Gefälligkeitsschaden

Von Annalena B. 11 Juli, 2023
4 minutes

Mal eben den verstopften Abfluss oder die vom Hund zerkratzte Wand von einem Bekannten oder befreundeten Handwerker reparieren lassen, scheint oft die schnellste und beste Lösung. Wird die Reparatur jedoch nicht fachgerecht erledigt und es kommt sogar zu weiteren Schäden, kann dies teuer werden. Freundschaftsdienste dieser Art werden bei Versicherungen als Gefälligkeitshandlungen bezeichnet, aus denen ein sogenannter Gefälligkeitsschaden entstehen kann. Das Schlimme für dich als Mieter ist, dass in so einem Fall der Versicherungsschutz wegbrechen kann, wenn du keine Versicherung hast, die auch Gefälligkeitsschäden abdeckt. Das heißt, du musst dann selbst für den entstandenen Schaden und die Regulierung aufkommen. Achte bei der Wahl einer Versicherung daher unbedingt auf die Gefälligkeitsschaden-Klausel.

Gefälligkeitsschaden – was ist das?

Gefälligkeitsschäden können schneller entstehen, als du vielleicht denkst. Warst du schon einmal bei deinen Nachbarn, um die Blumen zu gießen, während sie im Urlaub waren? Wenn du dies tust, pass gut auf, dass das Wasser nicht aus dem Blumentopf läuft und den Boden oder das Fensterbrett beschädigt. Ein anderes Beispiel für Gefälligkeitsschäden ist die Hilfe beim Umzug: Haben deine Freunde dir beim Umzug geholfen und mit den Möbeln versehentlich den neuen Fußboden oder die Wände zerschrammt?

Diese Art von Schäden werden bereits als Gefälligkeitsschaden bezeichnet und können für dich oder deine Freunde/Nachbarn sehr teuer werden, wenn Gefälligkeitsschäden nicht versichert sind. Gefälligkeitsschäden treten aber nicht nur auf, wenn man Freunden oder Bekannten hilft. Auch bei der Unterstützung einer dir fremden Person kommt diese Schadensart vor. Ein Beispiel dafür wäre wenn du etwas in das Auto dieser Person lädst und dabei den Lack zerschrammst.

Welche Versicherung zahlt?

Erst seit 2016 müssen Gefälligkeitsschäden von der Haftpflichtversicherung übernommen werden. Allerdings gilt dies nur dann, wenn der Schaden nicht vorsätzlich verursacht wurde und versichert ist. In Verträgen nach 2016 gibt es die Gefälligkeitsschäden-Klausel meistens nicht mehr, da die Versicherungen haften müssen. Hast du einen Vertrag vor 2016 abgeschlossen, lohnt es sich, noch einmal genau zu prüfen, ob diese Schadensart in deinem Vertrag abgedeckt wird. Es ist gut möglich, dass du deine Police erneuern musst.

Achtung: Teilst du dir mit einem Familienmitglied eine Haftpflichtversicherung? Dann musst du aufpassen. Wenn du dieser Person einen Gefälligkeitsschaden zufügst, wird er von deiner Versicherung nicht übernommen. Grundsätzlich kannst du für einen Gefälligkeitsschaden nicht haftbar gemacht werden, da ihr einen „stillschweigenden Haftungsausschluss“ miteinander vereinbart habt. Wenn du also keine Privathaftpflichtversicherung besitzt und auch nicht für den Schaden aufkommen möchtest, musst du das auch nicht. Um der Freundschaft Willen empfiehlt sich natürlich trotzdem, eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden.

Darauf solltest du achten

Bei der Wahl einer Haftpflichtversicherung solltest du unbedingt darauf achten, dass Gefälligkeitsschäden mitversichert sind und im Zweifel einen Versicherungsexperten um Rat fragen. Wenn du dich mit den Rechten und Pflichten von Mietern noch nicht so gut auskennst, schau dir unbedingt auch unsere anderen Artikel zum Mietrecht an. Du findest zum Beispiel auch Artikel zur Obhutspflicht und zur gewerblichen Hausratversicherung. Es ist wichtig, dass du von Anfang an richtig informiert bist und gut versichert, dann wirst du im Schadensfall viel weniger Probleme haben. Außerdem wird dir ein guter Versicherungspartner unterstützend zur Seite stehen.

Lese-Tipp: Bei einem Umzug kann Vieles kaputtgehen. Ob unbeabsichtigt oder nicht – mit unserer Gegenstandsversicherung bist du optimal abgedeckt.

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