Europäischer Unfallbericht: Gut gerüstet für Autofahrten im Ausland

Von Julia Schäfer 18 Juli, 2023
4 minutes

Ein Unfall bedeutet für die Beteiligten Stress pur! Und bei Schäden im Ausland kommen zusätzlich noch die Sprachbarriere und unklare Versicherungsregelungen hinzu. Mit dem Europäischen Unfallbericht lässt sich eine solche Situation jedoch gut und in unterschiedlichen Sprachen bewältigen.

Auslandsreisen mit dem Auto: Was ist der Europäische Unfallbericht?

Der Europäische Unfallbericht ist eine “Gebrauchsanweisung” für Unfälle. Er besteht aus einer Checkliste sowie einem Formular, in dem der Unfallhergang und wichtige Aspekte drumherum festzuhalten sind.

Denn die Minuten nach einem Unfall sind stressig! Oft werden Informationen wie Ort, Zeit, Namen und Anschrift der Zeugen sowie Zeuginnen und ähnliches nicht notiert. Das führt bei der späteren Schadensregulierung durch die Versicherungen regelmäßig zu Problemen. Der Europäische Unfallbericht schafft hier Abhilfe und stellt sicher, dass nichts vergessen wird!

Der Europäische Unfallbericht steht kostenlos zum Download bereit. Er ist ein wichtiger Helfer für Unfälle im Ausland, denn er ist in allen EU-Staaten gültig. Aber nicht nur das: Tatsächlich eignet sich das Formular auch perfekt für den heimischen Verkehr und sollte in keinem Handschuhfach fehlen.

Nutzt du einen Mietwagen im Ausland, kann sich außerdem eine sogenannte “Mallorca Police” lohnen. Sie hebt den Deckungsschutz der Kfz-Haftpflichtversicherung auf den deutschen Standard an und bietet so zusätzliche Sicherheit.

Dabei muss es nicht immer um Schadensfälle mit anderen Fahrzeugen gehen. Auch bei Vandalismus oder Diebstahl ist der Europäische Unfallbericht für deine Kaskoversicherung hilfreich. Viele dieser Schäden werden von einer Kfz-Vollkaskoversicherung und teilweise auch von der Kfz-Teilkaskoversicherung übernommen. Da ist es gut, ein passendes Formular parat zu haben.

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Formular richtig ausfüllen: Welche Angaben gehören in den internationalen Unfallbericht?

Der Europäische Unfallbericht enthält Felder für alle wichtigen Angaben, sodass man in den stressigen Minuten nach einem Unfall nichts vergisst. Dazu gehören in erster Linie Ort und Zeit des Schadens so wie die Namen der Beteiligten. Auch die  Daten des Fahrzeugs und das Kennzeichen gilt es unbedingt einzutragen.

Angaben zu den jeweiligen Versicherungsunternehmen und der Versicherungsnummer dürfen ebenfalls nicht fehlen. Du findest sie zum Beispiel auf der Grünen Karte, die viele Autofahrende mitführen. Die Versicherungspflicht, die du aus Deutschland kennst, ist in jedem anderen Land der EU ebenfalls vorhanden. Das bietet dir einen grundsätzlichen Auslandsschadenschutz bei Fahrten in der Europäischen Union. Denn jede Person hinter einem Steuer besitzt zumindest eine Haftpflichtversicherung.

Nicht angegeben wird im Europäischen Unfallbericht, wer die Schuld am Unfall trägt. Fragen nach dem Schuldanteil beziehungsweise der Teilschuld oder Mitschuld gibt es hier ebenfalls nicht. Schreibe daher auch nicht in den Bericht, dass du den Unfall selbst verschuldet hast – selbst wenn das schlechte Gewissen nagt!

Unfall dokumentieren – auf Spanisch, Russisch oder Türkisch: Übersetzungshilfen für den Europäischen Unfallbericht

Die Sprachbarriere im Ausland erschwert die Abwicklung eines Unfalls zusätzlich. Den Europäischen Unfallbericht gibt es auf Englisch, Niederländisch, Russisch, Polnisch, Französisch, Portugiesisch, Tschechisch, Türkisch, Spanisch, Ungarisch und Italienisch. Die nummerierten Fragen sind auf allen Formularen gleich, sodass die Beteiligten sie in der jeweiligen Sprache ausfüllen können.

Der Europäische Unfallbericht steht kostenlos zum Download bereit – natürlich in vielen Sprachen. Neben der deutschen Version für dich empfiehlt es sich, auch eine Version in der Landessprache deines Reiseziels mitzuführen.

Und danach – Was passiert mit dem ausgefüllten Unfallbericht?

Ist der Europäische Unfallbericht ausgefüllt, sollten ihn alle Beteiligten unterschreiben. Anschließend empfiehlt es sich, eine Kopie zu machen, bevor du das Formular an deine Kfz-Versicherung schickst. Du hast hierfür eine Woche Zeit. Bei Unfällen mit Todesfolge sinkt dieser Zeitraum auf 48 Stunden. Außerdem solltest du zusätzlich angeben, wann und wo ein Sachverständiger beziehungsweise eine Sachverständige dein Fahrzeug – falls nötig – besichtigen kann.

Checkliste: Verkehrsunfall im europäischen Ausland – So handelst du richtig

  1. Sichere die Unfallstelle: ziehe deine Warnweste an und stelle das Warndreieck auf.
  2. Hole Hilfe: Rufe, falls nötig, die Polizei und den Rettungsdienst und leiste Erste Hilfe. Auch bei Fahrerflucht solltest du die Polizei verständigen.
  3. Fülle den Europäischen Unfallbericht aus: Gemeinsam mit den Beteiligten wahrheitsgemäß ausfüllen. Verwende dazu die Daten der Grünen Versicherungskarte. Keine Schuld anerkennen oder Geld zahlen!
  4. Dokumentiere die Schäden, indem du den Unfallort und die Fahrzeuge fotografierst.
  5. Notiere Name, Anschrift und Telefonnummer aller Zeugen
  6. Informiere schnellstmöglich deine Versicherung und schicke ihr den Unfallbericht zu.

Hinweis: Falls dein Unfallgegner Fahrerflucht begeht, versuche zumindest noch, schnell das Kennzeichen aufzuschreiben. Informiere dann sofort die Polizei.

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