein erster Hinweis darauf sein, dass etwas nicht stimmt. Am sichersten ist es, wenn Du vor dem Kauf die aktuellen marktüblichen Preise recherchierst und Dich von zu starken Preisreduktionen nicht blenden lässt.

Das Angebot

Viele normalen Onlineshops haben sich auf ein Produkt bzw. eine Sparte konzentriert. Fakeshops hingegen sind in Sachen Sortiment oft wild durchmischt und erinnern dabei an einen Wühltisch aus dem Discounter. Des Weiteren nutzen viele Shops Namen, die stark einem Markennamen ähneln und setzen ganz bewusst Rechtschreibfehler. Auch hier ist es wichtig, dass Du genau hinschaust und im Zweifelsfall die Finger von den Produkten lässt.

Internetadresse und Shopadresse weichen voneinander ab

Ein Internetschaden zw. Internetbetrug kann auch dann abgewandt werden, wenn du genau hinschaust. Denn nicht selten sind die kleinen Fehler im Detail zu finden. Du solltest also auch immer ein Auge auf die Webadresse des Shops zu haben. Damit ist in diesem Fall die Adresszeile gemeint. Weicht der Domainname von dem Angebot ab, solltest Du genauer hinschauen. Hast du kein gutes Gefühl oder der Shop erscheint dir von vorne rein unseriös, bestell deine Produkte besser woanders.

Die Zahlungsmöglichkeiten

Bei Fakeshops ist es oft üblich, dass Kunden die Vorkasse als einzige Zahlunsgmöglichkeit angeboten wird. Hier liegt das Problem auf der Hand. Die Zahlungen, die im Vorfeld getätigt werden, zum Beispiel via Überweisung, können nicht zurückgeholt werden. Das Geld ist also weg. Bei Produkten aus dem höherpreisigen Segment kommen oft große Summen zusammen, sodass für Käufer ein großer Schaden samt finanzieller Probleme entstehen kann. Einige Fakeseiten bilden zwar Zahlungsvarianten wie PayPal oder Klarna ab, diese lassen sich nun jedoch nicht anklicken und bei vielen sind auch keinerlei unterschiedliche Versandoptionen wählbar. Wenn es um das Bezahlen der Produkte geht, setzt du im besten Fall immer auf Sicherheit. Das bedeutet entweder auf PayPal, auf Rechnung und somit eine Bezahlung nach dem Erhalt der Ware oder auf andere sichere Methoden. Des Weiteren ist es wichtig, immer die Bedingungen für Retouren oder Versand zu prüfen. Wenn Du auf der Suche nach größeren und teureren Gegenständen bist und zum Beispiel ein Auto online kaufen möchtest, ist es ratsam, dass du auf Barzahlung setzt.

Unvollständige Informationen

Während normale Onlineshops zahlreiche Informationen zu den einzelnen Produkten bieten, ist es bei Fakeshops oft nicht der Fall. Neben zahlreichen, nicht im Zusammenhang stehenden Produkten, den viel zu günstigen Preisen und den beschränkten Zahlungsmöglichkeiten, sind hier auch oft fehlerhafte und unvollständige Texte zu finden. Einige Betreiber kopieren die Inhalte lediglich, oder lassen fremdsprachige Texte durch Online-Übersetzter laufen. Das führt zu auffälligen Rechtschreibfehlern. Ein Blick auf die Bilder ist ebenso ratsam, denn diese sind oft von schlechter Qualität oder passen nicht einmal zum Produkt. Zudem fehlen bei vielen Fakeshops oft Angaben wie AGBs, Impressum und Datenschutzerklärungen. Wir empfehlen Dir daher, die Texte genauer zu lesen. Außerdem kannst Du schauen, ob der Shop im Handelsregister zu finden ist und wer genau hinter diesem steckt.

Gefälschte Siegel

Du schaust bei Onlineshops immer auf Siegel und Bewertungen anderer Kunden? Das ist zwar eine gute Möglichkeit, dich zu schützen, allerdings lassen auch diese sich problemlos fälschen. Wenn die Seite zum Beispiel das bekannte Trusted Shops Gütesiegel aufzeigt, ist das leider noch kein Indiz dafür, dass Du hier problemlos und sicher bestellen kannst. Auch dieses Siegel lässt sich leider fälschen, um Kunden in Sicherheit zu wiegen. Hinzu kommen Fakebewertungen, welche sich ebenso einfach kopieren lassen. Um herauszufinden, ob Gütesiegel echt sind, solltest Du sie einfach anklicken und die Zertifikatsseite anschauen, wo nun ein „Gültig“ in der Farbe Grün erscheinen sollte.

Im Netz unbekannt

Bei neuen Shops, die Du nicht kennst, solltest du zunächst schauen, ob du weitere Informationen über den Anbieter im Internet finden kannst. Zahlreiche Fakeshops sind ausschließlich darauf ausgelegt, nach kurzer Zeit wieder aus dem Internet genommen zu werden. Aus diesem Grund werden die Shops oft auf sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook beworben, um damit so schnell wie möglich Kunden anzulocken. Die betroffenen Shops setzen nun auf recht lange Versandzeiten, denn nur so kommen nicht so schnell Warnungen und schlechte Bewertungen ans Tageslicht. Denn sobald diese auftauchen, ist der Fakeshop schon längst nicht mehr erreichbar und Betrüger haben bereits eine neue Seite aufgemacht.

Am besten ist es, wenn Du nun recherchierst, ob der Shop irgendwo auftaucht oder gänzlich neu ist. Neben dem Namen des Shops kannst du Keywords wie „Fake“, „Erfahrungen“ oder „Problem“ mit in die Suchanfrage einfügen.

Auf Internet-Betrug reingefallen: Was nun?

Du bist auf einen Fakeshop reingefallen? Das passiert vielen Menschen. Jetzt gilt es, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern versuchen zu handeln. Im ersten Schritt solltest Du versuchen, Dein Geld zurück zu bekommen. Dazu solltest Du als erstes Deine Bank kontaktieren. Es gibt aber keine Zahlungsgarantie, auf einen Versuch kommt es allerdings an. Wichtig ist es zudem, dass Du sämtliche Mails aufbewahrst. Am besten machst Du zusätzlich ein paar Screenshots von dem Fakeshop, um weitere Beweise vorzeigen zu können.

Des Weiteren ist es wichtig, den Vorfall zur Anzeige zu bringen. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie zum Beispiel bei der örtlichen Polizeidienststelle. Auch online funktioniert das problemlos. Dazu brauchst Du allerdings alles, was Du über den Fakeshop gesammelt hast. Damit kannst Du zur Löschung der Webseite beitragen und zudem auch andere schützen.

Außerdem solltest Du auch unter den Angeboten in den sozialen Medien Kommentare schreiben und andere davor warnen.

So hilft dir der Bund: Fakeshop-Finder

Das Land hat eine Förderung in Höhe von 250.000 Euro für ein neues Tool zur Überprüfung von Onlineshops ins Leben gerufen. Verbraucher haben die Möglichkeit, durch den kostenlosen Fakeshop-Finder verschiedene Shops zu prüfen. Dieses Tool prüft den jeweiligen Shop nun auf die typischen Merkmale eines Fakeshops.

Innerhalb von nur wenig Sekunden bekommst Du eine Einschätzung, welche in Form einer Ampel angezeigt wird.

  • Die Ampel zeigt rot, sobald eine eindeutige Warnung vorliegt.
  • Eine gelbe Ampel gilt als Hinweis, dass es sich um einen Fakeshop handeln könnte, da einige Merkmale vorliegen.
  • Eine grüne Ampel gibt Entwarnung, sodass Du problemlos und sicher Deine Wunschprodukte bestellen kannst.

Durch die kostenlose Nutzung sollen Verbraucher auch im Internet geschützt werden. Dank der einfachen Anwendung und ein gutes Verständnis solltest Du die paar Minuten also auf jeden Fall nutzen, um auf Nummer sicher zu gehen.

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