Steinewerfer auf der Autobahn: Wie reagieren?

Von Julia Schäfer 20 März, 2023
4 minutes

„Achtung: Steinewerfer auf der A7“: So oder so ähnlich klingen die Warnungen im Verkehrsfunk, wenn sich Unbekannte einen „Spaß“ daraus machen, Steine von Brücken auf Autobahnen zu werfen. Sie sind dadurch eine massive Gefahr für den Straßenverkehr. Verursacher handeln oft nicht bewusst oder oftmals gleichgültig. Doch was tun, wenn plötzlich Steinewerfer auf der Autobahn sind? Wer haftet im Schadenfall? Das und vieles weitere erfährst du in diesem Beitrag.

Steinewerfer was tun?

Beobachtest du während der Fahrt Menschen, die Steine oder andere Gegenstände auf die Fahrbahn werfen, verständige umgehend die Polizei. Oftmals erkennst du den Unterschied zwischen einem potenziellen Steinewerfer und einem Passanten erst spät. Auch die hohen Geschwindigkeiten, die du auf der Autobahn zurücklegst, spielen hierbei eine Rolle.

Bedauerlicherweise gibt es bis dato keine effektiven Methoden, um derartige Anschläge von Steinewerfern auf Autobahnen zu verhindern. Aufgrund der immensen Kosten ist es keine Option, alle vorhandenen Brücken mit hohen Gittern, Zäunen oder Netzen auszustatten. Zudem weiß keiner, ob dies die Steinewerfer tatsächlich vor ihren Taten abschreckt.

Wie reagiere ich richtig?

Leider kannst du dich kaum wirksam gegen Steinewerfer schützen. Bemerkst du Steinewerfer, gerate jedoch nicht in Panik. Bleibe ruhig und fokussiert. Vermeide scharfes Abbremsen oder einen riskanten Spurwechsel. Dies führt im Zweifel zu einem schlimmen Unfall auf der Autobahn. Reduziere deine Geschwindigkeit. Behalte auch weiterhin den Verkehr im Blick. Vergewissere dich, dass du gefahrlos ausweichen kannst. Lässt es die Verkehrssituation zu, wechsle auf eine andere Fahrspur. Behalte dabei stets den Seitenstreifen im Auge. Im Notfall kannst du auf diesen ausweichen.

Wissenswert – Was gilt auf Autobahnen im Falle von Steinewerfer: Hörst du im Radio eine Steinewerfer-Warnung, ist die Gefahr häufig schon gebannt. Der Steinewerfer hat mit großer Wahrscheinlichkeit bereits die Flucht ergriffen. Dennoch solltest du weiterhin aufmerksam sein. Die Devise lautet: Fahre ruhig, sicher und voller Konzentration weiter. Panisch nach der entsprechenden Brücke und dem Täter oder der Täterin Ausschau zu halten, ist keine gute Idee, denn dies lenkt dich zu sehr vom Verkehrsgeschehen ab. Im schlimmsten Fall löst deine Unsicherheit einen Unfall aus.

Bestrafung von Steinewerfern

Bevor wir uns den Bestrafungen von Steinewerfern widmen, gehen wir zunächst auf die Frage ein, warum Menschen überhaupt auf die Idee kommen, Steine von Brücken zu werfen. Hier sind sich Psychologen einig: Steinewerfern handeln im Normalfall ohne direkte Tötungsabsicht. Häufig entstehen diese Attacken aus der Laune heraus, also zufällig und ungeplant. Nicht selten stehen die Täter auch unter Einfluss von Alkohol oder Drogen.  Steinewerfer sind beinahe immer kleine Gruppen aus Jugendlichen. Hier geht es den heranwachsenden Jugendlichen meist um einen kurzfristigen Lustgewinn, den sie durch das Brechen sozialer sowie moralischer Tabus erzielen. Doch wie schaut es mit der Gesetzeslage aus? Welche Strafen drohen Steinewerfern?

In der Regel werden Steinewerfer wegen „versuchten“ Mordes sowie vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs belangt. Das wiederum bedeutet eine Freiheitsstrafe von mehreren Jahren, wenn nicht sogar lebenslang.

Beispiele:

Ein drogenabhängiger Mann wurde 2008 in Oldenburg zum Attentäter. Er warf aus Frust, weil er nicht an Heroin kam, einen knapp 6 Kilogramm schweren Holzklotz direkt auf die Autobahn. Diese Tat zog einen schwerwiegenden Unfall nach sich. Der Holzklotz durchschlug die Windschutzscheibe eines Autos. Dabei wurde eine 33-jährige Frau vor den Augen ihres Mannes und ihrer Kinder vom herabfallenden Klotz erschlagen. Der Täter wurde demzufolge wegen Mordes und drei weiteren Mordversuchen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Eine weitere Tat zog sich 2018 in Erlangen zu. Dort schleuderten zwei junge Männer Steine und Holzplatten von einer Brücke direkt auf die A73. Einer der geworfenen Steine durchschlug die Frontscheibe eines LKWs. Die Splitter verletzten den Beifahrer schwer an der Hand und am Oberschenkel. Auch andere Fahrzeuge waren betroffen. Der hieraus resultierende Gesamtschaden lag bei über 20.000 Euro. Die beiden jungen Männer wurden vom zuständigen Richter wegen versuchten Mordes zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Wer haftet?

Du bist Opfer eines Steinewerfers und fragst dich, wer bei dieser Art von „Steinschlagschäden“ haftet? Wir erklären dir, was zu tun ist.

Die Haftung für Schäden durch Steinewerfer hängt von den Umständen ab, unter denen die Schäden entstehen. Verursacht ein Steinewerfer den Schaden vorsätzlich, drohen hohe Strafen.

Handelt ein Steinewerfer unabsichtlich, indem er zum Beispiel gegen einen Stein tritt und dieser von der Brücke fällt, ist er möglicherweise zivilrechtlich haftbar. In diesem Fall hängt die Haftung vor allem davon ab, ob der Schadensverursacher / Schadensverursacherin die Sorgfaltspflichten erfüllt. Auch Eltern von Kindern, die Steine werfen, werden bestraft, weil sie ihre Pflicht, auf ihre Kinder aufzupassen, nicht erfüllt haben.

Wer in Besitz einer guten Kfz-Vollkasko-Versicherung ist, muss sich um die Kosten für das Reparieren eines Steinschlages oder Vandalismus  Schäden keine Gedanken machen. Denn Vollkaskoversicherungen decken einen Großteil von Vandalismus Schäden ab. Die Teilkasko Versicherung kommt hingegen unabhängig von der Schadensursache meist nur für Glasbruchschäden auf.

Weitere interessante Beiträge rund um das Thema „Auto“ findest du hier:

  • Totalschaden
  • Versicherungsschutz
  • Fahrerschutzversicherung
  • Unfallverursacher/ Unfallverursacherin
  • Werkstattbindung
  • Freie Werkstatt
  • Autowerkstatt

Headerbild: @AdobeStock_33190426; lightninsam

Image: @AdobeStock_212877427;Thomas Söllner

background image

Aktuelle Updates erhalten

    Table of contents

      Lesen Sie auch