Adaptives Licht

Von Linda 13 Juni, 2024
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adaptives licht

Adaptives Licht ist eine Technologie, die die Sicherheit im Straßenverkehr erheblich verbessert. Durch die Anpassung der Lichtverhältnisse an verschiedene Fahrbedingungen ermöglicht adaptives Licht eine optimale Ausleuchtung der Fahrbahn, was zu einer besseren Sicht für Fahrer:innen und einer höheren Erkennbarkeit des Fahrzeugs für andere Verkehrsteilnehmende führt. Ein Beispiel für adaptives Licht ist das Adaptive Frontlighting System (AFS).

Adaptive Frontlighting Systeme (AFS)

In der heutigen Automobilindustrie spielt die Beleuchtung eine entscheidende Rolle für die Sicherheit und das Fahrvergnügen. Eine der innovativsten Entwicklungen in diesem Bereich ist das Adaptive Frontlighting System (AFS). AFS bezeichnet eine fortschrittliche Lichtanlage im Fahrzeug, die mithilfe beweglicher Linsen die Ausleuchtung der Fahrbahn optimiert. Eine separate Steuerungseinheit berücksichtigt dabei Faktoren wie Geschwindigkeit und Lenkwinkel, um die Linsen entsprechend zu schwenken. Diese dynamische Anpassung des Lichtkegels trägt nicht nur zur verbesserten Sicht des Fahrers bei, sondern sorgt auch dafür, dass das Fahrzeug von anderen Verkehrsteilnehmer:innen besser erkannt wird.

Technische Grundlagen und Funktionsweise

Das AFS nutzt vorwiegend Xenon-Scheinwerfer, die sich aufgrund ihrer bereits bestehenden Steuerungseinheiten zur Regulierung der Leuchtweite hervorragend eignen. Diese sind gesetzlich vorgeschrieben und bieten eine solide Basis für die Funktionserweiterungen, die AFS bietet. Eine weniger verbreitete Variante des AFS sind Halogenstrahler, die jedoch bisher kaum Anwendung finden.

Die zentrale Funktion des AFS besteht darin, den Lichtkegel an die jeweiligen Fahrbedingungen anzupassen. Dabei gibt es verschiedene Lichtverteilungen für unterschiedliche Fahrsituationen:

  • Stadtlicht: Bei niedrigen Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h wird der Lichtkegel breiter, um Fußgänger und Objekte am Fahrbahnrand frühzeitig zu erkennen.
  • Landstraßenlicht: Bei Geschwindigkeiten von etwa 50 km/h bis 120 km/h leuchtet das Landstraßenlicht die Fahrbahn weiträumiger aus, was eine schnellere Erkennung von Gefahrensituationen ermöglicht.
  • Autobahnlicht: Ab einer Geschwindigkeit von 120 km/h sorgt das Autobahnlicht für eine verbesserte Ausleuchtung der mehrspurigen Fahrbahn und erhöht die Sichtweite von 65 auf 110 Meter.
  • Schlechtwetterlicht: Dieses Licht aktiviert sich automatisch bei Niederschlag und reduziert Reflexionen, um Blendungen zu minimieren und die Sicht bei schlechtem Wetter zu verbessern.

Adaptives Kurvenlicht und Abbiegelicht

Eine frühe Variante des AFS ist das Kurvenlicht, das bereits Anfang des 20. Jahrhunderts eingesetzt wurde. Heute wird es mit modernster Technik weiterentwickelt und optimiert. Das adaptive oder dynamische Kurvenlicht passt sich automatisch den Kurven und Straßengegebenheiten an. Sensoren erfassen kontinuierlich Geschwindigkeit und Lenkeinschlag, um den Kurvenverlauf zu berechnen. Die schwenkbaren Scheinwerfer folgen dann der Kurve, was eine frühzeitige Erkennung von Hindernissen und eine bessere Ausleuchtung der Straße ermöglicht.

Das Abbiegelicht, eine spezielle Variante des Kurvenlichts, ist bei Geschwindigkeiten bis zu 40 km/h aktiv und wird durch Blinkerstellung und Lenkwinkel reguliert. Es erleichtert das Rangieren und Einparken, indem es den Bereich neben dem Fahrzeug optimal ausleuchtet.

Die adaptive Hell-Dunkel-Grenze

Ein weiteres Highlight moderner Lichtsysteme ist die adaptive Hell-Dunkel-Grenze. Jede:r Autofahrer:in kennt die Herausforderung, nachts auf freien Straßen das Fernlicht zu nutzen, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Die adaptive Hell-Dunkel-Grenze löst dieses Problem, indem sie andere Fahrzeuge automatisch erkennt und den Lichtkegel entsprechend anpasst.

Anpassung an Fahrbahngegebenheiten

Der Lichtkegel passt sich zudem an den Straßenverlauf an, indem er bei Steigungen abgesenkt und bei absteigenden Straßenverhältnissen angehoben wird.

Entgegenkommende Fahrzeuge

Eine im Fahrzeug installierte Kamera erkennt entgegenkommende Fahrzeuge bereits aus 700-800 Metern Entfernung. Der Lichtkegel verkleinert sich auf der Seite des Gegenverkehrs und endet unmittelbar vor der Stoßstange des entgegenkommenden Fahrzeugs. Die behält dennoch die maximale Sicht, ohne andere zu blenden.

Vorausfahrende Fahrzeuge

Auch bei vorausfahrenden Fahrzeugen wird das Rücklicht in 300-400 Metern Entfernung erkannt. Je näher man dem Fahrzeug kommt, desto mehr reguliert sich das Licht, um Blendungen zu vermeiden und dennoch eine hohe Reichweite zu gewährleisten.

Bildnachweis:
Headerbild: ©AdobeStock_242560974 ; wellnhofer_design

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