Bremsweg Formel

Von Annalena B. 11 August, 2023
4 minutes
Bremsweg Formel

Wer einen Bremsweg berechnen möchte, muss die unterschiedlichsten Details berücksichtigen. So macht es beispielsweise einen Unterschied, ob du von 50 km/h oder von 100 km/h zum Stehen kommen möchtest. Mit Hilfe der Bremsweg-Formel kannst du – wenn du die entsprechenden „Randdaten“ kennst – alles genau ausrechnen. Beachte in diesem Zusammenhang jedoch immer, dass sich die Faustformel für den Bremsweg immer auf eine waagerechte Fahrbahn bezieht.

Was ist die Bremsweg-Formel?

Die Formel, die du zum Bremsweg berechnen brauchst, lautet: (Geschwindigkeit ÷ 10) x (Geschwindigkeit ÷ 10) = Bremsweg in Metern.

Setzt du deine Geschwindigkeit in km/h ein, weißt du sofort, wann dein Auto in etwa zum Stehen kommen würde. Als klassisches Beispiel gilt in diesem Zusammenhang die Berechnung auf der Basis einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Diese lautet: (50 ÷ 10) x (50 ÷ 10) = 5 x 5 und ergibt einen Bremsweg von 25 Metern.

Bremsweg-Formel: So berechnest du den Bremsweg

Die oben genannte Formel „(Geschwindigkeit ÷ 10) x (Geschwindigkeit ÷ 10) = Bremsweg in Metern“ lässt sich mit jeder km/h-Zahl durchkalkulieren.

Am besten nimmst du dir ein wenig Zeit und spielst verschiedene Szenarien durch. So verschaffst du dir einen etwas besseren Überblick. Damit schulst du dein Einschätzungsvermögen und kannst beispielsweise nachvollziehen, warum es sinnvoll ist, auf der Autobahn ausreichend Abstand zu halten.

Achte aber auch unbedingt darauf, dass bei der Bremswegberechnung Faktoren wie eine Steigung oder ein Gefälle nicht berücksichtigt sind. Daher handelt es sich bei dem entsprechenden Ergebnis meist um eine ungefähre Angabe. Hinzu kommt, dass manche Fahrzeuge „von Haus aus“ schneller bremsen als andere. So macht es natürlich einen Unterschied, ob du mit einem modernen Sportwagen oder mit einem Oldtimer unterwegs bist.

Doch nicht nur das Fahrzeugmodell macht den Unterschied, auch der Zustand deiner Bremsen spielt eine entscheidende Rolle bei deiner Sicherheit im Straßenverkehr. Lass sie am besten regelmäßig in der Werkstatt prüfen. Mit unserer Reparaturkostenversicherung musst du dir keine Gedanken um die Kosten machen.

Gibt es eine Faustregel für den Bremsweg?

Auch wenn es mehrere Faktoren gibt, die du berücksichtigen musst, wenn du Bremswege ausrechnen willst: Es handelt sich bei „(Geschwindigkeit ÷ 10) x (Geschwindigkeit ÷ 10) = Bremsweg in Metern“ um eine praktische Faustformel. Mit deren Hilfe lässt sich leicht ausrechnen, wann der betreffende Wagen in etwa zum Stehen kommen müsste.

Achtung! Die fürs Bremsen gedachte Faustformel geht davon aus, dass du nicht allzu zögerlich „in die Eisen“ trittst. Bremst du zu langsam, verlängert sich der Weg natürlich.

Wer keine Lust auf Rechnen hat, kann sich stattdessen mit den Werten in sogenannten Bremswegtabellen auseinandersetzen. Diese gehen auf Szenarien mit den gängigsten Geschwindigkeiten ein.

Bremsweg Formel

Diese Faktoren wirken sich auf den Bremsweg aus

Es gibt mehrere Faktoren, die sich auf den Bremsweg auswirken können. Die folgenden beiden Details spielen dabei eine besonders wichtige Rolle:

  1. Geschwindigkeit: Ein langsam fahrendes Fahrzeug kommt schneller zum Stehen als ein schnell fahrendes Fahrzeug. Um hier genaue Infos zu erhalten, musst du einfach die km/h Anzahl in die oben erwähnte Formel eintragen.
  2. Fahrzeugart: Nicht jedes Fahrzeug bremst gleich schnell. Während viele moderne Wagen vergleichsweise schnell zum Stehen kommen, brauchen ältere Autos oft etwas länger.

Bremsweg-Formel: So hängen Brems-, Reaktions-, und Anhalteweg zusammen

Vielleicht hast du aus deiner Fahrschulzeit noch in Erinnerung, dass zwischen Brems-, Reaktions-, und Anhalteweg unterschieden wird. Hierbei gelten die folgenden Details:

  1. Der Bremsweg ist der Weg, den ein Fahrzeug vom Beginn des Bremsens bis zum Stillstand braucht.
  2. Der Anhalteweg bezieht auch das Sehen des jeweiligen Hindernisses als Start mit ein. Das Streckenende ist wieder der Punkt, an dem dein Auto steht.
  3. Der Reaktionsweg setzt sich aus Reaktionszeit (ca. 0,1 Sekunden) und der Zeit bis zur Umsetzung (zum Treten der Bremse) zusammen. Insgesamt gilt eine Zeitspanne von etwa einer Sekunde als Richtwert.

Daher ist es umso wichtiger, konzentriert zu fahren, um gerade den Reaktionsweg bestenfalls noch ein wenig verkürzen zu können.

So vermeidest du einen Unfall durch zu langen Bremsweg

Ein kurzer Bremsweg kann oft nicht nur dabei helfen, Unfälle zu vermeiden, sondern auch, Leben zu retten. Daher ist es natürlich wichtig, sich zu fragen, wie sich die entsprechenden Abläufe gegebenenfalls optimieren lassen.

Die Antwort: Ein ausreichender Sicherheitsabstand. Als Faustformel gilt, dass du in geschlossenen Ortschaften etwa 15 m und außerhalb etwa den halben Tacho Abstand halten solltest. Letzteres gilt besonders für Autobahnen. Auf diese Weise kannst du Auffahrunfälle effektiv vermeiden.

Ausnahmesituation Gefahrenbremsung

Beim Bremsweg im Zusammenhang mit einer Gefahrenbremsung gilt es, andere Faktoren zu berücksichtigen. Immerhin handelt es sich hierbei um die sogenannte „Vollbremsung“. Die entsprechende Formel lautet: „Bremsweg bei Gefahrenbremsung ≈ [(gefahrene Geschwindigkeit ÷ 10) x (gefahrene Geschwindigkeit ÷ 10)] ÷ 2“.

  • Eine Gefahrenbremsung ist dann nötig, wenn es tatsächlich darum geht, Leben zu retten. Beispielsweise, weil ein Kind vor deinen Wagen läuft. Oder um einen Wildunfall zu verhindern und damit das eigene Leben zu schützen.

Strafen bei zu wenig Sicherheitsabstand

Weil der Sicherheitsabstand einen derart großen Einfluss auf den Bremsweg hat, drohen bei zu geringem Abstand Strafen. Wie hoch diese sind, ist von der Geschwindigkeit, aber auch von der Gefahrenlage abhängig. Allgemein bewegen sich die meisten Strafen in diesem Bereich zwischen Bußgeldern von 25 bis 400 Euro.

  • In schlimmeren Fällen drohen auch Punkte in Flensburg und Fahrverbot. Wie hoch dein Schuldanteil im Falle eines Unfalls ist, ist dann individuell durch ein Unfallgutachten zu klären. Meist trägst du dann zumindest eine Mitschuld beziehungsweise Teilschuld.

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