Wohnmobil oder Wohnwagen überladen: So vermeidest du ein Bußgeld

By June 20, 2022
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Vor einer Flugreise packst du deinen Koffer und schleppst ihn dann zur Badezimmerwaage. Denn mit zu schwerem Gepäck wird es beim Einchecken teuer und kostet dich nur unnötig Nerven. Genauso verhält es sich auch mit Campingfahrzeugen. Viele Fahrzeughaltende  unterschätzen das Gewicht des geladenen Gepäcks und anderer Gegenstände im Fahrzeug. Dadurch wird das zulässige Gesamtgewicht des Wohnmobils oder Wohnwagens schnell überschritten. Welche Folgen eine solche Überladung hat und wie du diese vermeiden kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Ab wann gilt ein Wohnwagen als überladen?

Auch für deinen Wohnwagen oder Camper gilt: Sobald ein Fahrzeug das laut Fahrzeugschein zulässige Gesamtgewicht überschreitet, gilt es als überladen. Wenn dein Campingbus oder Wohnwagengespann zu schwer ist, kann das ernsthafte Folgen haben. Denn bei Überladung verlängert sich der Bremsweg erheblich, und die Fahrstabilität nimmt deutlich ab. Im Ernstfall gefährdest du damit dich selbst und andere Verkehrsteilnehmer. Außerdem greift im Falle eines Unfalls deine Versicherung nicht. Bei einer Verkehrskontrolle drohen dir hier oft hohe Bußgelder; im Extremfall kann die Polizei dir sogar die Weiterfahrt untersagen.

Wohnwagen überladen: Diese Strafen drohen

In der untenstehenden Übersicht siehst du die in Deutschland geltenden Strafen für überladene Fahrzeuge. Die Zahlen beziehen sich auf Wohnmobile mit maximal 7,5 Tonnen und Wohnwagen mit bis zu zwei Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.

 

Überladung Bußgeld Punkte
5 – 10% 10 Euro
10 – 15% 30 Euro
15 – 20% 35 Euro
20 – 25% 95 Euro 1
25 – 30% 140 Euro 1
über 30% 235 Euro 1

Auch in anderen europäischen Ländern drohen hohe Geldstrafen. Mancherorts gibt es auch keinerlei Toleranz. Das heißt, du begehst bereits ab einem Prozent Überladung eine Ordnungswidrigkeit. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern kannst du der folgenden Tabelle entnehmen:

Land Bußgeld
Belgien 110 – 330 Euro

(ausländische Urlauber müssen immer in bar zahlen)

Dänemark 10 Euro pro 1% Überschreitung
Frankreich 135 – 750 Euro
Italien mindestens 41 Euro, Höchststrafe 1697 Euro
Luxemburg 74 Euro bei 10 % Überladung, danach zwischen 251 und 5000 Euro
Niederlande 130 – 850 Euro
Österreich mehr als 2 Prozent, mindestens 36 Euro, Höchststrafe 5000 Euro
Schweiz mindestens 85 Euro bei weniger als 100kg überschritten, 170 Euro über 100kg
Spanien 6 bis 15 Prozent über zGG 300 bis 400 Euro, Höchststrafe 4600 Euro
Wohnwagen überladen

 

So bleibt dein Wohnmobil unter dem zulässigen Gesamtgewicht:

Bereits beim Kauf deines Reisemobils solltest du genau auf das Gewicht achten. Die Angaben in den Fahrzeugpapieren sind oft wenig aufschlussreich, da die Hersteller dort oft das Leergewicht bei nur halb gefüllten Wasser- und Kraftstofftanks vermerken. Zudem erlaubt das Gesetz eine fünfprozentige Abweichung vom angegebenen Gewicht. Somit kann ein Wohnmobil, das laut Fahrzeugschein leer 3.000 Kilo wiegt, in Wirklichkeit stolze 3.150 Kilo auf die Waage bringen. Wenn du dann noch volltankst, bleibt dir kaum mehr Luft für Zuladung. Das tatsächliche Leergewicht deines Traumcampers kannst du daher nur herausfinden, wenn du ihn vor dem Kauf selbst auf eine Waage fährst.

Generell bietet dir die Einrichtung deines Wohnmobils oder Wohnwagens einiges an Spielraum in Sachen Gewicht. Überlege dir deshalb gut, was du wirklich brauchst. Vielleicht kannst du auf die automatische Trittstufe oder den stählernen Fahrradträger verzichten, um das Gesamtgewicht deines Wohnmobils zu verringern. Es lohnt sich ebenfalls, bei Zubehör wie Markise oder Bordbatterie neben dem Preis auch auf das Gewicht zu achten. Oft sind die günstigsten Angebote auch die mit dem geringsten Gewicht.

Wenn du nur noch wenig Gewicht einsparen musst, solltest du dein Gepäck noch einmal durchgehen. Bei Geschirr, Büchern und Lebensmittelvorräten können bestimmt noch einige Kilos eingespart werden.

Wenn alles eingepackt und das Fahrzeug vollgetankt ist, solltest du das Wohnmobil vor der Fahrt in den Urlaub noch einmal auf die Waage stellen. Gegen eine kleine Gebühr ermittelt jede TÜV-Stelle das Gewicht deines Fahrzeugs. Alternativ kannst du einfach zu einem Schrottplatz oder einer Mülldeponie fahren und dort die LKW-Waage benutzen.

Achte darauf, dass du vor jeder Fahrt deinen Abwassertank entleerst und nur so viel Frischwasser wie unbedingt nötig auffüllst.

Weitere Informationen zu den Themen Auto und Versicherungen findest du auch in unseren anderen Beiträgen:

Bildnachweis: Header ©AdobeStock_281390763, Gabriel ; Bild 1 ©AdobeStock_218950966, Tomasz Zajda

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