Kennzeichengrößen – Diese Vorschriften gelten für Pkw und Motorrad

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Sobald du mit deinem Auto oder Motorrad am Straßenverkehr teilnimmst, benötigst du ein gültiges Kennzeichen. Denn anhand des Kennzeichens lassen sich das Fahrzeug und der Fahrzeugeigentümer oder die Fahrzeugeigentümerin eindeutig identifizieren. Das ist besonders dann wichtig, wenn es um die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten im Straßenverkehr geht – beispielsweise im Falle einer Fahrerflucht.

Viele Fahrzeughalter und Fahrzeughalterinnen wollen die Wahl ihres Autokennzeichens nicht dem Zufall überlassen – sie versuchen daher, sich vorab ein bestimmtes Kennzeichen zu reservieren. Doch was das Wunschkennzeichen angeht, müssen Autofahrende einige Vorgaben beachten. So kann bereits eine falsche Kennzeichengröße dazu führen, dass dein Fahrzeug keine Zulassung erhält. In diesem Artikel erfährst du alles, was du zur Kennzeichenpflicht in Deutschland wissen musst, wie ein Kennzeichen aufgebaut ist und was es bei der Größe des Kfz-Kennzeichens zu beachten gibt.

Die Kennzeichengrößen sind nach DIN-Normen geregelt

Zur Erfüllung der Kennzeichenpflicht reicht es nicht, ein beliebiges Kennzeichen am Fahrzeug anzubringen. Denn sowohl das Aussehen als auch die Größe des Kennzeichens unterliegen gesetzlichen Vorschriften. Diese sind in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) zu finden. Entspricht dein Kennzeichen nicht der gültigen DIN-Norm, wird die Zulassungsstelle dein Fahrzeug nicht zulassen.

Daher solltest du unbedingt darauf achten, wo du dein Kennzeichen anfertigen lässt. Hier ist es empfehlenswert, eine professionelle Firma zu wählen, die dir garantiert, dass das Kennzeichen allen gängigen Vorschriften entspricht. Darüber hinaus ist es sinnvoll, wenn du dich ebenfalls mit den gesetzlichen Regelungen auseinandersetzt. So kannst du selbst beurteilen, ob dein neues Kennzeichen allen Anforderungen hinsichtlich Schriftart und Kennzeichengröße gerecht wird.

Prinzipiell gibt es beim Kfz-Kennzeichen zwei verschiedene Größen: Die Standardgröße und die verkürzte Größe. Für einen klassischen Pkw wirst du meist die Standard-Kennzeichengröße brauchen. Diese Kennzeichengröße hat die Maße 520 x 110 Millimeter. In der Regel ist an den üblichen Fahrzeugen genügend Platz, um ein Kennzeichen dieser Größe anzubringen.

Allerdings gibt es auch Modelle, bei denen der Platz für das Kennzeichen nicht ausreicht. Das können zum Beispiel Oldtimer oder importierte Fahrzeuge sein. Aber auch Sondermodelle, die in erster Linie für einen ausländischen Markt produziert wurden, können aus dem Rahmen fallen. In diesem Fall kann ein kürzeres Kennzeichen zum Einsatz kommen. Alle anderen Vorschriften wie die Zeichenanzahl, Abstände und die verwendete Schrift müssen dabei aber dennoch eingehalten werden. Allein aus optischen Gründen oder aufgrund persönlicher Vorlieben kannst du jedoch kein verkürztes Kennzeichen beantragen. Denn dies ist nur unter bestimmten Umständen möglich:

  • Das Kennzeichen ist selbst bei der Verwendung von Engschrift zu groß für das entsprechende Fahrzeug.
  • Die Montage eines Standardkennzeichens ist nur durch undurchführbare oder unzulässige Umbauten am Fahrzeug möglich.
  • Ist ein Umbau möglich, aber die Kosten übersteigen den Fahrzeugwert um mindestens fünf Prozent, gilt dies ebenfalls als unzumutbar. Hier reicht es aber nicht, wenn du die Kosten selbst schätzt. Akzeptiert wird nur der Nachweis über ein Gutachten, das ein amtlich anerkannter Sachverständiger oder eine Sachverständige angefertigt hat.

Trifft einer oder treffen mehrere dieser Punkte zu, hast du gute Chancen, eine verkürzte Kennzeichengröße zu erhalten.

Zu beachten ist jedoch, dass diese Ausnahmen meist nur für das hintere Kennzeichen gelten, also zum Beispiel für mehrspurige Kraftfahrzeuge. Beim vorderen Kennzeichen ist es hingegen schwierig, eine kürzere Kennzeichengröße als üblich zu beantragen.

Handelt es sich um eine Kennzeichengröße im Standardformat, unterscheidet man außerdem zwischen einzeiligen und zweizeiligen Kennzeichen:

  • Bei einem einzeiligen Kennzeichen beträgt die Kennzeichengröße in der Breite maximal 520 Millimeter und in der Höhe 110 Millimeter. Maximal acht Zeichen dürfen auf diesem Kennzeichen vorhanden sein.
  • Das zweizeilige Kennzeichen hat eine maximale Breite von 340 Millimeter und eine Höhe von 200 Millimeter. Es können bis zu fünf Zeichen in der zweiten Zeile stehen.

Bei der verkürzten Kennzeichengröße gibt es ebenfalls einzeilige und zweizeilige Kennzeichen:

  • Die einzeiligen Kennzeichen haben eine maximale Breite von 460 Millimeter und eine Höhe von 110 Millimeter. Auf ihnen haben bis zu sechs Zeichen Platz.
  • Handelt es sich um ein verkürztes zweizeiliges Kennzeichen, darf es maximal 280 Millimeter breit und 200 Millimeter hoch sein. In die zweite Zeile passen bis zu 5 Zeichen.

Gut zu wissen: Die Kennzeichengröße ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern vorgeschrieben.

Kennzeichengröße für Pkw und Lkw

Zwar gibt es keine Vorgaben bezüglich der exakten Breite oder Höhe des Kennzeichens. Jedoch sind die Schriftart, die Zeichenanzahl sowie die Abstände zwischen den einzelnen Zahlen und Buchstaben genau festgelegt. Auch darf die vorgegebene Maximalhöhe beziehungsweise -breite nicht überschritten werden. Schließlich darf das Kennzeichen auf keinen Fall größer sein als der vorgesehene Platz am Fahrzeug. Nur wenn das Kennzeichen allen vorgeschriebenen Maßen und Abständen entspricht, kannst du dein Auto bei der zuständigen Zulassungsstelle anmelden. Außerdem benötigst du pro Fahrzeug zwei Nummernschilder, eines für vorne und eines für hinten. Neben der Kennzeichengröße gibt es in Deutschland noch andere Vorgaben, die zu erfüllen sind:

  • Ein einzeiliges Kennzeichen muss eine schwarze Umrandung Diese muss eine Stärke von 3,5 bis 6,5 Millimeter haben. Das blaue Eurofeld hat eine vorgeschriebene Breite von 45 Millimeter. Zwischen dem Eurofeld und der Beschriftung ist ein Abstand von mindestens 8 Millimeter festgelegt. Der Platz zwischen den Plaketten muss 63,5 bis 67,5 Millimeter betragen.
  • Auch die Abstände zwischen den Zahlen und Buchstaben sind vorgeschrieben. Der Abstand zwischen dem letzten Buchstaben und der ersten Zahl hat im Bereich von 24 bis 30 Millimeter zu liegen. Außerdem muss der Platz zwischen der letzten Zahl und dem Rand mindestens 8 Millimeter betragen. Generell muss die Beschriftung zur seitlichen Umrandung einen Abstand von 13 Millimeter haben. Dieses Maß gilt auch für den Abstand der Zeichen untereinander.
  • Falls dein Fahrzeug eine Saisonzulassung bekommt, brauchst du natürlich auch ein entsprechendes Kennzeichen. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Saisonkennzeichen. Für die Kennzeichengröße gelten hier die gleichen Vorschriften wie beim Standard-Kennzeichen. Auch dieses Kennzeichen kann einstellig oder zweistellig sein. Da es nur in einem begrenzten Zeitraum gültig ist, hat es ein zusätzliches Feld. Dort wird der Betriebszeitraum Die Breite dieses Feldes beträgt 30 Millimeter und der Abstand links und rechts sollte jeweils mindestens 8 Millimeter groß sein.

Die passende Kennzeichengröße für dein Motorrad

Während man am Pkw und Lkw meist kein Problem mit der Kennzeichengröße hat, sieht es beim Motorrad schon anders aus. Hier ist der zur Verfügung stehende Platz meist sehr eingeschränkt. Motorradfahrende benötigen ein einziges Kennzeichen, welches an der Hinterseite des Fahrzeugs befestigt wird. Allerdings ist dort in der Regel nicht genug Platz, um ein herkömmliches Kennzeichen zu befestigen. Daher gelten bei Motorrädern auch andere Vorschriften bezüglich der Kennzeichengröße.

So musste die Breite von Motorrad-Kennzeichen lange Zeit 280 Millimeter betragen, bei einer Höhe von 200 Millimeter. Allerdings wurde diese Vorschrift inzwischen geändert, sodass auch kleinere Kennzeichen für Motorräder zulässig sind. Da es sehr unterschiedliche Motorradmodelle gibt, ist diese Änderung sehr positiv aufgenommen worden. Schließlich kann ein zu großes Kennzeichen die Optik eines Motorrads enorm beeinflussen. Für viele Motorradfans ist dies nicht unerheblich. Aktuell kannst du bei der Wahl deines Motorradkennzeichens zwischen drei verschiedenen Kennzeichengrößen entscheiden: 180, 200 oder 220 Millimeter. Die Höhe ist dabei gleichbleibend. Sie muss stets 200 Millimeter betragen. Hat das Kennzeichen eine Breite von 180 Millimetern, dürfen in der zweiten Zeile maximal vier Zeichen stehen. Falls du dich für ein Kennzeichen mit der Breite von 220 Millimetern entscheidest, sind es höchstens fünf Zeichen. Auf diese Weise kannst du dir die Kennzeichengröße aussuchen, die am besten zu deinem Motorrad passt.

Handelt es sich allerdings um ein Leichtkraftrad, wird stets ein zweizeiliges Kennzeichen verwendet. Die Breite beträgt 255 Millimeter. Die gleiche Kennzeichengröße gilt im Übrigen auch für Traktoren. Bedenke jedoch, dass diese sowohl vorne als auch hinten ein Kennzeichen haben müssen.

Auch Quads müssen in Deutschland zwei Kennzeichen haben. Allerdings ist zu beachten, dass es für die Kennzeichengröße hierbei keine einheitliche Regelung gibt. Wenn du wissen möchtest, welche Kennzeichengröße dein Quad braucht, solltest du daher die zuständige Zulassungsstelle fragen – am besten noch bevor du ein Kennzeichen bestellst. So kannst du dir zusätzliche Zulassungskosten ersparen, da du direkt sichergehen kannst, dass dein Fahrzeug allen Vorschriften entspricht.

Auch die Kennzeichenschrift ist genormt

Während wir uns bisher vor allem mit der Größe des Nummernschildes beziehungsweise der Kennzeichengröße beschäftigt haben, befassen wir uns im Folgenden näher mit dem Schriftzug. Auch hier gibt es genaue Vorschriften, die für eine ordnungsgemäße Zulassung des Fahrzeugs von Bedeutung sind. Bei der Schrift handelt es sich um die sogenannte FE-Schrift. Diese Schriftart gilt als besonders sicher und schwierig zu fälschen. Durch die unterschiedlichen Kennzeichengrößen gibt es diese Schriftart in drei verschiedenen Varianten. So kannst du die für dein Fahrzeug passende Schriftvariante wählen. Pro Kennzeichen ist allerdings nur eine Variante erlaubt.

  • Für Standardkennzeichen eignet sich die so genannte „Mittelschrift“.
  • Sollte etwas weniger Platz vorhanden sein, kommt die „Engschrift“ zum Einsatz.
  • Bei Motorradkennzeichen und zweizeiligen Kennzeichen wird die „verkleinerte Mittelschrift“

Falls du dir nicht sicher bist, welche Schriftart verwendet wurde, kannst du die einzelnen Buchstaben im Nachhinein nachmessen. Bei der Mittelschrift beträgt die Schrifthöhe 75 Millimeter, die Buchstabenbreite 47,5 Millimeter und die Zahlenbreite 44,5 Millimeter. Die Engschrift hat ebenfalls eine Schrifthöhe von 75 Millimeter. Die Buchstabenbreite beträgt jedoch 40,5 Millimeter und die Zahlenbreite 38,5 Millimeter. Für die Schrifthöhe der Mittelschrift und Engschrift ist allerdings eine Toleranz von plus 2 bis minus 1 Millimeter vorgesehen. Die Schrifthöhe der verkleinerten Mittelschrift beträgt 49 Millimeter. Die Buchstabenbreite entspricht 31 Millimeter und die Zahlenbreite 29 Millimeter. Hier gilt eine Toleranz von plus 1 bis minus 0,5 Millimeter bei der Schrifthöhe. Selbstverständlich sorgen geringe Ungenauigkeiten nicht dafür, dass das Kennzeichen ungültig ist.

Auch nach der Zulassung musst du darauf achten, dass sich dein Kennzeichen in einem einwandfreien Zustand befindet. Sollte es stark verdreckt und daher schlecht lesbar sein, kann es zu einem Bußgeld kommen. Außerdem darfst du auch keine Veränderungen vornehmen. Dazu zählt zum Beispiel das Anbringen von Abdeckungen oder Folien. Solltest du ein Kennzeichen verlieren, darfst du dein Fahrzeug nicht mehr nutzen, sondern musst umgehend für Ersatz sorgen. Häufig wird auch übersehen, dass die Beleuchtung für das Kennzeichen nicht funktioniert. Solltest du in eine Verkehrskontrolle kommen, können auch dafür Bußgelder verhängt werden. Es ist also sinnvoll, sich regelmäßig vom ordnungsgemäßen Zustand der Kennzeichen zu überzeugen.

(K)eine Frage der Größe: Sichere dir dein Wunschkennzeichen

Obwohl die Größe des Kennzeichens beim Auto und beim Motorrad klar vorgeschrieben ist und du auch in Sachen Schrift und Gestaltung nur wenig Spielraum hast, kannst du dir die Kombination der Zahlen und Buchstaben in der Regel frei aussuchen. Im Internet hast du die Möglichkeit, dich über die freien Kombinationen zu informieren. Dann weißt du direkt, welches Kennzeichen du wählen kannst. Mit etwas Glück ist dein Wunschkennzeichen vielleicht sogar noch verfügbar.

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